Wissenschaft persönlich

WiD fragt – Hans-Georg Joost antwortet

15 Fragen, 15 mal ernsthafte, mal vergnügliche Antworten. In Etappen stellen wir Ihnen interessante Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor. Nach den Communicator-Preisträgern kommen nun Forschende zu Wort, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Thema Gesundheit beschäftigen.

 
Prof. Hans-Georg Joost

Hans-Georg Joost
Foto: G. Olias/DIfE

Im Wissenschaftsjahr Gesundheitsforschung zuerst die Frage: Was ist „gesund“?

Beschwerde- und Störungsfreiheit aller physischen und psychischen Funktionen, also subjektives und objektives Wohlbefinden.

Was war in der Geschichte der Medizin der größte Durchbruch?

Die Narkose

Welches sind die wichtigsten Fragen, die die Gesundheitsforschung in den nächsten Jahrzehnten beantworten muss?

Wie können Alterskrankheiten wie Demenz, Osteoporose und Muskelschwund wirksam verhindert werden? Wie können wir die großen Volkskrankheiten Krebs, Diabetes und Arteriosklerose verhindern?

Was war Ihr schönstes Erlebnis als Forscher?

Dass meine Mitarbeiter in einem sehr schwierigen, 10 Jahre dauernden Projekt das gewünschte Ziel erreicht haben, wichtige Krankheitsgene zu identifizieren. Dabei handelt es sich um Gene, die dazu beitragen das Diabetes-Risiko zu erhöhen oder eine Rolle bei der Entstehung von krankhaftem Übergewicht spielen.

Welcher prominenten Person würden Sie gern Ihr aktuelles Forschungsprojekt erklären?

Harald Schmidt

Was hat Sie dazu gebracht, Forscher zu werden?

Bücher über die Chemie und die Geschichte von Chemie und Medizin, die ich als 16-jähriger las.

Wenn nicht Wissenschaftler – was würden Sie gerne sein?

Musiker

Welche Ihrer Eigenschaften stört Sie bei der wissenschaftlichen Arbeit am meisten?

Meine Ungeduld

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Ich hätte gerne ein viel besseres Gedächtnis.

Was regt Ihre Kreativität am besten an?

Ein ausreichender Nachtschlaf und danach ein guter Kaffee.

Mit welchem historischen Kollegen würden Sie gerne essen gehen?

Mit Justus von Liebig, dem Begründer der organischen Chemie und wissenschaftlichen Vorfahr aller deutschen Chemiker und Biochemiker.

Was wird die Wissenschaft vermutlich nie erklären können?

Ob es irgendwo im Universum andere oder ähnliche Lebensformen gibt, wie hier auf der Erde.

Was war Ihr größter Erfolg bei der Kommunikation Ihrer Forschungstätigkeit?

Berichte von Forschungsergebnissen meines Instituts in der internationalen Presse einschließlich japanischer Zeitungen. Etwa die Ergebnisse der „EPIC-Studie Potsdam-Rehbrücke“. Wir konnten zeigen, dass starkes Übergewicht und ein großer Taillenumfang bei Menschen um die Fünfzig mit einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko verbunden sind.

Und was war Ihr größtes Kommunikationsdesaster?

Ich wurde von der Bildzeitung einmal mit dem Satz zitiert: "Was im Körper vorgeht, wissen wir nicht."

Auf welches Ereignis der nächsten Zeit freuen Sie sich schon?

Auf die neuen Inszenierungen im Wagner-Jahr 2013.

Zur Person

Hans-Georg Joost ist Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung und Professor für Pharmakologie an der Universität Potsdam. Mehr

Zur Forschung

Hans-Georg Joost erforscht die molekularen Ursachen von Fettsucht und Alterszucker und er untersucht, welche Rolle die Ernährung bei der Entstehung dieser Krankheiten spielt. Mehr

 
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