
Beim ersten Scicamp am 2. und 3. Juni 2012 diskutierten die Teilnehmer über die Zukunft der Mobilität. Foto: Thorsten Wulff/WiD
Eingeladene Sprecher, Keynotes, passives Publikum: all das gibt es bei einem Scicamp nicht. Das Scicamp ist eine offene Tagung ohne vorgegebene Tagesordnung. Fest steht nur das Thema der Veranstaltung. Die Besucher selbst bestimmen vor Ort, wie das Treffen abläuft.
Das Scicamp basiert auf dem Prinzip des Barcamps. Barcamps sind sogenannte Unkonferenzen. Sie entstanden aus dem Bedürfnis heraus, sich in einer offenen Umgebung austauschen und voneinander lernen zu können.
Anders als bei einer üblichen Konferenz gibt es keine vorgegebene Tagesordnung. Stattdessen steht lediglich ein grob umrissenes Thema fest. Den genauen Ablaufplan und die konkreten Inhalte der Veranstaltung bestimmen die Teilnehmenden selbst am Veranstaltungstag vor Ort – und ohne Vorgaben durch den Veranstalter.
Ein wichtiger Aspekt bei einem Barcamp ist die lockere und offene Umgebung und Atmosphäre. Jeder, der etwas beitragen oder lernen will, ist willkommen und herzlich eingeladen mitzumachen.
Der Name Scicamp setzt sich aus den Begriffen Science und Barcamp zusammen. Das Scicamp greift die Idee des Barcamps auf und wendet sie auf wissenschaftliche Themen an. So entsteht eine neue, moderne Art der Fachtagung. Teilnehmen kann jeder, egal ob Experte oder nicht. Was zählt, ist die Bereitschaft, mitzumachen: eine Präsentation zu halten, eine Diskussion zu leiten oder sich als Freiwilliger bei organisatorischen Aufgaben zu beteiligen.
Wie kann Wissenschaft im Internet präsentiert und vermittelt werden und welche Möglichkeiten bietet das Internet der Wissenschaft? Die inzwischen dritte Ausgabe des von Wissenschaft im Dialog organisierten Scicamps schafft Raum, um über aktuelle Fragen der Wissenschaftskommunikation im Netz zu diskutieren: Warum gibt es kaum Wissenschaftsvideos auf Youtube? Wie gehen Wissenschaftler mit Kommentaren in Blogs um? Wird die Datensammlung per Citizen Science und zugehörigen Web-Anwendungen revolutioniert? Die konkreten Inhalte des Scicamps werden wie gewohnt vor Ort von den Teilnehmenden festgelegt.
Zu Gast ist das Scicamp dafür an einem inspirierenden Ort: dem Co-Working Space co.up in Berlin-Kreuzberg, Adalbertstr. 7-8. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.
Rund 40 Teilnehmer waren zum Scicamp gekommen, dass Wissenschaft im Dialog gemeinsam mit dem IdeenPark organisiert hatte. Sie diskutierten über die Chancen und Grenzen der Wissenschaftskommunikation im Web 2.0, tauschten Erfahrungen aus und knüpften neue Kontakte. In den Sessions konnten die Teilnehmer sich über die Web 2.0 Aktivitäten der Deutschen Forschungsorganisationen ebenso informieren wie über den Einsatz von Youtube in der Wissenschaftskommunikation diskutieren. Sie erfuhren Neues über Wissenschafts-Blogs und twitternde Astronauten oder sie sprachen darüber, wie man Begeisterung für die Wissenschaft schaffen kann. Auch über Unsicherheiten im Web 2.0 und Twitterkonflikte wurde im Scicamp gesprochen. Die Themen stießen auf großes Interesse und wurden rege diskutiert - nicht nur vor Ort, sondern auch online, so dass der Twitter-Hashtag der Veranstaltung „#scicamp” zeitweise auf Platz 2 der deutschen Twitter-Trends stand. Auch das Format des Scicamps fand großen Anklang, sodass es am Ende der Veranstaltung hieß: Fortsetzung erwünscht!
Zur Dokumentation des 2. Scicamps
Wissenschaft im Dialog veranstaltete am 2. und 3. Juni 2012 das erste Scicamp Deutschlands. Thema des Treffens war die Zukunft der Mobilität. Rund 30 Experten, Unternehmer, Studenten und Interessierte diskutierten darüber, tauschten Ideen aus und stellten Projekte und Visionen vor. Unter anderem ging es um Themen wie das Konzept des Car-Sharings, die Möglichkeit eines kostenlosen ÖPNVs oder die radikale Vereinfachung der städtischen Infrastruktur. Auch Inhalte wie die Elektromobilität und alternative regenerative Kraftstoffe wurden in Vorträgen und Diskussionen aufgegriffen. Die lockere und entspannte Arbeitsatmosphäre und die gleichzeitig hohe Qualität der Beiträge und Gesprächsrunden wurden von allen Teilnehmenden positiv hervorgehoben.
Thorsten Witt
Projektleitung
Tel.: 030-20 62 295-70
Fax: 030-20 62 295-15
thorsten.witt (at) w-i-d.de
co.up Coworking Space stellt für das Scicamp 2013 die Räume zur Verfügung.