Sonne, Mond und Sterne für alle

Veranstaltungen mit Kindern


Von Michael Geffert

Als Akteur bei Kinderveranstaltungen muss man ein sensibles Gefühl für sein Publikum entwickeln. Beobachten Sie die Reaktionen der Kinder und handeln Sie entsprechend. Weichen Sie notfalls von Ihrem Konzept ab und lockern Sie die Veranstaltung auf.

Was bei Kinderveranstaltungen zu beachten ist

  • Lassen Sie sich bei Veranstaltungen mit Kindern von der Vorstellung leiten, dass Sie Ihren eigenen Kindern etwas erklären wollten.
  • Wenn Sie das erste Mal mit Kindern arbeiten, seien Sie vorsichtig, was man ihnen zumuten kann. Beziehen Sie die Kinder durch Aktionen in Ihre Vorstellung mit ein. Im Laufe der Zeit werden Sie das Gefühl dafür entwickeln, wie viel man einem jungen Publikum zumuten kann.
  • Nehmen Sie die Fragen von Kindern ernst! Auch scheinbar „dumme“ Fragen zeigen Ihnen, wo das Interesse der Kinder liegt oder wo Sie etwas falsch erklärt haben!
  • Die Reaktionen von Kindern sind ein wichtiger Indikator, wie Ihr Vortrag aufgenommen wird. Sie zeigen Ihnen auch, wo Sie Ihren Beitrag verbessern müssen.
  • Seien Sie geduldig mit Kindern – und mit sich selbst! Der beste Vortrag kann bei Kindern nicht zur Wirkung kommen, wenn die äußeren Umstände nicht stimmen. Kinder lassen sich wesentlich leichter ablenken.
  • Kinder erzählen auch gerne und berichten von Geschichten, die vielleicht nur am Rande mit Ihrem Wissensgebiet zu tun haben. Versuchen Sie solche „Nebenwege“ freundlich abzubiegen.
  • Auch falsche Antworten können aus guten Überlegungen resultieren. Bei der Frage nach der Entstehung der Jahreszeiten kommt bei Kindern oft die (falsche) Antwort, dass der unterschiedliche Abstand Erde – Sonne der Grund ist. Diese Antwort nur als falsch abzutun, wäre dem Denkprozess, der hinter dieser Antwort steckt, nicht angemessen.
  • Projekte, bei denen Kinder selber aktiv beteiligt sind, kommen bei ihnen viel besser an. Es gibt Bastelsätze, die im Internet zu finden oder für wenig Geld zu erwerben sind. Hinweise finden sich auf der Materialseite der Schulkommission der Astronomischen Gesellschaft.
  • Auch in einem reinen Vortrag kann man Kinder zum Mitmachen anregen. Geeignet dafür sind Umfragen per Handzeichen oder Mitmachspiele mit Händen.

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Astronomie mit Kindern

Kinder im Grundschulalter interessieren sich in besonderem Maße für Astronomie. Wer einmal in einem vierten Schuljahr Astronomieunterricht gegeben hat, weiß, dass Kinder viele Fragen haben. Das Grundschulalter ist für den Besuch eines Wissenschaftlers in der Schule optimal. Das betrifft neben der Astronomie auch andere Naturwissenschaften wie Biologie, Chemie und Physik.

Die Arbeit mit Grundschulkindern macht Spaß! Kinder haben oft eine sehr direkte Art, an Wissenschaften heranzugehen. Von ihnen kann man lernen, wie wichtig unvoreingenommene Fragen sind. Da Kinder die Forscher von morgen sind, ist es wichtig, sie möglichst früh mit der Wissenschaft in Berührung zu bringen. Nicht zuletzt der große Erfolg der Kinderuniversitäten und Schülerlabore zeigt das enorme Interesse der Kinder an der Wissenschaft.

Bei Jugendlichen geht der Enthusiasmus für die Wissenschaft vielfach verloren. Dann sind es oft die „Spezialisten“, die sich weiter mit der Astronomie beschäftigen. An Schulen gibt es dann häufig Astronomiekurse, für die man dann schon ein anspruchsvolles Programm gestalten kann. Auch hier gäbe es eine gute Verbindung zu Wissenschaftlern an den Universitäten.


Dieser Beitrag ist ein kleiner Ausschnitt aus dem Artikel „Sonne, Mond und Sterne für alle“, Handbuch „Wissenschaft kommunizieren“, E 14.3, Raabe Verlag.

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Der Autor

Michael Geffert arbeitet als Astronom am Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn. Zu seinen Aufgabenbereichen zählt die Betreuung von Schüler- und Studentenpraktika und die Öffentlichkeitsarbeit. Daneben koordinierte er die deutschen Aktivitäten zum Internationalen Astronomiejahr 2009.

 
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