Auge in Auge mit der Presse

Lohnt sich eine Pressekonferenz?


Von Andreas Archut

Wenn Sie eine Pressekonferenz anberaumen, sollten Sie einen guten Grund haben! Denn in Zeiten, in denen immer weniger Stammpersonal in den Redaktionen immer mehr Aufgaben hat, ist es stets ein Kraftakt für einen Journalisten, seinen Schreibtisch zu verlassen. Der Weg zu Ihnen sollte sich rentieren. Rechnen Sie also mit einer hohen Erwartungshaltung der anwesenden Medienvertreter. Fest steht: Journalisten besuchen Ihre Pressekonferenz ganz bestimmt nicht aus Langeweile, oder weil es hinterher Schnittchen gibt. Sie erhoffen sich zusätzliche Informationen, die über das hinaus gehen, was man auch schriftlich hätte kommunizieren können, und spannende Gesprächspartner, die wirklich etwas zu sagen haben. [...]

Schätzen Sie ein, ob ein Pressetermin sich wirklich lohnt: 

  • Sprengt die Kernbotschaft den Umfang einer normalen Pressemitteilung?
  • Werden prominente Referenten teilnehmen, die auch außerhalb des Wissenschaftsbetriebs bekannt sind?
  • Ist der Nachrichtenwert der Veranstaltung hinreichend hoch?
  • Ist mit mindestens 10 journalistischen Teilnehmern zu rechnen?
  • Ist der Anlass von großem öffentlichen Interesse?
  • Rechnen Sie mit vielen Interviewwünschen?
  • Ist der zu vermittelnde Inhalt von großer Bedeutung, aber auch sehr komplex?

Je mehr Fragen Sie mit Ja beantwortet haben (und je weniger mit Nein), desto eher sollten Sie eine Pressekonferenz veranstalten.


Dieser Beitrag ist ein Ausschnitt aus dem Artikel „Auge in Auge mit der Presse. Die Pressekonferenz“, Handbuch Wissenschaft kommunizieren E 5.1, Raabe Verlag.

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Der Autor

Dr. Andreas Archut ist Leiter der Abteilung Presse und Kommunikation der Universität Bonn. Seit 2004 ist er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Hochschulpressestellen in Deutschland.

Der promovierte Chemiker war nach Abschluss seiner akademischen Ausbildung freier Mitarbeiter der Bonner Rundschau und ab 1998 als Redakteur im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für die Forschungskommunikation verantwortlich.

 
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