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Das schwedische ‚Wissenschaftsbarometer’

14. April 2016

  • Erstellt von Ricarda Ziegler
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  • A Wissenschaftskommunikation
Der schwedische VA Barometer (Foto: WiD) Array

Der schwedische VA Barometer (Foto: WiD)

Natürlich gibt es nicht nur in Deutschland ein Survey, das regelmäßig Daten zur Bevölkerungsmeinung gegenüber Wissenschaft und Forschung erhebt. Die schwedische Organisation Vetenskap & Allmänhet (Wissenschaft & Öffentlichkeit) erfasst schon seit 2002, was die Schweden so über Wissenschaft denken und wie sie sich über aktuelle Forschung auf dem Laufenden halten.

Ansonsten ist das VA barometer vergleichbar mit unserem Wissenschaftsbarometer – es werden jährlich circa 1000 Personen in Telefoninterviews befragt und die Daten so gewichtet, dass die Ergebnisse repräsentativ für die jeweilige Bevölkerung sind.

Und was meinen die Schweden nun über Wissenschaft und Forschung?

Im Vergleich zu Deutschland stehen die Schweden Wissenschaft und Forschung wohl noch ein wenig optimistischer gegenüber: Rund 80 Prozent der schwedischen Befragten sind der Meinung, dass wissenschaftliche oder technische Entwicklungen in den letzten 10 bis 20 Jahren das Leben der Menschen besser gemacht haben. In unserem Wissenschaftsbarometer 2015 antworteten 65 Prozent, dass ihrer Meinung nach Wissenschaft mehr nützt als schadet. Sehr ähnlich sind dagegen die Ergebnisse auf die Fragen nach den wichtigsten und interessantesten Forschungsbereichen: In beiden Ländern stimmen jeweils 47 Prozent für Gesundheit bzw. Gesundheit und Ernährung, dann folgen die Themen Energie und Klima.

Beide Surveys widmen sich auch der Frage des Einbezugs von Bürgerinnen und Bürgern in Wissenschaft und Forschung. Auch wenn sich aufgrund unterschiedlicher Fragestellungen keine direkten Vergleiche ziehen lassen, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die schwedische Öffentlichkeit der Beteiligung in Wissenschaft und Forschung noch mehr Bedeutung zumisst – immerhin 56 Prozent antworteten 2015, dass sie es für wichtig halten und interessiert daran wären, auch persönlich zu partizipieren. In der letzten Umfrage des Wissenschaftsbarometers stimmten 42 Prozent der Aussage zu, dass die Öffentlichkeit nicht genügend in Entscheidungen über Wissenschaft und Forschung einbezogen werden und 34 Prozent antworteten, dass sie es für wichtig halten, dass Leute wie sie in Entscheidungen über Wissenschaft und Forschung einbezogen werden.

Außerdem beinhaltet das VA Barometer eine weitere interessante Frage: Die Befragten werden aufgefordert, die jeweils ersten Begriffe zu nennen, die ihnen einfallen, wenn sie das Wort Wissenschaft (eine Hälfte der Befragte) oder Forschung (andere Hälfte der Befragten) hören. Spannend an dieser sogenannten Split-Ballot-Frage ist, dass zwar Begriffe wie Fortschritt, Medizin, Verbesserung oder Wissen sowohl bei der Frage nach Wissenschaft und nach Forschung genannt werden; eher negative Assoziationen wie teuer, vage oder schlecht bezahlt aber eher mit dem Begriff Forschungverbunden werden. Vielleicht ja auch eine spannende Frage für eine der zukünftigen Erhebungen des deutschen Wissenschaftsbarometers.

Alles zum deutschen Wissenschaftsbarometer unter www.wissenschaftsbarometer.de

Die englischen Informationen zum VA Barometer 2015/16 finden sich hier.


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