Im Wissenschaftsjahr Gesundheitsforschung zuerst die Frage: Was ist „gesund“?
„Gesund“ ist zunächst die Abwesenheit von Krankheit, ein Leben, das wir genießen können, weil Körper und Geist ihren Dienst tun. Dieses „Funktionieren“ können wir mit einem gesunden Leben unterstützen. Zweifellos gehört dazu eine ausgewogene Ernährung, körperliche Bewegung und ein Lebensrhythmus, in dem die individuell verschiedenen Bedürfnisse zu ihrem Recht kommen – aber auch eine befriedigende Lebensaufgabe.
Was war in der Geschichte der Medizin der größte Durchbruch?
Die Entdeckung von Viren und Bakterien als Krankheitsüberträger und Infektionsursache
Welches sind die wichtigsten Fragen, die die Gesundheitsforschung in den nächsten Jahrzehnten beantworten muss?
Sie sollte darauf hin arbeiten, dass Gesundheit nicht nur ein Recht der „Reichen“ ist. Das Ziel muss sein, nicht immer teurere und komplexere Diagnose- und Behandlungsmethoden und Medikamente zu entwickeln, sondern solche, von denen alle profitieren können - auch „Arme“.
Was war Ihr schönstes Erlebnis als Forscherin?
Die Auffindung eines Cassone-Bildes, ursprünglich die Frontseite einer bemalten florentinischen Brauttruhe aus dem 15. Jahrhundert. Das Bild im Privatbesitz war für meine Dissertation zur Festkultur der italienischen Renaissance ein einzigartiges Dokument und ich hätte es sehr gerne im Original gesehen. Leider konnte ich nichts über seinen Aufbewahrungsort herausfinden und dieser Wunsch blieb unerfüllt. Jahre später brachte mich der Zufall in Kontakt mit den Besitzern und ich durfte es mir ansehen - da hing es, in ihrem Wohnzimmer über der Anrichte.
Welcher prominenten Person würden Sie gern Ihr aktuelles Forschungsprojekt erklären?
Mich interessieren Gesprächsprtner nicht unter dem Aspekt ihrer Prominenz.
Was hat Sie dazu gebracht, Forscherin zu werden?
Die Faszination, die von der unendlichen Menge und Vielfalt künstlerischer Artefakte der verschiedenen Epochen und Kulturen ausgeht.
Wenn nicht Wissenschaftlerin – was würden Sie gerne sein?
Bühnenbildnerin oder Kostümbildnerin an der Oper
Welche Ihrer Eigenschaften stört Sie bei der wissenschaftlichen Arbeit am meisten?
Ablenkbarkeit durch äußere Faktoren, vor allem durch Lärm und Geräusche
Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?
Geduld
Was regt Ihre Kreativität am besten an?
Ein Kunstwerk, das sich nicht auf den ersten Blick erklärt.
Mit welchem historischen Kollegen würden Sie gerne essen gehen?
Mit Aby Warburg, der die Ikonologie – die Deutung von Bildinhalten und Bildformen – als Methode in die Kunstgeschichte einführte. Er begründete in Hamburg seine „Kulturwissenchaftliche Bibliothek“, die als jüdische Institution 1933 nach London emigrierte und dort heute als „Warburg Institute“ geführt wird. Mit seinem kulturwissenschaftlichen Ansatz hat er die Grenzen des Faches früh erweitert.
Was wird die Wissenschaft vermutlich nie erklären können?
Die individuelle künstlerische Kreativität
Was war Ihr größter Erfolg bei der Kommunikation Ihrer Forschungstätigkeit?
Vielleicht unser Exponat auf der MS Wissenschaft?
Und was war Ihr größtes Kommunikationsdesaster?
An wirkliche Desaster kann ich mich nicht erinnern. Aber als Kunsthistorikerin ist man zumeist auf die Projektion von Bildern angewiesen und die schon fast vergessene Doppelprojektion mit zwei Diaprojektoren barg vielerlei Möglichkeiten von Pannen: von seitenverkehrt, über Reihenfolge falsch, Lampe durchgebrannt, bis hin zu Schachtel mit den Dias im letzten Moment heruntergefallen und alles durcheinander. Bei der Power Point Präsentation gibt es andere technische Probleme: eine Farbe fehlt in der Wiedergabe, sie ist unscharf, der Raum nicht dunkel genug, der Beamer überhitzt sich und schaltet sich ab, die Programmversionen verstehen sich nicht ... und auch die nächste technische Entwicklung wird uns wohl nicht vor solchen Stolpersteinen bewahren.
Auf welches Ereignis der nächsten Zeit freuen Sie sich schon?
Auf das Ende der Bauarbeiten in der Bibliotheca Hertziana und ihre Wiedereröffnung