Wissenschaft im Fernsehen

Eine Checkliste für den eigenen TV-Auftritt

Von Klaus Herkenrath

Wenn Wissenschaftler von Fernsehjournalisten gefragt werden, ob sie vor der Kamera Auskunft geben möchten, dann beginnt ein komplexer Entscheidungsprozess: Chancen und Risiken des TV-Auftritts sind individuell abzuwägen, und dabei interessiert nicht zuletzt, was vom Ergebnis dieses Auftritts, also von der Ausstrahlung im Fernsehen zu erwarten ist. Wie man sich generell auf einen TV-Auftritt vorbereiten kann, verrät Ihnen die folgende Checkliste.

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Allgemeine Vorbereitung

  • Nehmen Sie Kontakt zu Ihrer Pressestelle auf. Erstellen Sie gemeinsam mit Ihrer Pressestelle ein Expertenprofil zu Ihren Kompetenzfeldern in Forschung und Lehre.
  • Beraten Sie sich, ob, wo und unter welchen Umständen das Profil veröffentlicht bzw. angeboten werden kann/soll, z. B. auf Ihrer privaten oder dienstlichen Website oder bei Kontakten Ihres Pressesprechers mit Journalisten.
  • Nehmen Sie das Angebot Ihrer Universität wahr, an einem Medientraining teilzunehmen. Erarbeiten Sie sich dort, was ein Statement ist und wie Sie es selbst jeweils aktuell entwerfen können, damit Sie beim Dreh mitbestimmen, was möglich ist und was nicht.
  • Kein Format, das Wissenschaftsinhalte verbreitet, ist a priori ungeeignet, Sie und Ihre Botschaft angemessen zu präsentieren. Es kommt darauf an, was konkret geplant ist.

Konkrete Anfrage

Wenn Sie nun konkret gebeten werden, ein Statement vor der Kamera abzugeben, dann beachten Sie diese Aspekte:

  • Verwertungskontext klären: Lassen Sie sich Auftraggeber, Sender, Sendung und geplanten Sendetermin sowie Wunschtermin für den Dreh nennen.
  • Klären Sie Mehrfach-Verwertungspläne, z. B. auf anderen Fernsehkanälen wie ARD Digital, ZDF-Infokanal und auf den jeweiligen Internetauftritten.
  • Inhaltlichen Kontext klären: Lassen Sie sich über die Pläne zum Thema, zu Ihrer Rolle im Verhältnis zu anderen Akteuren vor der Kamera und zur Botschaft Ihres gewünschten Statements Beratung einholen: Wenn Sie Verwertungskontext und inhaltlichen Kontext kennen und für sich geklärt haben, wie Ihr Statement lauten könnte, beraten Sie sich mit Ihrer Pressestelle: Ist zu erwarten, dass der Dreh ein Ergebnis gemäß Ihrem Profil bringen wird?
  • Entlastung für den Drehtag organisieren: Delegieren Sie für den Drehtag alle mit dem Dreh verbundenen organisatorischen Aufgaben und teilen Sie dem Drehteam mit, wer die beauftragte Person ist.

Drehtag

  • Kleiden Sie sich nicht außergewöhnlich, sondern wie üblich und möglichst bequem. Tragen Sie mit Rücksicht auf Effekte im späteren TV-Bild idealerweise nichts Weißes, nichts Schwarzes, nichts Kleinkariertes.
  • Führen Sie am aufgebauten, ggf. ausgeleuchteten, drehbereiten Set mit Ihrem Interviewpartner ein kurzes, entspannendes Vorgespräch.
  • Halten Sie sich an Ihre eigene Planung.



Dieser Beitrag ist ein Ausschnitt aus dem Artikel „Wissenschaft im Fernsehen – Ein Überblick“, Handbuch „Wissenschaft kommunizieren“, E 15.1.

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Redaktion WiD: mba

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Zum Autor

Klaus Herkenrath, M. A. (Politikwissenschaften), PR-Berater DAPR, ist Koordinator des DFG-geförderten Projektes Sehen – Hören – Verstehen im Bereich Presse und Kommunikation der Universität Bonn. Zuvor hat er für andere Hochschulen PR konzipiert und umgesetzt sowie für Tageszeitungen und Formate der TV-Unterhaltung gearbeitet.

 
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