Was war Ihr schönstes Erlebnis als Forscher?
Ich schwanke zwischen der ersten Reise mit dem Forschungsschiff „Meteor“ als junger Student in das Gebiet vor Nordwest-Afrika – mit Aufenthalten in Dakar und Las Palmas – und dem einwöchigen Aufenthalt in einem Unterwasserlabor am Meeresboden der Ostsee.
Welche wissenschaftliche Entdeckung war in Ihren Augen bisher die wichtigste?
Man kann sicher nicht eine einzelne Entdeckung nennen, dann würde man den anderen Disziplinen nicht gerecht werden. Extrem wichtig war die Verarbeitung von Einzelbeobachtungen zu komplexen Systemen, zu einer – wenn auch unfertigen – Gesamtheit. Ein Beispiel ist die Beschreibung des globalen Wandels, der Einwirkung des Menschen auf das Klima. Dies ist nur mit den heutigen Computern möglich.
Was sollte unbedingt noch erfunden werden?
Ein System, das uns immer wieder von der Kleinteiligkeit und Spezialisierung auf die wichtigen und grundsätzlichen Fragen zurückführt.
Welcher prominenten Person würden Sie gern Ihr aktuelles Forschungsprojekt erklären?
Lieber als mit einer Einzelperson unterhalte ich mich mit vielen interessierten Menschen über Forschungsfragen, die uns auf den Nägeln brennen. Zum Beispiel die Fragen wie stillen wir den Energiehunger und schonen doch die Atmosphäre oder wie können wir eine wachsende Weltbevölkerung besser ernähren.
Was hat Sie dazu gebracht, Forscher zu werden?
Neugier und der Reiz, immer etwas Neues zu unternehmen.
Wenn nicht Wissenschaftler – was würden Sie gerne sein?
Astronaut.
Welche Ihrer Eigenschaften stört Sie beim Forschen am meisten?
Ungeduld und die fehlende Fähigkeit, noch tiefer in komplexe Zusammenhänge einzudringen.
Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?
Viele Einzelkomponenten für ein großes Gesamtbild zu nutzen.
Was regt Ihre Kreativität am besten an?
Ruhe und der Blick aufs Meer.
Mit welchem historischen Kollegen würden Sie gerne essen gehen?
Gerne mit Alfred Wegener, um mich mit ihm über die Kontinentaldrift zu unterhalten. Mich würde interessieren, wodurch er angeregt wurde und was sein Denken beeinflusst hat.
Was ist die bedeutendste Frage, welche die Wissenschaft in Ihrem Forschungsbereich noch nicht beantwortet hat?
Es gibt viele, beispielsweise wie das Leben auf der Erde entstanden ist oder wie die Kräfte im Erdinneren wirken, die die Erdplatten antreiben und Erdbeben und Vulkanismus verursachen.
Was wird die Wissenschaft vermutlich nie erklären können?
Ob es „intelligentes“ Leben im Weltall gibt, das mit dem auf der Erde vergleichbar ist.
Was war Ihr größter Erfolg bei der Kommunikation Ihrer Forschungstätigkeit?
Der Antrag zur Stadt der Wissenschaft 2005 in Bremen und Bremerhaven und die Durchführung der Veranstaltungen in diesem Jahr mit der Beteiligung von vielen Bürgern.
Und was war Ihr größtes Kommunikationsdesaster?
Die erste Ausstellung „Wochen der Meeresforschung“. Wir stellten wissenschaftliche Poster aus. Da wurde mir klar, dass wir noch viel lernen und Angebote entwickeln müssen, die speziell auf einzelne Zielgruppen abgestimmt sind.
Auf welches Ereignis der nächsten Zeit freuen Sie sich schon?
Auf die vielen Veranstaltungen im nächsten Wissenschaftsjahr 2011 zum Thema „Forschung für die Gesundheit“, besonders auf den Wissenschaftssommer im Rahmen von „Stadt der Wissenschaft 2011“ in Mainz und die WiD-Ausstellung auf der MS Wissenschaft.