Tipps für die Praxis

Was es zu kommunizieren lohnt

Von Andreas Archut

Nicht nur der Beginn und der Abschluss eines Forschungsprojekts sind gute Zeiten für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Manchmal gibt es während des Projektes – geplant oder ungeplant – Ereignisse, die Anlass für eine Berichterstattung geben können. Dies kann die unerwartete Entdeckung eines Originaldokuments in einem Archiv sein oder der Aufbruch zu einer Forschungsexpeditionen, der Start eines Forschungssatelliten, der Beginn einer Messkampagne etc. Besonders dann, wenn sich diese Ereignisse filmen oder fotografieren lassen, fällt es Ihrer Pressestelle leichter, das Forschungsprojekt der Öffentlichkeit „schmackhaft“ zu machen. Seien Sie also offen für solche Gelegenheiten, sprechen Sie darüber mit Ihrer Pressestelle. [...]

Ist mein Thema überhaupt ein Thema?

Von Ferdinand Knauß

  • Möchte ich das selbst gerne lesen?
  • Was lernt man aus der Geschichte? (Relevanz für die Leser)
  • Ist das nicht schon allgemein bekannt? (Exklusivität)
  • Warum gerade jetzt? (Aktualität)
  • Sind der Autor und seine Quellen verlässlich? (Authentizität)
  • Kann der Autor gut schreiben? (Aufbau, Wortwahl)
  • Gibt es dazu attraktive Bilder?
  • Abwechslung! Niemals zwei ähnliche Themen hintereinander.

So können Sie die Relevanz prüfen

Kriterien, anhand derer Wissenschaftler den Medienbezug und die Medienrelevanz ihres Themas prüfen können.  
Denn nicht allein Aktualität entscheidet darüber, ob Journalisten Ihr Forschungsergebnis für eine Berichterstattung aufgreifen. Auch ein Bezug zum jeweiligen Medium bzw. zum Ressort sollte gegeben sein.

Wie relevant ist das Thema?

  • Warum sollte die Öffentlichkeit meine Nachricht kennen?
  • Wodurch ist meine Nachricht über die Fachwelt hinaus interessant?
  • Was ist das Besondere, Einzigartige, Spannende, Ungewöhnliche an meiner Forschung bzw. ihren Ergebnissen? Erfährt die Öffentlichkeit einen neuen Aspekt über eine bekannte Sache? Ist der Zeitpunkt für meine Nachricht der richtige?
  • Welche Bezüge gibt es zu aktuellen Diskussionen in der Öffentlichkeit?
  • Welche Vorteile hat mein Forschungsansatz u. U. gegenüber anderen?
  • Welche (evtl. die Allgemeinheit beunruhigenden) Folgen könnte meine Arbeit haben?
  • Welchen Nutzen, welche Alltagsrelevanz hat meine Forschung?
  • An welche Alltagserfahrungen kann ich anknüpfen?
  • Gibt es treffende Vergleiche? Wie kann ich auch komplizierte Vorgänge anschaulich machen? Was wären konkrete Beispiele?
  • Wird die Öffentlichkeit von meiner Nachricht berührt, durch sie unterhalten?
  • Könnte sich der Leser, Hörer oder Zuschauer fragen, wer eigentlich meine Arbeit bezahlt und ob das sinnvoll ist?

Zu welchem Medium passt das Thema?

  • Ist die Information lokal, überregional oder gar international von Bedeutung?
  • Gibt es einen inhaltlichen Bezug zur Region?
  • Schlägt das Thema eine Brücke zu wissenschaftsfremden Ressorts?
  • Gibt es einen deutlich sichtbaren Alltagsbezug? 
  • Hat die Information eine persönliche Komponente? 
  • Kann man sich – im wahrsten Sinne des Wortes – vor Ort davon ein Bild machen?
  • Kann man eine Geschichte dazu erzählen, mit einer Entwicklung, die eine gewisse Dramatik enthält? 
  • Hilfreich ist auch, die momentan von den Medien bevorzugt dargestellten Themen zu kennen und neue Gesichtspunkte, neue Informationen dazu anzubieten.


    Die Checklisten wurden zusammengestellt von Susann Morgner, Geschäftsführerin der con gressa GmbH, Agentur für Wissenschaftskommunikation und Veranstaltungsorganisation.

    Online-Bibliothek „Wissenschaft kommunizieren“

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