Dass das ganz normale Leben voller Mathematik steckt und dass Mathematiker keine staubtrockenen Sonderlinge sind, sondern auch Fragen in Angriff nehmen wie „Gibt es den unknackbaren Code?“ oder „Ist beim Glücksspiel das todsichere System möglich?“, wird das Wissenschafts-Filmfest zeigen.
Mit „Moebius“, „Sneakers“, „Pi“, „21“ und „A Beautiful Mind“ ist eine gelungene Mischung zwischen Hollywood und Programmkino-Filmen zu sehen, in der jede Menge Mathematik steckt. Mal ist sie versteckt, mal zeigt sie sich ganz offen. Zu jedem Film ist ein ausgewiesener Experte aus dem Fachgebiet eingeladen, der eine Bresche durch den vermeintlichen Dschungel der Mathematik schlagen wird. Schüler und Schülerinnen und Erwachsene haben nach der Vorführung die Chance, Fragen zu stellen, die ihnen während des Films einfallen. Von Montag, den 30. Juni bis Freitag, den 4. Juli wird in den Passage Kinos jeweils um 10.00 Uhr und um 20.00 Uhr einer der oben genannten Filme zu sehen sein. Nach dem Film findet die Diskussion statt, die etwa eine Stunde dauert.
Argentinien, 1996, Regie: Gustavo Mosquera R., Darsteller: Guillermo Angelelli, Roberto Carnaghi, Anabella Levy, Jorge Petraglia, 88 min, FSK: k. A. Wir empfehlen den Film ab 12 Jahren.
Ein Zug mit Fahrgästen verschwindet fast spurlos im weit verzweigten U-Bahnnetz von Buenos Aires. Man hört nur noch ab und zu das Geräusch des Zuges, doch er selbst bleibt unauffindbar. Ein junger Mann, der sich mit den Eigenschaften von geometrischen Räumen beschäftigt, ein so genannter Topologe, wird beauftragt, den Zug zu suchen. Doch auch er bleibt zunächst erfolglos, bis ein kleines Mädchen und ein lebensbedrohlicher Zufall die einzig mögliche Erklärung bringen. Wer war August Ferdinand Möbius? Kann man sich auf dem Möbiusband verlaufen? Gibt es parallele Welten?
Fragen beantwortet Prof. Dr. Konrad Polthier vom Fachbereich Mathematik und Informatik der FU Berlin.
USA, 1992, Regie: Phil Alden Robinson, Darsteller: Robert Redford, Dan Aykroyd, Ben Kingsley, Mary McDonnell, 126 min, FSK: 12. Wir empfehlen den Film ab 12 Jahren.
Er knackt Sicherheitssysteme von Banken und Firmen und verdient gutes Geld damit. Martin Bishop handelt im Auftrag dieser Firmen und deckt so Sicherheitslücken auf. Doch dann erpressen ihn zwei Agenten der Regierung mit seiner nicht ganz sauberen Vergangenheit. Er soll einen Mathematiker bestehlen, andernfalls würde er ins Gefängnis wandern. Bishop und sein Team nehmen den Auftrag an und stehlen einen schwarzen Kasten. Der entpuppt sich als universeller Code-Knacker. Und nun sind nicht nur die vermeintlichen Agenten, sondern auch ein alter Bekannter Martins hinter dem Team her. Martin setzt alles daran, damit der Chip nicht in falsche Hände gerät. Gibt es einen Schlüssel für alle Codes? Wie verschlüsselt man eine Nachricht? Gibt es Codes, die noch nie geknackt wurden?
Fragen beantwortet Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher, Leiter des Mathematikums in Gießen.
USA, 1998, Regie: Darren Aronofsky, Darsteller: Sean Gullette, Mark Margolis, Ben Shenkman, Pamela Hart, 84 min, FSK: 12. Wir empfehlen den Film ab 16 Jahren.
