Plenarvortrag - Einführungsvortrag
Politik: Erwartungen und Anforderungen an die Wissenschaftskommunikation
Referentin: Dr. Susanna Schmidt, Leiterin der Abteilung Strategien und Grundsatzfragen im Bundesministerium für Bildung und Forschung
(Forschungs-)Politik hat eine Bringschuld gegenüber der Gesellschaft. Daher muss Politik auf die Bürgerinnen und Bürger zugehen und den Dialog suchen, um Forschungsinhalte zu vermitteln. Kommunikation und Dialog von Beginn an muss das Ziel sein, wenn es um Entscheidungen für Zukunftstechnologien geht. Die Politik ist also selbst Akteur auf dem Gebiet der Wissenschaftskommunikation. Das BMBF nimmt diese Verantwortung mit verschiedenen Aktivitäten wahr: allem voran den Wissenschaftsjahren und den Bürgerdialogen. Die Wissenschaftsjahre stellen ein zukunftsrelevantes Thema in den Mittelpunkt und organisieren zu diesem Thema vielfältige Informationen und Veranstaltungen. Mit den Bürgerdialogen schafft das BMBF ein Forum, in dem Bürger untereinander sowie mit Entscheidungsträgern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft diskutieren.
Damit Wissenschaftskommunikation gelingen kann, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: Wissenschaft und Forschung sollten fest zum Kanon der schulischen Bildung gehören. Wissenschaftskommunikation ist gleichzeitig darauf angewiesen, dass Forscherinnen und Forscher sich aktiv einbringen. Für die Zukunft stehen zwei wesentliche Fragen im Fokus. Erstens: Wie kann es gelingen, Wissenschaftskommunikation nachhaltig zu verankern? Das heißt. Es muss mehr dabei herauskommen als ein Museumsbesuch pro Schulklasse, eine Nacht der Wissenschaften in den Städten, eine Projektwoche. Zweitens: Wie kann das diskursive Moment gestärkt werden? Wissenschaft darf nicht nur erklärt werden, sondern mögliche Auswirkungen müssen früher diskutiert, Grenzen und demokratische Spielregeln müssen im Diskurs ausgelotet werden.