MS Wissenschaft in Magdeburg
Ein Schiff voller Energie
Im Winter transportiert „Jenny“ Container auf deutschen Flüssen. Doch jeden Sommer wird das Binnenfrachtschiff herausgeputzt, verwandelt sich in die „MS Wissenschaft“ und bringt spannende Forschung in mehr als 30 Städte. Vom 5. bis zum 10. Juni wird das Schiff im Rahmen des Wissenschaftssommers in Magdeburg anlegen. An Bord: eine spannende Ausstellung zum Thema Energie. Unter Deck laden auf rund 600 Quadratmetern jede Menge Experimente und Exponate zum Nachdenken und Mitmachen ein. Gezeigt wird, wie sich Energie gewinnen, verteilen und sparen lässt.
Wer Lust verspürt, das Gesehene an der frischen Luft zu diskutieren, sollte am 10. Juni um 18.30 Uhr an Bord kommen. An diesem Tag werden ihm Rahmen von „Dialog am Deck“ drei Referenten mit dem Publikum die Zukunft fossiler Energieträger debattieren.
„Den Dialog an Deck gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal auf der MS Wissenschaft“, sagt Nadine Herzlieb von Wissenschaft im Dialog. „Die Veranstaltung ist als Plattform für eine lebendige Diskussion zwischen Wissenschaftlern und Publikum gedacht.“ Ins Wasser fallen kann die Runde nicht: Die rund 100 Stühle werden in einem Zelt auf dem Schiff aufgestellt.
Eine schwimmende Ausstellung hat seinen besonderen Reiz, das weiß auch Projektleiterin Beate Langholf: „Wir ziehen Menschen an, die vielleicht nicht in ein Museum gehen würden“, sagt sie. Im letzten Sommer sahen fast 100.000 Besucher auf der MS Wissenschaft die Ausstellung zum Thema Zukunft, das waren rund 1.000 pro Ausstellungstag.
In acht Bereichen können sich Interessierte in der Ausstellung „Planet Energie“ darüber informieren, was in deutschen Labors zum Thema Energie entwickelt und geforscht wird. Auch ganz grundsätzliche Fragen zur Energie werden erklärt: Zum Beispiel, wie man eigentlich Energie mit Kohle und Öl, Sonne und Wind erzeugt. Wie funktioniert eine Brennstoffzelle? Wie wird aus Biomasse Strom? Welche Chancen und Risiken stecken in den verschiedenen Energieträgern? Auch dem Thema Energiesparen widmet die Ausstellung einen breiten Raum und zeigt, mit welchen Methoden sich der Energieverbrauch in unterschiedlichen Bereichen reduzieren lässt. Die Exponate stammen aus den deutschen Wissenschaftsorganisationen und Hochschulen.
Die schwimmende Ausstellung ist nicht nur einzigartig, sie hat auch große logistische Vorteile: Abends, nach Ausstellungsende, wird die Brücke hochgezogen, Kapitän und Schiffseigner Albrecht Scheubner steuert den nächsten Liegeplatz an – und schon am nächsten Morgen können in einer neuen Stadt die Besucher an Bord kommen. Das Praktische daran: Die Ausstellung muss nicht jedes Mal auf- und abgebaut werden. Unter Bord werden sogenannte Lotsen den Besuchern die Ausstellung präsentieren und Fragen beantworten. (pk)
