Newton und Einstein – endlich verständlich: Warum ein schwerer Ball nicht schneller auf dem Boden landet als ein kleinerer und leichterer Ball - dies und vieles andere aus der Welt Newtons und Einsteins erläutert das Team vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik. Foto: Ilja Hende/WiD

Wissenschaft interaktiv“ 2009

Mit Newton und Einstein zum Sieg

Die Saarbrücker haben entschieden: Mit Mathematik und Physik zum „BeGreifen“ am Beispiel der Gravitationstheorien von Newton und Einstein  gewann das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in diesem Jahr den Preis „Wissenschaft interaktiv“. Der mit 10.000 Euro dotierte Publikumspreis, der gemeinsam von der Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD) und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft ausgeschrieben wird, ging in diesem Jahr an ein Team aus jungen Wissenschaftlern und Öffentlichkeitsarbeitern des Potsdamer Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik.

Zu diesem Erfolg hat auch eine Besonderheit des Projekts beigetragen: Die Experimente wurden von AbiturientInnen und jungen StudentInnen betreut, die als ‚Lotsen’ die Zusammenhänge erläuterten und ihre Begeisterung für Mathematik und Physik an die Besucher übertrugen.

Bewegliche Uhren, Einsteins gekrümmte Raumzeit-Matratze, Newtons Apfelbaum und Fallexperimente: Auf einem Stand beim Wissenschaftssommer in Saarbrücken wurden die beiden Theorien und der ‚Newtonsche Limes’ – der Zusammenhang zwischen den Theorien –  anhand von Experimenten gegenüber gestellt und sinnlich erfahrbar gemacht.

Gemeinsam mit zwei Teams aus Dresden und Kiel hatten es die Potsdamer Physiker und Mathematiker in dem Wettbewerb zuvor ins Finale geschafft und durften sich mit ihrem Projekt auf dem Wissenschaftssommer 2009 in Saarbrücken präsentieren. Die saarländischen Besucher des Wissenschaftsfestivals konnten vom 20. bis zum 24. Juni 2009 über die drei Finalisten urteilen und gaben ihre Stimme mehrheitlich dem Team aus Potsdam, das das Publikum mitnahm in die Welt von Newton und Einstein.

„Die hochkomplexen Ideen von Newton und Einstein werden von dem engagierten Potsdamer Team auf so spielerische und anschauliche Weise erläutert, dass selbst Kinder und Jugendliche einen Einblick in die Denkweise der großen Forscher bekommen. Es ist verblüffend, wie gut dem Team das gelungen ist“, sagt Christian Kleinert, Projektleiter „Wissenschaft interaktiv“ bei der Initiative Wissenschaft im Dialog. So können die Besucher ausprobieren, ob schwere und leichte Dinge unterschiedlich schnell zu Boden fallen und erkunden, wie sich ein gekrümmter Raum anfühlt. Die Grundidee der mathematisch hoch anspruchsvollen Allgemeinen Relativitätstheorie von Einstein wird für die Besucher so sinnlich erfahrbar.

Auch die Wissenschaftler selbst profitieren von der Interaktion mit dem Publikum: „Es bringt mich auf ganz neue Ideen für die eigene Forschung, wenn mir hier Kinder oder Menschen, die sonst nichts mit Wissenschaften zu tun haben, ihre Fragen stellen“, sagt die Mathematikerin Carla Cederbaum vom Gewinnerteam.

Die drei in Saarbrücken gezeigten Projekte gewährten Einblicke in völlig unterschiedliche Wissenschaftsbereiche: Das Team des DFG-Forschungszentrums für Regenerative Therapien in Dresden erläuterte in einem begehbaren Auge neue Therapien für Augenkrankheiten und ein Tandem aus Forschern und Öffentlichkeitsarbeitern an der Universität Kiel klärte auf über den Zusammenhang von Wind und Wüstenbildung.

Die nächste Ausschreibung des Wettbewerbs „Wissenschaft interaktiv – Publikumspreis des Stifterverbandes“ erfolgt im Herbst 2009.

 

 

 

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