Checkliste

Fit bleiben nach dem Medientraining


Von Monika Wimmer, Wolfgang Richter, Sabine Fromm und Katja Flieger

Mit Medientrainings ist es wie mit Erste-Hilfe-Kursen. Die vielen praktischen Übungen führen meist schnell zu Aha-Erlebnissen und sehr guten Lerneffekten. Doch ohne regelmäßige Erste-Hilfe-Einsätze beziehungsweise ständige Pressekontakte fehlt es schnell an der notwendigen Routine. Um auch nach dem Workshop fit für die Medien zu bleiben, muss man das Gelernte also selber auffrischen.

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Haltung und Mimik

Üben Sie nach Möglichkeit vor dem Spiegel!

Haltung zeigen: der Kronen-Trick. Stellen Sie sich so hin, dass der Abstand zwischen den Füßen ungefähr Ihrer Hüftbreite entspricht. Verteilen Sie nun das Gewicht gleichmäßig auf beide Beine und Füße. Ziehen Sie die Schultern leicht nach hinten und unten. Dann stellen Sie sich vor, Sie tragen stolz eine Krone auf dem Kopf. In dieser Haltung strahlen Sie Selbstbewusstsein aus und können Ihren Standpunkt überzeugend vertreten.

Mimik entspannen. Legen Sie zunächst Ihre Stirn in Falten und lösen Sie die Spannung wieder. Danach kneifen Sie die Augen zusammen und öffnen sie wieder. Zum Abschluss noch einige Sekunden Naserümpfen und einen Schmollmund machen.
So entkrampfen Sie nicht nur ihre Gesichtsmuskulatur, sondern entspannen auch den Geist. Anstatt eines eingefrorenen Lächelns oder einer dauergerunzelten Stirn zeigt Ihr Minenspiel nun das, was Sie wirklich ausdrücken wollen.

Schwächen überprüfen

Neigen Sie zum Nuscheln? Fuchteln Sie öfters hektisch mit den Händen? Oder krallen Sie sich gerne mit aller Kraft am Rednerpult fest? Wer schon einmal ein Medientraining mitgemacht hat, kennt auch die eigenen eher ungünstigen Verhaltensmuster. Ansonsten: Bitten Sie Partner, Kollegen und Freunde um Rückmeldung über Ihre Körpersprache. Wenn Sie sich Ihrer Schwächen bewusst sind, können Sie diese auch vermeiden. Gelegenheit zum Üben bietet sich schon beim nächsten Gartenzaungespräch mit dem Nachbarn.

Checkliste: Interviews selbst testen

Sprache

  • Lautstärke: zu leise / zu laut
  • Sprechtempo: zu langsam / zu schnell
  • Aussprache: undeutlich / übertrieben
  • Modulation: monoton / unruhig
  • Pausen: zu wenige / zu viele
  • Länge der Sätze: zu kurz, abgehackt / zu lang, verschachtelt
  • Füllwörter („also“, „doch“): keine / sehr viele
  • Anzahl der „Äh“-Laute: keine / sehr viele


Körpersprache

  • Gestik: keine, eingefroren / zu viel, hektisch
  • Mimik: starr / übertrieben
  • Haltung (Oberkörper, Beine, Füße): steif / unruhig
  • Blickkontakt: zu wenig / „aufdringlich“


Inhalt

  • Argumentation: unstrukturiert / strukturiert
  • Beispiele: keine oder unpassende / viele gute
  • Verständlichkeit (Fachbegriffe ersetzt/erklärt, kein Nominalstil, aktive Formulierungen): unverständlich / verständlich, interessant

 

Dieser Beitrag ist ein Ausschnitt aus dem Artikel „Fit bleiben nach dem Medientraining – Auffrischungsübungen zum Selbermachen“, Handbuch „Wissenschaft kommunizieren“, J 1.2.

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Die Autoren

Monika Wimmer, Wolfgang Richter, Sabine Fromm und Dr. Katja Flieger sind
ausgebildete Wissenschaftsjournalisten. Sie arbeiten für Tageszeitungen und Magazine wie die Süddeutsche Zeitung, ZEITWissen und bild der wissenschaft ebenso wie für Hörfunk- und Fernsehredaktionen von BR, WDR und rbb. Zudem verfügen sie über langjährige Erfahrung in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Medizin und Wissenschaft.

Gemeinsam haben sie 2004 das Unternehmen „Medientraining für WissenschaftlerInnen“ gegründet. In ihren Workshops geben sie weiter, wie man die Hürden in der Kommunikation zwischen Wissenschaft und Medien überwindet.

Medientraining

Zu diesem Thema siehe auch unsere Rubrik Medientraining

 
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