Die Ausstellung im Kurfürstlichen Schloss lädt ein zu einer Reise durch die Gesundheitsforschung. Foto: David Ausserhofer/WiD

 

Wissenschaftsausstellung im Kurfürstlichen Schloss

Eine Reise durch die Gesundheitswissenschaften

Zentraler Veranstaltungsort des Wissenschaftssommers ist die Ausstellung im Kurfürstlichen Schloss. Besucherinnen und Besucher erhalten einen Eindruck davon, wie groß die Bandbreite der Gesundheitsforschung ist. Präsentiert werden Projekte mit Alltagsbezug ebenso wie Arbeiten aus der Grundlagenforschung. Die Ausstellung zeigt auch, dass Gesundheitsforschung nicht auf medizinische Fragestellungen beschränkt ist. Schulklassen der Mittel- und Oberstufe können sich zu kostenlosen Führungen durch die Ausstellung anmelden.

Raffinierter Medikamententransport

Der Stand der Max-Planck-Gesellschaft widmet sich der Grundlagenforschung, etwa der Frage, wie man Medikamente mit Hilfe von Nanokapseln genau an den gewünschten Wirkungsort im Körper transportieren und dort freisetzen kann. Besucher erhalten Tipps fürs „Altern mit Köpfchen“ und lernen einen Test kennen, der die Wahrscheinlichkeit analysiert an Angststörungen zu erkranken.

Mathe und Medizin

Die vielfältigen Berührungspunkte zwischen Mathematik und Gesundheitsforschung verdeutlicht das Fraunhofer Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM). Mathematische Methoden und Algorithmen werden bei ganz untersdchiedlichen Fragestellungen in der Gesundheitsforschung eingesetzt: zur Optimierung von Krankentransporten ebenso wie bei der Anpassung von Knieprothesen oder der Entwicklung von Therapieplänen gegen Krebs. Mathematik kam auch bei der zum Einsatz, um ein dreidimensionales Modells des Innenohrs zu erstellen. Mit seiner Hilfe untersuchen Wissenschaftler, wie sich ein Medikament im Ohr ausbreitet.

Forschungsarbeiten aus der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie präsentiert die Hochschule Fresenius. Besucher können beispielsweise erfahren, wie Bewegung bei degenerativen Erkrankungen wie Parkinson, multipler Sklerose und Arthrose helfen kann oder wie sich die Sprache im Alter verändert.

Hirn und Übergewicht

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Leibniz-Gemeinschaft informieren über den Stand der Forschung in den Bereichen Übergewicht, Diabetes und Hörimplantate. Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover zeigen unter anderem, wie mit Hilfe moderner Implantate taube Menschen wieder hören können. Die Besucher erfahren spielerisch, wie das Gehirn die Energieverteilung steuert und warum zum Beispiel durch Stress ein Energiestau im Körper entstehen kann, der langfristig zu Übergewicht führt. Wie man sein persönliches Risiko für Alterszucker senken kann, erläutern Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung.

Erkenntnisse aus Chronobiologie und –medizin präsentiert die Morphisto GmbH. Dieser Wissenschaftszweig erforscht, wie die Körperfunktionen des Menschen durch seine biologische Uhr beeinflusst und wie diese Erkenntnisse zur Steigerung von Gesundheit und Wohlbefinden eingesetzt werden können.

Oft beginnt Gesundheit mit Vorsorge und Aufklärung. Das Tsunami-Frühwarnsystem des Deutschen GeoForschungsZentrums (GFZ) im Indischen Ozean kann Erdbeben und Flutwellen nicht verhindern. Doch Aufklärung kann Leben retten und Krankheit vermeiden: Wissenschaftler des GFZ informieren über Maßnahmen und Verhalten bei Erdbeben und Tsunamis.

„Ich spende, also bin ich!“

Anlässlich des Tags der Organspende, am 4. Juni 2011, informieren Experten und das „Organ-Scan-Team“ der Universitätsmedizin Mainz über die Transplantationsmedizin. Mainzer Schülerinnen und Schüler präsentieren künstlerisch und informativ, was es heißt zu sagen: „Ich spende, also bin ich!“

Auch das Wissenschaftsjahr 2011 „Forschung für unsere Gesundheit“ ist beim Wissenschaftssommer zu Gast. Bei Mitmach-Aktionen können Besucherinnen und Besucher Fragen zur Gesundheitsforschung stellen und mitdiskutieren. Interaktive Exponaten lassen sie Gesundheitsforschung mit allen Sinnen entdecken. Vorgestellt wird auch die Forschungsbörse des Wissenschaftsjahres, die Schulen und Gesundheitsexperten zusammenbringt.

Physik und Bewegung

Selbst aktiv werden dürfen die Besucherinnen und Besucher auch beim Science Center Dynamikum aus Pirmasens. Dort erleben sie die unterschiedlichsten physikalischen Phänomene rund um das Thema Bewegung. Sie können mit dem Luftkissenfahrrad reibungsfrei über dem Boden schweben, herausfinden, warum der Kreiselkoffer so widerspenstig reagiert, wenn man mit ihm um die Kurve geht oder anhand eines Partnerpendels erleben, wie sich beim gekoppelten Pendel die Energie von einem Pendel auf das andere überträgt.

Mit anderen Augen sehen

Einen ganz anderen Zugang zur Wissenschaft ermöglicht die Max-Planck Gesellschaft mit ihrer Ausstellung „Bilder aus der Wissenschaft“. Mit unterschiedlichsten Methoden werden heute in der Wissenschaft Bilder erzeugt. Oft machen sie „Unsichtbares“ sichtbar. Neben der rein wissenschaftlichen Dokumentation der Forschungsobjekte entstehen dabei oft Bilder mit überraschend ästhetischen Formen und Strukturen: abstrakte Kunstwerke aus einer fremden, dem menschlichen Auge normalerweise verborgenen Welt. Die Auswahl im Kurfürstlichen Schloss Mainz zeigt vor allem Motive aus dem Bereich der Gesundheitsforschung.

Was Wann Wo

Wissenschaftsausstellung

04. – 05. Juni 2011
11.00 – 19.00 Uhr
06. – 09. Juni 2011
9.30 – 19.00 Uhr

Kurfürstliches Schloss
Diether-von-Isenburg-Straße
55116 Mainz

Führungen

Schulklassen der Mittel- und Oberstufe können sich zu kostenlosen Führungen
durch die Ausstellung anmelden.

Hinweis

Wegen der großen Nachfrage wird es zusätzliche Führungen für Schulklassen geben. Schulklassen können aber auch ohne Führung die Ausstellung auf dem Wissenschaftssommer besuchen.

 
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