
Mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm will Lübeck, die Stadt der Wissenschaft 2012, junge Menschen für die Wissenschaft begeistern. Foto: Dirk Hourticolon
Am 13. Januar feiert Lübeck den Auftakt zur „Stadt der Wissenschaft 2012“. Alle Bürgerinnen und Bürger sind zum Eröffnungsfest in St. Marien und zu weiteren Aktivitäten in der Altstadt eingeladen. Die Veranstaltungen wollen für die Wissenschaft begeistern und auf das Programm des Jahres einstimmen.
Das Eröffnungsfest in der Bürger- und Ratskirche St. Marien steht am Anfang eines bunten Aktionsprogramms, das über das ganze Jahr hinweg vor allem junge Menschen ansprechen will. Zum Auftakt bietet die Aktion Schlau(!)Shoppen Forschung zum Anfassen. In mehr als 30 Geschäften der Lübecker Altstadt stellen Wissenschaftler, Studierende und Entwickler aus Unternehmen ihre Arbeiten vor – in kurzen Vorträgen oder mit einfachen Experimenten. Die wissenschaftsnahen Einrichtungen auf der Altstadtinsel laden ein zum Tag der offenen Tür. Ebenfalls am 13. Januar wird der Wissenschaftspfad eröffnet. Er verbindet das Museum für Natur und Umwelt mit dem entstehenden Hansemuseum und zeigt Exponate zu naturwissenschaftlichen Phänomenen.
Ein weiterer Höhepunkt des Jahresprogramms ist der Wissenschaftssommer von Wissenschaft im Dialog (WiD), der seit 2011 in der jeweiligen Stadt der Wissenschaft gastiert. In Lübeck findet das Science Festival, an dem alle Forschungseinrichtungen der Stadt und der Region beteiligt sind, vom 2. bis zum 6. Juni 2012 statt. Am 2. Juni können Besucher in der „Nacht der Labore“ Wissenschaft hautnah erleben. Weitere Highlights sind der Besuch des Schulschiffs Alexander von Humboldt II und die Abschlussparty zum Thema „Europäisches Hansemuseum“.

Siegerehrung beim Wettbewerb Stadt der Wissenschaft 2012 Foto: Stifterverband/David Ausserhofer
In der Finalrunde setzte sich die Stadt an der Trave gegen Halle (Saale) und Regensburg durch. Den mit 250.000 Euro dotierten Titel verleiht der Stifterverband zum siebten und letzten Mal. Den Ausschlag für Lübeck als Stadt der Wissenschaft 2012 gab, wie eng Stadt und Wissenschaft im gemeinsamen Kampf für den Erhalt der Universität zusammengewachsen sind. Mit der Stadt der Wissenschaft verbunden ist auch der Wissenschaftssommer 2012. Wissenschaft im Dialog wird das einwöchige Science Festival gemeinsam mit lokalen Partnern in Lübeck ausrichten.
Lübeck bewarb sich mit dem Slogan „Hanse trifft Humboldt“. Die Hansestadt stellt sich mit ihrer Bewerbung der Herausforderung, „Wissenschaft als elementaren Teil der Stadtentwicklung zu begreifen und als Teil der öffentlichen Kommunikation zu inszenieren“. Dabei baut die Bewerbung auf das ganzheitliche Wissenschaftsideal Wilhelm von Humboldts in Verbindung mit dem „Geist der Hanse“ aus Wagemut, Weltoffenheit und Neugier. Die Bewerbung als Stadt der Wissenschaft ist fester Bestandteil eines umfassenden Entwicklungskonzeptes für den Wissenschaftsstandort.
In Lübeck existieren vielfältige Projekte der Wissenschaftskommunikation und der Begegnung von Wissenschaft mit dem Nachwuchs, den Bürgern, den Unternehmen und der Kultur. Sie werden von einer breiten Allianz aus Wissenschaftseinrichtungen, Stadtverwaltung, Stadtteilvereinen, Stiftungen, Kultureinrichtungen und Museen getragen. Bestehende Projekte sollen 2012 gezielt weiterentwickelt und neue Initiativen ins Leben gerufen werden.
So bündelt eine Bürgerakademie die vielfältigen Bildungsangebote und erleichtert den Zugang zur Wissenschaft. Der Lübecker Bildungsfonds fördert Kinder von bedürftigen Familien. Das Projekt Nikita bringt Naturwissenschaften in die Kindertagesstätten. Wachstumsimpulse für die Gesundheitswissenschaften gehen von einem engen Zusammenschluss von Unternehmen und Wissenschaft aus. Die Jury zeigte sich stark beeindruckt von dem Feuerwerk an geplanten Aktivitäten im Jahr 2012 und der breiten Beteiligung aller Akteure in der Stadt. "Die Zivilgesellschaft zeigt in Lübeck Gesicht", so die Jury. "Wissenschaft wird zu einem Erlebnis für alle."
Die Jury zeigte sich beeindruckt vom "extrem hohen Niveau aller Bewerbungen" und ermutigt alle drei Städte, auf dem eingeschlagenen Weg voranzugehen. Die unterlegenen Finalisten erhalten jeweils 50.000 Euro als Preisgeld für ein besonders herausragendes Projekt ihrer Bewerbung.
Die Bewerbung der Stadt Halles stand unter dem Titel "Halle verändert!". Sie ist eingebettet in einen langfristig angelegten Strategiedialog. Die Jury lobte die Kombination von langfristig angelegten Entwicklungsmaßnahmen mit einem abwechslungsreichen Jahresprogramm, das die Bürgerinnen und Bürger für die Wissenschaft begeistern werde. Es gelinge Halle, wichtige Themen für die Stadtentwicklung in Kooperation mit Unternehmen, Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen aufzugreifen. Als besonders wegweisend würdigte die Jury, dass die regionalen Wissenschaftseinrichtungen die Herausforderungen des Standortes in ihren Forschungsprojekten aufgreifen und zur Stadtentwicklung produktive Beiträge leisten.
Regensburg bewarb sich als "starker Dipol an der Donau". Die Bewerbung um den Titel soll die bewährte Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft erweitern und Impulse für Bildung und Kultur setzen. Die Bewerbung entwirft ein Regensburg von morgen, in dem "Wirtschaft und Wissenschaft zu einem Standort des Wissens und der Innovation" verschmelzen. An konkreten Schritten benennt das Bewerbungskonzept die Schaffung eines nach Johannes Kepler benannten Wissenschaftspreises, die Bestellung eines Wissenschaftskoordinators und die Umwandlung eines 35 Hektar großen stadtnahen Kasernengeländes in einen Technologiepark (TechCampus Regensburg). Die Jury würdigte das Jahresprogramm für 2012, insbesondere das Kernelement Wissenschaftssommer. Die Macher der Bewerbung hätten kreative Formate entwickelt, mit denen gezielt unterschiedliche Gruppen in der Bevölkerung angesprochen werden.
Zur Pressemitteilung des Stifterverbandes