Wissenschaft persönlich

WiD fragt – Peter Herrlich antwortet

15 Fragen, 15 mal ernsthafte, mal vergnügliche Antworten. In Etappen stellen wir Ihnen interessante Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor. Nach den Communicator-Preisträgern kommen nun Forschende zu Wort, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Thema Gesundheit beschäftigen.

 

Peter Herrlich

Im Wissenschaftsjahr Gesundheitsforschung zuerst die Frage: Was ist „gesund“?

Subjektiv betrachtet ist „gesund“ das „Sich-Gesund-Fühlen“. Objektiv gesehen bedeutet es die ausreichende Funktion aller Organe.

Was war in der Geschichte der Medizin der größte Durchbruch?

Die erfolgreiche Bekämpfung und teilweise Eliminierung der Infektionskrankheiten und die starke Verbesserung in der Therapie und Prävention der kardiovaskulären Erkrankungen – also der Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems – einschließlich der Schlaganfälle.

Welches sind die wichtigsten Fragen, die die Gesundheitsforschung in den nächsten Jahrzehnten beantworten muss?

Gefragt ist ohne Zweifel ein Verständnis der neuronalen Erkrankungen, wie Demenz oder Parkinson.

Was war Ihr schönstes Erlebnis als Forscher?

Wichtige Mechanismen als Erster entdeckt zu haben

Welcher prominenten Person würden Sie gern Ihr aktuelles Forschungsprojekt erklären?

Barack Obama, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten

Was hat Sie dazu gebracht, Forscher zu werden?

Der Einfluss des Vaters und der meines frühen Mentors Adolf Butenandt

Wenn nicht Wissenschaftler – was würden Sie gerne sein?

Arzt

Welche Ihrer Eigenschaften stört Sie bei der wissenschaftlichen Arbeit am meisten?

Die nicht optimale naturwissenschaftliche Ausbildung im Medizinstudium führte zu unzureichenden Mathematik- und Physikfähigkeiten.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Eine umfassendere Gedächtnis-Speicherfähigkeit

Was regt Ihre Kreativität am besten an?

Musik

Mit welchem historischen Kollegen würden Sie gerne essen gehen?

Mit Fritz Lipmann, dem Namensgeber unseres Instituts, der 1953 den Nobelpreis für Medizin erhielt

Was wird die Wissenschaft vermutlich nie erklären können?

Wir Forscher sehen kein prinizipielles Feld, das nicht erforscht werden könnte. Allerdings sind wir skeptisch, ob zum Beispiel die Funktion unseres Organismus in toto verstanden werden wird.

Was war Ihr größter Erfolg bei der Kommunikation Ihrer Forschungstätigkeit?

Die Akzeptanz in Spitzenjournalen der Wissenschaft, gefolgt von vielen Einladungen zu Vorträgen. Zwei Entdeckungen führten zu diesen Einladungen: die des Wirkmechanismus von Cortisol bei der Hemmung von Entzündungen und die eines Proteins, welches in die Metastasenbildung von Tumoren involviert ist.

Und was war Ihr größtes Kommunikationsdesaster?

Ein vieljähriger, bisher vergeblicher Versuch, eine mir wichtige Entdeckung publizieren zu können. Dabei geht es um Arbeiten zur Aktivierung des Schalterproteins Ras. Dieses Protein spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Zellwachstums und der Zellteilung und damit auch bei der Entstehung von Krebs. 

Auf welches Ereignis der nächsten Zeit freuen Sie sich schon?

Auf die Leistungen der ersten Grünen Landesregierung

Zur Person

Peter Herrlich ist Wissenschaftlicher Direktor des Fritz-Lipmann-Instituts für Altersforschung. Seit 2003 ist er Professor für Molekulare Genetik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Mehr

Zur Forschung

Peter Herrlich erforscht die Zusammenhänge zwischen dem Altern und der Entstehung von Krebserkrankungen. Er untersucht Prozesse der Zellteilung und -wanderung, die sowohl beim Altern als auch bei Krebs eine wichtige Rolle spielen. Mehr

 
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