Von Thomas Vogt
Viele Forschungsthemen, ja ganze Disziplinen, gelten als schwer vermittelbar. Ein Beispiel: die Mathematik. Dennoch gibt es Mittel und Wege, auch schwierige Themen an den Mann – und an die Frau! – zu bringen. Das hat unter anderem das Wissenschaftsjahr 2008, das Jahr der Mathematik, gezeigt, in dem teilweise ganz neue Wege der Wissenschaftskommunikation beschritten wurden. Aus den Erfahrungen des Jahres der Mathematik können auch andere, als „sperrig“ geltende Fächer, lernen.
Was sind die Vor- und Nachteile des Themas, was sind die Vorurteile
gegenüber dem Fach, den Fachvertretern? Wie ist die öffentliche Meinung?
Gibt es bereits Analysen der Situation? Vor dem Kommunikationsversuch schwieriger Themen sollte – wie am Anfang eines jeden Kommunikationsprojekts – eine Analyse der Ist-Situation stehen. Manchmal lassen sich in Bibliotheken sogar wissenschaftliche Analysen aus den Sozial- oder Kommunikationswissenschaften zum Thema finden, die sich verwerten lassen – und wenn es „nur“ eine Magister- oder Doktorarbeit ist. In jedem Fall sollten die am Projekt Beteiligten sich selbst über wesentliche Punkte im Klaren sein, zum Beispiel:
[...]
Vorher möglichst genau definieren, wer und was erreicht werden soll. Nur dann ist der Erfolg auch messbar. Aber: Auf dem Teppich bleiben! Keine überzogenen Erwartungen an die Wirkung von Kommunikationsmaßnahmen stellen. Steigende Studierendenzahlen in einem schwierigen Fach z. B. können nur mittel- bis langfristig und im Zusammenspiel vieler Kräfte – Politik, Universitäten, Unternehmen – erzielt werden.
Es ist wichtig, sich im Vorfeld klar darüber zu werden, was genaukommuniziert werden soll. Aus den Kommunikationszielen lassen sich dann Zielgruppen und Maßnahmen ableiten. Sie sind zudem Voraussetzung für das spätere Messen des Erfolgs, die Evaluation. Aus der oben skizzierten Analyse lassen sich für die Mathematik folgende Kommunikationsziele benennen:
[...]
Dieser Beitrag ist ein kleiner Ausschnitt aus dem Artikel „Kein X für ein U vormachen – 10 Gebote zur Kommunikation sperriger Themen am Beispiel der Mathematik“, Handbuch „Wissenschaft kommunizieren“, E 14.4.
Online-Bibliothek „Wissenschaft kommunizieren“
Redaktion WiD: mba
Thomas Vogt, Jahrgang 1967, studierte Geologie, Germanistik und Wissenschaftsjournalismus. Nach dem Studium war er mehrere Jahre Wissenschaftsjournalist im Forschungszentrum Jülich und beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Anschließend war er Pressesprecher der IVU Traffic Technologies AG und der Leibniz-Gemeinschaft. Im Jahr der Mathematik koordinierte er im Namen der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV) die Erstellung von Texten (print und online) für tagesaktuelle Medien. Seit 2009 ist Thomas Vogt Pressesprecher der DMV.