Max Cohen ist genial – schon als Teenager wurde er Doktor. Doch nun lebt er menschenscheu und zurückgezogen, leidet unter Wahnvorstellungen und Schmerzattacken. Er arbeitet täglich an seinem Supercomputer. Denn der soll ihm helfen, das Geheimnis der Welt zu ergründen und die Welt besser zu verstehen. Max vermutet hinter allen Dingen eine Formel, mit der alles, sogar die Börsenkurse, berechnet werden können. Doch je näher er dieser Formel kommt, desto mehr Menschen würden alles tun, um diese Formel zu bekommen. Kann man Börsenkurse berechnen? Gibt es eine Formel, die alles erklärt? Was kann mit einem Computerprogramm voraussagen?
Fragen beantwortet Prof. Dr.-Ing. Michael Mangold vom Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme in Magdeburg.
USA, 2008, Regie: Robert Luketic, Darsteller: Kevin Spacey, Jim Sturgess, Kate Bosworth, Laurence Fishburne, FSK: k. A.. Wir empfehlen den Film ab 12 Jahren.
Ben Campbell, hoch begabter Mathematikstudent am renommierten MIT in Boston, bekommt ein fantastisch klingendes Angebot: Sein Professor Mickey Rosa hat eine Formel gefunden,
mit der er jedes Casino schlagen kann. Aber nicht allein, er braucht ein Expertenteam – und Ben soll mit von der Partie sein. Er und fünf Mitstudenten mausern sich unter Rosas Anleitung zu Spielprofis. Ohne zu betrügen schröpft die Gruppe mit Mathematik, Köpfchen und einem ausgeklügelten System die Casinos von Las Vegas um Millionen. Doch die Bank hasst es zu verlieren und die Casinoagenten haben die Verfolgung schon aufgenommen …
Wie kann man beim Kartenspielen ohne Schummeln „hellsehen“? Gibt es beim Glücksspiel das todsichere System? Wieso ist man im Team unschlagbar?
Fragen beantwortet Prof. Dr. Ehrhard Behrends vom Fachbereich Mathematik und Informatik der FU Berlin.
USA, 2001, Regie: Ron Howard, Darsteller: Russel Crowe, Jennifer Conelly, Ed Harris, Christopher Plummer, 135 min, FSK: 12. Wir empfehlen den Film ab 12 Jahren.
Bereits als Student gilt John Forbes Nash Jr. in Princeton als viel versprechender Mathematiker. Er löst Probleme aus verschiedenen Fachrichtungen, von denen andere kaum zu träumen wagten. Als er bereits Professor ist, wird er vom US-Verteidigungsministerium gebeten, russische Nachrichten zu entschlüsseln. Im Strudel von Konspirationen entwickelt Nash merkwürdige Verhaltensweisen, Diagnose: paranoide Schizophrenie. Nach langen Jahren des Kampfes überwindet Nash die Krankheit und erhält schließlich den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Was spielt man in der Spieltheorie? Besteht die Wirtschaft nur aus Mathematik? Welches Spiel spielen Gene?
Fragen beantwortet Prof. Dr. Martin Skutella vom Institut für Mathematik der TU Berlin.
Folgende Filme werden im Rahmen des Wissenschafts-Filmfests 2008 in Leipzig zu sehen sein.
Moebius (OmU)
Montag, 30. Juni,
10.00 + 20.00 Uhr
Sneakers – Die Lautlosen
Dienstag, 1. Juli,
10.00 + 20.00 Uhr
Pi
Mittwoch, 2. Juli,
10.00 + 20.00 Uhr
21
Donnerstag, 3. Juli,
10.00 + 20.00 Uhr
A Beautiful Mind
Freitag, 4. Juli,
10.00 + 20.00 Uhr
Ort
Passage Kinos,
Hainstr. 19 a
Eintritt
vormittags 3,– EUR
abends 5,– EUR
Gruppen können sich für das Filmfest unter folgender Faxnummer anmelden: 0341 / 2173870.