Farben und Substanzen fließen ineinander, werden lebendig, erzeugen Wirbel, Strömungen und pulsierende Gebilde. Zylinder, Spiralen und Wellen entstehen und sterben wieder ab. Kunst und Wissenschaft verschmelzen, wenn Volkhard Stürzbecher vor den Augen seiner Zuschauer Bilder von nie gesehener Fremdheit erzeugt, die zugleich seltsam vertraut anmuten.
Auf Einladung des Max-Planck-Intituts für Mathematik in den Naturwissenschaften wird der Künstler zum Abschluss der Langen Nacht der Wissenschaften am 28. Juni 2008 um Mitternacht auf der Bühne am Augustusplatz in Leipzig mit seiner Live-Performance „Living Planet“ ein ästhetisch und physikalisch eindrucksvolles Schauspiel der besonderen Art darbieten. Mit Petrischale, Projektor und einem riesigen Ballon kreiert er eine visuelle Reise durchs All zu einem neu entdeckten Himmelskörper.
Faszinierende Farb- und Formverläufe im Zeitlupen- oder Zeitraffertempo suggerieren den turbulenten Evolutionsprozess einer Planetenoberfläche. Der Betrachter erlebt die Bildung von Strukturen im Moment ihrer Erzeugung. Untermalt von eigens für die Show komponierten Klanginstallationen entsteht eine sinnliche Gesamtchoreographie. „Ich habe jahrelang in Versuchsreihen erforscht, welche Reaktionen unter welchen Bedingungen optimal ablaufen“, sagt Stürzbecher. Sein Verfahren, die Oberflächenspannung von Materie sichtbar zu machen, ist weltweit einzigartig. Wie ein Chemiker erzeugt der Künstler die scheinbar spontan entstehenden Wellen, Falten, Blasen und Verästelungen in Flüssigkeiten wie Öl, Wasser und anderen Reagenzien.
Gezielt setzt er sie dabei physikalischen Kräften wie Hitze oder Druck aus, um die geordneten Muster zu erzeugen. Dabei räumen Stürzbechers neue Techniken jedoch der Eigendynamik und Kreativität der Materie eine gleichwertige Rolle im Gestaltungsprozess des Kunstwerkes ein. Vorbild und Grundlage seiner Performance ist der Evolutionsprozess der Welt. „In Jahrmillionen hat sich das Universum zu immer neuen Formen entfaltet“, erklärt
der in Kalifornien lebende Künstler. „Ich nutze die Eigenschaften der Materie, ich selbst zu organisieren, als Gestaltungsprinzip für meine Kunst und habe dafür Farben entwickelt, die ihre Bilder selber malen.“ Die Entstehung der Form wird so zum Thema seiner Kunst.
In der „Langen Nacht der Wissenschaften“ öffnet das Trinkwasserlabor der KWL seine Türen und lädt die Besucher ein, sich einen Eindruck davon zu machen, wie mit modernster Analysetechnik und einem hoch spezialisierten Gerätepark jährlich zwischen 12 000 und 15 000 Trinkwasserproben untersucht und wie die Proben im Labor der chemischen und bakteriologischen Trinkwasserkontrolle unterzogen werden.
Das Laborteam steht bis Mitternacht zur Beantwortung aller Fragen rund um das Leipziger Trinkwasser bereit.
Samstag, 28. Juni,
24 Uhr
Life Performance
"Living Planet"
auf der Bühne am Brunnen vor der Oper (Jahrmarkt der Wissenschaften auf dem Augustusplatz).
Eintritt frei.
Samstag, 28. Juni,
18.00–24.00 Uhr
KWL-Trinkwasserlabor
Am Wasserwerk 10,
04299 Leipzig
Eintritt frei!