Reinhard König
„Jenseits unserer Vorstellungskraft – Magnetfelder in den bildgebenden Verfahren der Hirnforschung“
In allen Bereichen des Lebens, ob zuhause, bei der Arbeit oder in der Natur, sind wir von Magnetfeldern umgeben. In den meisten Fällen sind sie relativ klein und für unsere Sinne nicht wahrnehmbar — zum Beispiel das Magnetfeld der Erde. In der Hirnforschung macht man sich Magnetfelder zunutze, um Einblicke in die Anatomie des Gehirns und seine komplexen Vorgänge zu erhalten. Zur Auflösung räumlicher Strukturen nutzt man in der Magnetresonanztomographie (MRT) Felder, die zehn- bis hunderttausendmal größer sind als das Erdmagnetfeld. Im Gegensatz dazu wird in der Magnetenzephalographie, mit der zeitliche Vorgänge hochauflösend darstellbar sind, das vom Gehirn selbst produzierte Magnetfeld gemessen — und das ist winzig klein, weniger als ein Millionstel des Magnetfelds der Erde.
Dr. Reinhard König arbeitet im Speziallabor „Nicht-Invasive Bildgebung“ am Leibniz-Institut für Neurobiologie Magdeburg.