Peter Herrlich

Peter Herrlich, Molekularbiologe

„Subjektiv betrachtet ist ‚gesund‘ das ‚Sich-Gesund-Fühlen’. Objektiv gesehen bedeutet es die ausreichende Funktion aller Organe.” 

 

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Zur Person

Peter Herrlich wurde 1940 in München geboren. Er studierte Medizin und promovierte an der Ludwig-Maximilian-Universität München. Herrlich habilitierte sich an der Freien Universität Berlin in Biochemie und Molekularbiologie. 

Nach Forschungsaufenthalten in München, Chicago, New York und Berlin wurde er im Jahr 1977 Professor für Genetik an der Universität Karlsruhe und Direktor des Instituts für Toxikologie und Genetik am Forschungszentrum Karlsruhe. Von dort wechselte er im Jahr 2003 nach Jena, wo er Wissenschaftlicher Direktor des Fritz-Lipmann Instituts und gleichzeitig Professor an der Uni Jena wurde. Den Namensgeber des Instituts, Fritz-Lipmann, konnte Herrlich während seines Aufenthalts an der Rockefeller University New York in den Jahren 1969 und 1970 persönlich kennen lernen. 

Für seine Arbeiten zur Entstehung, zum Wachstum und zur Metastasierung von Krebszellen wurde Herrlich mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter der renommierte Antoine-Lacassange-Preis der Ligue Nationale Contre le Cancer, Paris und der Landesforschungspreis Baden-Württemberg. Darüber hinaus war und ist Herrlich als Gutachter tätig, unter anderem  für die Europäische Union, die Max-Planck-Gesellschaft und die Deutsche Forschungsgemeinschaft.


Zur Forschung

Peter Herrlich erforscht die Zusammenhänge zwischen dem Altern und der Entstehung von Krebserkrankungen. Er untersucht Prozesse der Zellteilung und -wanderung, die sowohl beim Altern als auch bei Krebs eine wichtige Rolle spielen.

Während gesunde Zellen nach einer bestimmten Anzahl von Teilungen ihre Vermehrung einstellen, setzen bösartige Zellen ihre Teilung fort. Es kommt zur Krebserkrankung und – wenn sich die bösartigen Zellen vom Ort ihres Entstehens lösen und in entfernte Körperregionen wandern – zur gefürchteten Bildung von Metastasen. Dabei werden Zellteilung und -wanderung sowohl in gesunden als auch in bösartigen Zellen durch viele verschiedene Proteine gesteuert, deren Baupläne in den menschlichen Genen beschrieben sind.

Ein Ziel von Peter Herrlich ist es, herauszufinden welche Gene und Proteine an der Wanderung von Krebszellen und der damit verbundenen Metastasenbildung beteiligt sind. Er erforscht, wie die Signalübertragung im Einzelnen verläuft und welche Funktion die verschiedenen Proteine dabei übernehmen. Diese Kenntnisse sollen dazu beitragen neue Medikamente zu entwickeln, die fortgeschrittene Krebsstadien besser behandeln können.

Herrlich und sein Team fanden unter anderem, wie das Vermittlerprotein „Met“ in Tumorzellen arbeitet. Bei der Embryonalentwicklung trägt es dazu bei, dass (gesunde) Embryonalzellen, die sich zu bestimmten Geweben oder Organen ausdifferenzieren, zum entsprechenden Platz im Körper wandern. In Tumorzellen ermöglicht es die Ablösung einzelner Zellen vom Tumor und unterstützt so die Metastasenbildung. Die Aktivierung dieses Vermittlerproteins wird von einem anderen Protein geregelt, dem CD44v6. Das Molekül ist in der Membran der Zellen verankert und regelt die Nachrichtenübertragung zwischen Zelläußerem und Zellinneren. Dadurch können äußere Faktoren die Metastasenbildung beeinflussen, und CD44v6 könnte einen Angriffspunkt für künftige Medikamente liefern.

Mit einem Modell, das erläutert, warum wir altern, war Peter Herrlich auch als Aussteller auf der MS Wissenschaft 2011 dabei.


 
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