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Drohnendämmerung? Wie sich Jugendliche die Zukunft mit Drohnen vorstellen

12. November 2020

  • Erstellt von Nico Dannenberger
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Leipzig im Jahr 2045 – eine sprechende Drohne liefert einem Mann die Zeitung ins Haus, eine andere transportiert ihn zum Rathaus. Array

Eine Zeitreise in das Jahr 2045 – Der Comic "Drohendämmerung" entstand in gemeinsamer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Foto: Markus Färber / Philipp Schrögel

Eine mitfühlende KI, die unliebsame Passagiere aus dem Flugtaxi wirft, technische Unfälle und Demonstrationen gegen den Verlust von Arbeitsplätzen: Das sind nur drei dystopische Szenarien, denen unsere Gesellschaft beim Einsatz von Transport- und Lieferdrohnen entgegensehen könnte. So jedenfalls sehen es Kinder und Jugendliche zwischen zehn und dreizehn Jahren beim Comic-Workshop des Projekts Sky Limits. Mit Wissenschaftskommunikator Philipp Schrögel als Moderator des Workshops und dem Comic-Zeichner Markus Färber sprachen sie darüber, wie sie sich den Alltag mit Drohen vorstellen und welche Konflikte zwischen Mensch und Technik sie voraussehen. In fünf Comics skizzierten Jugendliche ihre durchaus auch hoffnungsvollen Visionen: Unter anderem übernehmen Drohnen wichtige Aufgaben wie medizinische Versorgung oder den Postbetrieb und tragen zu besseren Lebensbedingungen bei – schnell, effizient und unkompliziert.

Entstanden ist der Comic „Drohnendämmerung", den Philipp Schrögel und Markus Färber auf Basis der Skizzen erstellt und zu einer zusammenhängenden Geschichte entwickelt haben. Die Handlung ist ebenso ambivalent wie diffus. Sie illustriert die vielen Vor- und Nachteile von Drohnen im gesellschaftlichen Leben der Zukunft. Denn klar ist: Lieferdrohnen und Flugtaxis würden unsere Welt ganz schön auf den Kopf stellen. In welchen Bereichen Transportdrohnen tatsächlich eingesetzt werden, wie diese sich auf unser tagtägliche Leben auswirken und ob die Gesellschaft überhaupt den Einsatz befürwortet ist dabei noch weitestgehend unklar. Umso wichtiger ist es daher, schon frühzeitig darüber nachzudenken und die Wünsche und Ängste der Menschen mit in den Prozess aufzunehmen.

Der Mann hat einen Termin bei der Bürgermeisterin für einen Kompromiss mit der Stadtverwaltung. Er blickt auf eine Zeitung voller Nachrichten mit Drohnen und erinnert sich an Proteste wegen Arbeitslosigkeit durch Drohnen.
Im Comic erleichtern Drohnen den Menschen das alltägliche Leben, verursachen aber auch gesellschaftliche Unruhen. Foto: Markus Färber / Philipp Schrögel

Tatsächlich ist die technische Entwicklung bereits so weit fortgeschritten, dass Transportdrohnen bald verschiedenste Aufgaben übernehmen könnten: Pakete und Essen ausliefern, Verletzte bergen oder uns in den Urlaub fliegen sind einige Beispiele. Weit weniger erforscht ist aber die Frage nach ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz. Und während Forschung, Wirtschaft und Politik schon intensiv über eine Drohnennutzung diskutieren, findet eine gesellschaftliche Debatte dazu bislang kaum statt.

Die Frage nach der gesellschaftlicher Akzeptanz von Transportdrohen ist ein Schwerpunkt des Forschungsprojekts Sky Limits von Wissenschaft im Dialog und der Technischen Universität Berlin. Zu den bisherigen Arbeiten gehören eine umfassende Literaturanalyse zur Sichtung des status quo und eine Stakeholderanalyse zur Klärung der relevanten Fragestellungen. Mit einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage ermittelten die Wissenschaftler im Januar 2020 die Einstellung der Bevölkerung gegenüber der Drohnentechnologie. Mit partizipativen Formaten will Sky Limits Interessierten die Möglichkeiten geben, sich nicht nur über den Stand der Forschung und Entwicklung zu informieren, sondern den Prozess für eine mögliche Drohnennutzung aktiv mitzugestalten. Das Projekt Sky Limits wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Innovations- und Technikanalyse gefördert.

"Drohnendämmerung" von Markus Färber und Philipp Schrögel


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