
Gerd Gigerenzer Foto: David Ausserhofer
Der Communicator-Preis 2011 geht an den Psychologen und Risikoforscher Professor Gerd Gigerenzer. Er wird geehrt für seine Fähigkeiten, zentrale Themen wie die Kunst des Entscheidens und den Umgang mit Risiken und Unsicherheiten einer breiten Öffentlichkeit nahezubringen. Gigerenzer erhält damit die wichtigste Auszeichnung für die Vermittlung von wissenschaftlichen Ergebnissen in Medien und Öffentlichkeit in Deutschland.
Der Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Stifterverbands zeichnet seit dem Jahr 2000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus, die ihre Forschungsarbeiten einem breiten Publikum vielfältig, originell und kreativ nahebringen. 2011 wurden insgesamt 36 Forscherinnen und Forscher für den Preis vorgeschlagen, unter denen sich Gerd Gigerenzer durchsetzte.
Der 63 Jahre alte Risikoforscher arbeitete nach Promotion und Habilitation in der Psychologie an der Universität München, von 1984 bis 1990 als Professor für Psychologie an der Universität Konstanz. Nach Jahren an den Universitäten Salzburg und Chicago wechselte Gigerenzer 1995 als Direktor an das Max-Planck-Institut für psychologische Forschung in München, bevor er 1997 Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin wurde. 2008 übernahm er zusätzlich die Leitung des neu gegründeten Harding-Zentrums für Risikokompetenz in Berlin. Seine mehrfach ausgezeichneten Sachbücher wie „Das Einmaleins der Skepsis“ und „Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten“ wurden in 18 Sprachen übersetzt.
Die Jury hob besonders hervor, dass sich Gigerenzer nicht auf reine Informationsvermittlung beschränke, sondern pro-aktiv auch Praktiker wie Richter, Ärzte und Manager im In- und Ausland in Risikokommunikation und Entscheidungsfindung trainiere.
Verliehen wird der diesjährige Communicator-Preis am 5. Juli 2011 im Rahmen der DFG-Jahrestagung in Bonn.