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STATE-Festival: Hipster meets Wissenschaft

09. November 2016

  • Erstellt von Florian Bögner, Esther Kähler
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  • A Wissenschaftskommunikation
  • z Meinungen
STATE of Emotions – Das Wissenschafts- und Kunst-Festival fand vom 3.11. - 5.11. in Berlin statt Array

STATE of Emotions – Das Wissenschafts- und Kunst-Festival fand vom 3.11. - 5.11. in Berlin statt

Eine Baustelle am Gleisdreieck. Der Berliner erwartet dort einen Club. Doch es ist der Ort des zweiten STATE-Festivals – das Kühlhaus. Unter dem Baugerüst durch geht es an dem dick eingepackten Sicherheitspersonal vorbei in den zweiten Stock. Hinter der Feuerschutztür steigt die Temperatur um einige Grad. Sollen wir die Jacke abgeben? Auf drei Floors erwarten uns Wissenschaft und Kunst. Das Motto des Festivals: STATE of Emotion  The Sentimental Machine

Von Smartphones und Gummirobotern

Jacken in die Garderobe und ran an die Wissenschaftler und Künstler. Doch wie erkennt man sie? Das ist gar nicht so leicht. Wir entdecken erst einmal viele Objekte  ohne Handlungsanweisung. Zum Beispiel Smartphones unter einem Hammer, über einem Wassertank oder vor einer Projektionsfläche mit vielen Gesichtsausschnitten. Auch Gummiroboter, Echobots oder kleine, verspielte Roboter wollen beschäftigt werden. 

Glücklicherweise steht eine Studentin neben den Gummirobotern vom Royal College of Art aus London. Sie erklärt uns, was wir tun können: In die Hand nehmen und die Luftpumpe drücken. Plötzlich leben sie! Zumindest empfinden wir es so. Und die Wissenschaft dahinter? Sie diente als Inspiration. So auch beim Smell Lab, wo man den Traumpartner via Geruchsprobe erschnüffeln kann.

Ein Gummiroboter, der durch einen Blasebalg zum Leben erwacht.
Ein Gummiroboter, der durch einen Blasebalg zum Leben erwacht.

Auf der Suche nach der Wissenschaft

Aus dem zweiten Stock hören wir, dass ein Vortrag beginnt. Quellen, Diagramme, Powerpoint. Da ist sie. Wir haben die Wissenschaft gefunden. Prof. Dr. Thomas Fritz erklärt auf der Bühne das Projekt “Jymmin”. Dabei sind Sportgeräte an Sounds gekoppelt. Die Sportler erzeugen durch ihr Training Musik. Dies steigert unter anderem Ausdauer und Motivation und erzeugt ganze Sinfonien. Bei unserem Versuch klingt es nach … Drum ‘n’ Bass …?

 

Wir sind nun glücklich. Wir haben die Wissenschaft gefunden. Doch wie zufrieden kann das STATE-Festival mit sich sein? Hat es seine Ziele erreicht? Im Festivalguide heißt es, das STATE ist ein “meeting ground for science, art and the public” und will, dass Besucher das offene, partizipative und interdisziplinäre Festival erkunden, genießen und sich einbringen. Die Festivalsprache ist englisch und das Publikum vornehmlich zwischen 25 und 35 Jahre alt. Und wir geben unser Bestes: knacken den Highscore bei der Gefühlserkennung-App, löchern die Wissenschaftler/Künstler mit Fragen und lauschen mit einem Brownie in der Hand den Vorträgen. 

Orientierung auf der Baustelle

Doch ganz so entspannt war es nicht, denn der Veranstaltungsort hat die Ausstellung eingeschränkt. Vieles ist gleichzeitig passiert und durch den offenen Raum hören wir jeden Beitrag auf allen Floors. So ist es für uns schwierig Vortragenden zu folgen. Die Idee der Zukunft kam vom Futurium: Workshop durch Stellwände abgrenzen. Simply clever.

Was wir auch clever finden würden: Führungen durch das STATE. Denn die Baustelle zieht sich bis in die Kuration: Wir vermissen einen roten Faden und wissenschaftliche Tiefe. EineFührung könnte einen Orientierungsvorschlag bieten. Was sagen uns die Gesichtsausschnitte an der Wand? Welche Funktion haben die verspielten Roboter? Wie hängen diese untereinander zusammen? Welche Erkenntnisse können sich aus den Paaren im Smell Lab ergeben?

Roboter auf einer Spielwiese, die gerne gekuschelt werden.
Roboter auf einer Spielwiese, die gerne gekuschelt werden.

Doch wünscht sich außer uns noch jemand Orientierung? Wir hatten den Eindruck, dass es eine Veranstaltung von der Science und Art-Community für die Science und Art-Community ist und das Festival “the public” nicht abgeholt hat. Hier treffen nicht Wissenschaftler auf Künstler, sondern eine eigene Disziplin hat sich herausgebildet - Science Art - deren Gemeinschaft sich hier trifft. Doch für die interessierte Öffentlichkeit, wäre eine Orientierung hilfreich. 

Wir hoffen, dass die Baustelle nicht Stil wird und freuen uns auf ein STATE 2017.  Dann vielleicht mit einer geführten Tour? ;-)


2 Kommentare

  1. STATE Festival am 10.11.2016

    Schön, dass Ihr uns besucht habt und danke für Eure Kritik, der wir uns annehmen werden. Freue am Entdecken ist beim STATE Festival sicherlich nötig, doch für die Orientierung helfen unsere vielen Mediatoren, die Rezeption - und das Programmheft. Ein Blick dort hinein hätte vielleicht auch ergeben, dass nicht 3 sondern 4 Ebenen bespielt wurden und auf unserem Konferenz-Floor über 20 weltweit führende Wissenschaftler ihre Forschung in Vorträgen und Panel-Diskussionen präsentierten. Es gibt aber alle Konferenzbeiträge auf unserem Youtube-Kanal noch einmal zum ansehen: https://www.youtube.com/channel/UCGpBlIpk6IMoWDRNJxlOjpg. Viel Spaß!

  2. Flo und Esther am 10.11.2016

    Vielen Dank für den Link! Dann können wir die Vorträge jetzt ansehen. Die 4. Ebene haben wir erst im Programmheft entdeckt ;)

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