Wissenschaftskommunikation 2.0

Was gehört in ein Blog-Konzept?


Von Marcus Flatten

Das Web 2.0 lädt dazu ein, einfach loszulegen. Dagegen ist nichts zu sagen: Wenn Sie als Privatperson bloggen wollen, brauchen Sie dafür nur ein paar Klicks. Wenn Ihr Blog jedoch Teil der Kommunikationsstrategie Ihrer Einrichtung sein soll, brauchen Sie ein Konzept. Die folgende Checkliste gibt einen Überblick, welche Fragen Sie darin klären sollten.


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Zielgruppen und Ziele Ihres Blogs: Definieren Sie auch messbare Ziele wie „Anzahl der Kommentare“, „Seitenaufrufe“, „Postings pro Woche“ etc.

Blog-Typ (z. B. Themen- oder Service-Blog): Wer bloggt zu welchem Thema?

Inhalte und Recherche: Wie kommen Sie zu Ihren Informationen? Welche Quellen werten Sie regelmäßig aus?

Interne Kommunikation: Wen müssen Sie über den Blog informieren bzw. dafür gewinnen? Wem müssen Sie genau erklären, dass dort auch einmal kritische Stimmen veröffentlicht werden könnten?

Name: Wie soll der Blog heißen? Welche Domain soll er bekommen?

Technische Basis (in Abstimmung mit Ihrem Rechenzentrum oder IT-Dienstleister): Hosting intern oder extern?

Auswahl des Blog-Systems: Testen Sie ruhig mehrere kostenlose Anbieter, bevor Sie sich entscheiden

Gestaltung festlegen: Sie können in der Regel zwischen verschiedenen Templates (Standard-Vorlagen) auswählen oder mit Hilfe eines Dienstleisters ein eigenes Design entwickeln.

Rubriken: Unter welchen Oberbegriffen sollen Ihre Beiträge abgelegt werden?
Funktionen: Was soll die Software können? Soll z. B. die Kommentarfunktion aktiviert sein (empfohlen)? Soll der RSS-Reader vollständige Beiträge anzeigen (empfohlen) oder nur die ersten Zeilen? Diese Fragen ggf. mit einem Experten klären.

Blog Policy: Klare Regeln für alle Blogger, z. B. zu Stil, Inhalten, Umgang mit Kritik etc.

Workflow: Verantwortlichkeit, Aufgabenverteilung und Kapazität klären. Wer liefert zu, mit wem stimmen Sie sich ab? Wer sorgt dafür, dass regelmäßig Beiträge gepostet werden? Wie viel Zeit wollen Sie investieren und woher nehmen Sie sie?

Krisenplan: Was tun Sie, wenn Ihr Blog zum Forum für Kritiker oder er in anderen Medien negativ zitiert wird? Wen binden Sie ein? Mit wem entscheiden Sie über die nächsten Schritte?

Redaktionsplan für die Startphase:
Bereiten Sie mindestens zehn Beiträge vor, bevor Sie online gehen.
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Tipps für den richtigen Einstieg beim Bloggen

1. Authentizität ist der höchste Wert im Web 2.0: Mit einer selbstbewusst vorgetragenen Meinung gewinnen Sie deshalb mehr Sympathien als durch vorsichtiges Abwägen.

2. Auch Ihre Person ist von Interesse: Sie müssen nicht anfangen, über die Zusammensetzung Ihres Frühstücks zu schreiben (obwohl viele das tun). Dennoch geben wohldosierte Innenansichten Ihrem Blog mehr Farbe und Persönlichkeit.

3. Regelmäßigkeit ist Pflicht: Sie sollten möglichst ein- bis zweimal pro Woche irgendetwas schreiben, damit es sich für andere Blogger überhaupt „lohnt“, Ihren Blog via RSS-Feed zu abonnieren. Wenn Sie wegen eines wichtigeren Projekts oder Urlaubs einmal nicht schreiben können, sollten Sie das offen kommunizieren, damit Leser nicht denken, Ihr Blog sei nicht mehr aktiv.

4. Nichts ist älter als die Nachrichten von gestern: Bieten Sie Ihren Lesern regelmäßig exklusive und neue Informationen.

5. Blogger fühlen sich als große Community, die gewisse Umgangsformen pflegt. Verlinken Sie deshalb immer zu der Quelle, wenn Sie fremde Informationen nutzen. Umgekehrt können Sie sich ruhig auch einmal bedanken, wenn andere Blogs Sie zitieren.

6. Man duzt sich: Blogger sprechen sowohl ihre Leser als auch andere Blogger (in Kommentaren oder Mails) in der Regel per Du an.

7. Machen Sie es Ihrem Leser leicht: Erklären Sie schwierige Begriffe oder verlinken Sie zu einer geeigneten Definition oder Erklärung. Intensive Verlinkung wird generell als guter Service empfunden.

8. Blogger sind sehr empfindlich gegen Spam, also den unerwünschten Versand von Informationen. Wenn Sie Blog-Funktionen wie Trackbacks einsetzen, sollten Sie sich über die genaue Wirkung im Klaren sein.

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Dieser Beitrag ist ein Ausschnitt aus dem Artikel „Wissenschaftskommunikation 2.0. Mit Blogs und Podcasts zur ‚digitalen Reputation’“ E 11.1, Handbuch Wissenschaft kommunizieren.

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Der Autor

Marcus Flatten ist Geschäftsführer der Mann beißt Hund - Agentur für Kommunikation GmbH in Hamburg, die sich unter anderem auf Hochschulkommunikation spezialisiert hat. Er beschäftigt sich seit Jahren mit dem Web 2.0 und gibt regelmäßig Workshops zu diesem Thema.

 

 
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