Monika Bürvenich
Entwicklungen und Ergebnisse der Wissenschaftsjahre

Junge Menschen im Fokus


Ein erheblich gestiegenes Interesse der Öffentlichkeit an Themen aus Wissenschaft und -Forschung sowie eine deutliche Professionalisierung der Wissenschaftskommunikation in den vergangenen zehn Jahren konstatierte Monika Bürvenich, Wissenschaftliche -Referentin im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), in ihrem Vortrag über Erkenntnisse und Erfahrungen aus den Wissenschaftsjahren.

Die Wissenschaftsjahre werden seit dem Jahr 2000 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog durchgeführt. Sie umfassen seither jeweils eine ein Jahr währende Kampagne für eine bestimmte Disziplin. Die jeweiligen Partner aus Fachgesellschaften und Communities gaben jedem Jahr ein ganz eigenes Gesicht.

Rund 1 000 Veranstaltungen, so Bürvenich, werden jährlich in allen Ecken der Republik organisiert: Lesungen in Buchläden, Theateraufführungen, Literaturfestivals, Schüler- und Hochschulwettbewerbe, kleinere und größere Wissenschaftsfestivals, Quizveranstaltungen und Kunstausstellungen gehören mittlerweile zum Repertoire. Das Wissenschaftsjahr selbst sei kein Format der Wissenschaftskommunikation, sondern verstehe sich vielmehr als Plattform für Veranstaltungen aus Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft und Kultur. Das BMBF biete den kommunikativen Rahmen, ein Dach, unter dem die Veranstaltungen präsentiert werden. Als Veranstalter trete das BMBF kaum auf: „Das Jahr lebt von den Veranstaltungen der Partner.“

Besucherzahlen sind ständig gestiegen

Welche Erfolge sich verzeichnen lassen? Die Besucher- und auch die Medienresonanzzahlen seien ständig gestiegen, sagte Bürvenich. Im Einsteinjahr habe man mehr als drei Millionen Besucher zählen können, die Studienanfängerzahlen nach dem Jahr der Physik 2000 seien „erheblich nach oben gegangen“, und den im Jahr der Technik 2004 erstmals entwickelten „Tag der Technik“ gebe es noch heute Jahr für Jahr. Allerdings: Die so genannten bildungsfernen Schichten werden laut Evaluationen des BMBF auch von Veranstaltungen der Wissenschaftsjahre nicht gut erreicht, ein Problem, mit dem die Wissenschaftskommunikation insgesamt zu kämpfen habe. Und: Das Interesse der Öffentlichkeit sei zuweilen unspezifisch und oberflächlich. Deshalb soll in Zukunft der direkte Dialog zwischen Forschern und Öffentlichkeit ausgebaut werden. Und noch stärker als bisher soll auf junge Menschen fokussiert werden. Im Jahr der Mathematik habe diese Strategie bereits erste Erfolge gezeigt: „In den Schulen ist das Mathejahr tatsächlich angekommen.“

Monika Bürvenich ist Wissenschaftliche Referentin im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

 
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