Die Vorträge im Kurfürstlichen Schloss betrachten Gesundheit aus ganz verschiedenen Perspektiven. Foto: David Ausserhofer/WiD

 

Von Gesundheitskonzepten der Antike bis zur
modernen Medikamentenentwicklung

Vorträge und Diskussionen im Schloss

Von 5. bis 8. Juni lädt die Union der deutschen Akademien der Wissenschaft zu einer Vortragsreihe zum Thema Gesundheit ein. Die Reihe spannt den Bogen von Gesundheitskonzepten der Antike bis hin zu neusten Erkenntnissen der Medikamententwicklung. Zur Sprache kommen auch Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der „neuen“ Volkskrankheiten Diabetes mellitus und der Demenzerkrankungen. 

Auf der Suche nach Therapien bei Diabetes mellitus

Weltweit ist die Wissenschaft auf der Suche nach neuen Behandlungsmöglichkeiten des Diabetes mellitus, weil immer mehr und in zunehmendem Maße jüngere Menschen betroffen sind. Elmar Peschke von der Universität Halle-Wittenberg, Leiter des Projekts „Zeitstrukturen endokriner Systeme“ der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, berichtet in seinem Vortrag über Melatonin-Insulin-Antagonismen und die mögliche klinische Bedeutung des Hormons Melatonin für den Diabetes mellitus.

Gesundheitswissenschaft in der griechisch-römischen Antike

Einen lehrreichen und amüsanten Blick auf die Idee von Gesundheit in der griechisch-römischen Antike verspricht der Vortrag des Hamburger Professors für Klassische Philologie, Christian Brockmann. Der Erhaltung von Gesundheit und der Vorbeugung gegen Krankheit kommen angesichts des demografischen Wandels und steigender Kosten im Gesundheitswesen immer größere Bedeutung zu. Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten und der zahlreichen Gesundheitsprogramme zur richtigen Lebensweise verweist der Projektleiter des Akademienvorhabens „Galen“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie auf die antike Konzeption einer ganzheitlichen Gesundheitswissenschaft, die alle Lebensbereiche zu fördern versprach.

Angst vor dem Vergessen

Aufgrund der demografischen Entwicklungen wird die Zahl an Demenzerkrankungen in den kommenden Jahrzehnten dramatisch ansteigen und unsere Gesellschaft vor große medizinische, ethische und ökonomische Herausforderungen stellen. Bereits heute geht man von 1,2 Millionen Erkrankten in Deutschland aus. Für den angemessenen Umgang mit Demenz wird künftig für Forschung und Therapie eine neuartige Form interdisziplinärer Zusammenarbeit nötig sein. Wie diese aussehen kann, darüber diskutieren Professor Dieter Sturma, Universität Bonn, Professor Wolfgang Maier, Universität Bonn, und Professor Andreas Bauer,Universitätsklinikum Düsseldorf. Die Veranstaltung wird moderiert von Dirk Lanzerath, Geschäftsführer des Deutschen Referenzzentrums für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE), einem Projekt der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.

Kampf der Viren

Vor einigen Jahren wurde erstmals darüber berichtet, dass HIV-Patienten offenbar länger leben, wenn sie ein zweites Virus, das GB-Virus C, in sich tragen. Befallen HIV und GB-Viren gleichzeitig einen Organismus, konkurrieren sie miteinander. Ein Oberflächenprotein verhindert die Aufnahme des Aids-Erregers in die Wirtszelle und somit dessen Vermehrung. Solche Mechanismen bezeichnen Experten als virale Interferenz. Sie tragen zur Entwicklung neuer viruswirksamer Medikamente bei, wie der Vortrag von Dr. Heide Reil, Mitarbeiterin im Projekt „Neue persistierende Viren“ der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz, in anschaulicher Weise zeigen wird.

Was Wann Wo

Vorträge und Diskussionen

05.–08. Juni 2011
jeweils 17.00-18.30 Uhr

05. Juni 2011
Auf der Suche nach Therapien bei Diabetes mellitus
ab 16 Jahren

06. Juni 2011
Gesundheitswissenschaft in der griechisch-römischen Antike
ab 12 Jahren

07. Juni 2011
Angst vor dem Vergessen
ab 16 Jahren

08. Juni 2011
Kampf der Viren
ab 16 Jahren

Kurfürstliches Schloss Mainz
Spiegelsaal
Diether-von-Isenburg-Straße
55116 Mainz

 
 Impressum | Disclaimer | Datenschutz