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Nachgefragt – bei Robert Arlinghaus

07. Juli 2020

  • Erstellt von Sina Metz
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  • v Nachgefragt
Porträtfoto von Robert Arlinghaus. Array

Foto: IGB/David Ausserhofer

In der Reihe „Nachgefragt“ stellen wir in loser Folge Menschen vor, die in der Wissenschaftskommunikation arbeiten. Mit 17 Fragen - und 17 Antworten, mal ernsthaft, mal humorvoll.

In der Ausgabe Fünfundfünfzig sprechen wir mit dem diesjährigen Communicator-Preisträger Robert Arlinghaus.

Gute Kommunikator*innen brauchen …?

... viel Spucke, Lust am Zuhören und Tippen, eine Geschichte und Humor.

Was hat Sie dazu bewogen, in der Wissenschaftskommunikation zu arbeiten?

Die Überzeugung, dass unsere Forschungserkenntnisse Menschen (in meinem Falle Angler und Fischer) interessiert und die Nachhaltigkeit der Fischerei voranbringen kann.

Ihr Arbeitsalltag in drei Schlagworten?

Kommunizieren, Anleiten, Lesen

Was war Ihr schönstes Erlebnis als Kommunikator*in?

Dass nach vielen Jahren eine bestimmte von uns vertretende Auffassung ihren Niederschlag in einer Novellierung eines Landesfischereigesetzes gefunden hat. 

Alternativ: Die Rückmeldung von Zuhörern oder Lesern: „Ihre Ausführungen haben mich begeistert/waren sehr interessant. Vielen Dank dafür!“.

Was war Ihr größtes Kommunikationsdesaster?

Ich habe voller stolz neue auf Comics basierende Erklärfilme, die für die Zielgruppe Angler*in entwickelt wurden, dort sehr gut funktionierten und die viel Ironie, Sarkasmus und Überspitzung enthielten, im akademischen Kontext vor Studierenden aufgeführt. Die Drehbücher wurden zusammen mit meiner weiblichen PR-Assistentin und einem großen professionellen Produktionsteam entwickelt. Ergebnis: Unterstellung eines problematischen Frauenbildes und Empfehlung, diese Filme nie wieder an der Universität oder vergleichbaren Kontexten aufzuführen. Diese Empfehlung habe ich bis heute nicht verstanden, aber akzeptiert.

Welche Ihrer Eigenschaften stört Sie im Arbeitsalltag am meisten? 

Morgenmuffel und eigentlich nicht technikaffin.

Mit welcher (historischen) Person würden Sie gerne essen gehen?

Charles Darwin

Ihre Lieblingswissenschaft?

Fischereibiologie.

Welches Forschungsthema würden Sie äußert ungern kommunizieren?

Corona und andere globale Krankheiten

Ohne Hindernisse wie Geld oder Zeit: Welches Projekt würden Sie gerne umsetzen?

Ein globalumspannendes Fischverhaltensprojekt, das die Frage klärt, ob wir Menschen systematisch scheue Fische hervorgebracht haben.

In welchem Bereich würden Sie gerne arbeiten, wenn nicht in der Wissenschaftskommunikation?

Da, wo ich jetzt bin. Ich arbeite in der Fischereiforschung, Wissenschaftskommunikation ist nur mein Hobby.

Wissenschaftskommunikation im Jahr 2030 ist …

... allgemein akzeptierter Bestandteil aller Lehrstühle.

Was halten Sie für die größte Errungenschaft der Wissenschaftsgeschichte? 

Die Entdeckung der Evolutionstheorie.

Wie haben Sie sich als Kind die Zukunft vorgestellt?

Daran kann ich mich nicht erinnern.

Wie bekommen Sie bei Stress am besten Ihren Kopf frei?

Ich gehe Angeln.

Ich stehe gerne Rede und Antwort zu…?

... allen Fragen, die mit Fischen und Angeln zu tun haben.

Wem würden Sie den Fragebogen gerne schicken und welche Frage würden Sie dieser Person gerne stellen?

Christian Drosten – macht Ihnen die Wissenschaftskommunikation noch Spaß?

Robert Arlinghaus

Robert Arlinghaus ist Professor für Integratives Fischereimanagement an der Humboldt-Universität zu Berlin und Arbeitsgruppenleiter am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB). Er studierte zunächst Umwelttechnik und später Agrar- und Fischereiwissenschaften an der Technischen Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten erhielt er mehrere renommierte Preise. 2020 zeichneten ihn die DFG und der Stifterverband für seine Wissenschaftskommunikations-Aktivitäten mit dem Communicator-Preis aus. Er ist Herausgeber der Fachzeitschrift Fish and Fisheries.


1 Kommentare

  1. Dieter Knörnschild vor 2 Wochen

    Gibt nicht viele, die so gut wie er in diesem Fachgebiet sind; aber er ist sicherlich mit Abstand der beste.

    Es hat mich sehr gefreut, dass ich mit ihm persönlich habe sprechen dürfen.

    Seine Arbeit: Wissenschaftlich fundiert aber für den "einfachen Mann auf der Straße" ( sprich: den Angler am Wasser) voll verständlich.

    Einfach TOP

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