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Twitterinterview zum #Wissenschaftsbarometer

21. November 2019

  • Erstellt von Online-Redaktion
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Foto: Thuy Anh Nguyen/WiD

 

Das Wissenschaftsbarometer 2019 ist erschienen. Wir haben mit unserem Geschäftsführer Markus Weißkopf (@m_weisskopf) und mit der Projektleiterin Ricarda Ziegler (@riziegler) über die Ergebnisse des Wissenschaftsbarometers und ihre Bedeutung für die Wissenschaftskommunikation gesprochen – im Live-Interview auf Twitter.

 

Herzlich willkommen beim #Twitterinterview mit @m_weisskopf & @riziegler zum #Wissenschaftsbarometer 2019. In der nächsten Stunde stehen sie uns Rede und Antwort. Habt ihr auch Fragen? Dann stellt sie unter #AskWissbaro. pic.twitter.com/Zwe0hKljoB

— wissimdialog (@wissimdialog) November 21, 2019

 

WiD: Wir legen gleich los: Für alle Newbies, könnt ihr nochmal kurz erklären, was das #Wissenschaftsbarometer so untersucht?

Ricarda: Es geht im #Wissenschaftsbarometer um generelle Einstellungen der dt. Bevölkerung gegenüber Wissenschaft u. Forschung. Die Ergebnisse sind bevölkerungsrepräsentativ. Mit ihrer Veröffentlichung liefert WiD eine Grundlage für faktenbasierte Diskussionen zu #Wisskomm.

WiD: In welche Richtung gehen denn die Fragen?

Markus: Die Fragen drehen sich um Folgendes: Interessiert #Wissenschaft die Deutschen? Wo kommen sie damit in Kontakt? Finden Sie Forschende vertrauenswürdig? Wie bewerten sie den Nutzen von W&F? Eher selten erfassen wir Einstellungen zu einzelnen wiss. Themen oder Forschungsbereichen.

WiD: Was sind für euch die wichtigsten Ergebnisse des diesjährigen #Wissenschaftsbarometer|s?

Markus: Eines der wichtigsten Ergebnisse ist sicherlich, dass 75 Prozent der Befragten sagen, dass Forschende sich öffentlich zu Wort melden sollen, wenn wiss. Erkenntnisse von der #Politik nicht berücksichtigt werden. (1/3)

Ricarda: Ebenso spannend: 61 Prozent der Befragten wertschätzen die #Wissenschaftsfreiheit. Zwei Drittel wollen aber auch, dass Forschung gesellschaftliche Probleme löst. Viele Befragte wollen und erwarten beides. (2/3)

Markus: Vielleicht keine ganz große Neuigkeit, aber wichtig: Das Interesse an #Wissenschaft und Forschung ist stabil und vergleichsweise hoch. Viele Befragte geben an, sich gerne in verschiedenen Formaten damit auseinandersetzen zu wollen. (3/3)

WiD: Wie steht es mit dem Vertrauen in #Wissenschaft und Forschung?

Ricarda: Die Ergebnisse zum Vertrauen in #Wissenschaft und Forschung im #Wissenschaftsbarometer 2019 sind stabil zu den Vorjahren. Erstmals abgefragt wurde Vertrauen im Vergleich zu #Wirtschaft, #Politik und #Medien. Dabei schneidet die Wissenschaft gut ab. 1/2

Markus: Außerdem zeigt das #Wissenschaftsbarometer, dass die Befragten Wissenschaftlern an öffentlichen Einrichtungen mehr vertrauen, als jenen, die in Wirtschaft und Industrie forschen. Die potenzielle Abhängigkeit von Geldgebern bleibt ‘wichtigster’ Grund für Misstrauen. 2/2

WiD: Unterscheiden sich die Ergebnisse zum Vertrauen für verschiedene Teile der Bevölkerung?

Ricarda: Ja, z.B. geben Männer in stärkerem Maße als Frauen an, #Wissenschaft und Forschung sowie Wissenschaftlern zu vertrauen. Befragte mit hohem formalen Bildungsniveau vertrauen ebenfalls eher mehr. Allerdings nicht bei Wissenschaftlern in Industrie & Wirtschaft.

WiD: Wieso sprechen wir eigentlich trotz stabilen Vertrauens andauernd von einer Vertrauenskrise?

Markus: Wir bei WiD tun das eher nicht. Im #Wissenschaftsbarometer selbst, im Vergleich mit z.B älteren #Eurobarometer|n oder auch in anderen int. Wissenschaftssurveys, gibt es kaum Anzeichen für eine Vertrauenskrise der Wissenschaft. 1/3

Ricarda: Es könnte allerdings durchaus sein, dass sich aktuell Aspekte des Verhältnisses von Wissenschaft und Öffentlichkeit verändern, die sich mit einem Telefonsurvey schlicht nicht erfassen lassen. 2/3

Markus: Unsere Daten zeigen eher, dass die Menschen generell positiv gegenüber W&F eingestellt sind -gleichzeitig aber hohe Erwartungen haben bzgl. deren Gemeinwohlorientierung u. misstrauisch werden, wenn Wirtschaft/Politik in ihrer Wahrnehmung zu viel Einfluss auf Forschende nehmen 3/3

WiD: Vor dem Hintergrund der @sciforfuture-Initiative hat das #Wissenschaftsbarometer in diesem Jahr auch gefragt, wie politisches Engagement von Wissenschaftler*innen eingeschätzt wird. Was sind die Ergebnisse und wie bewertet ihr diese?

Ricarda: Die Mehrheit der Befragten findet, dass Politik wissenschaftsbasiert sein sollte und dass es auch Aufgabe von Forschenden ist, sich in die Politik einzumischen und öffentlich zu äußern, wenn dies nicht der Fall ist. 1/2

Markus: Ob Wissenschaft und einzelne Forschende dem nachkommen (wollen) und welche Rahmenbedingungen und welche Unterstützung & Sensibilisierung es hierzu braucht, ist eine andere Frage, die wir dringend im Wissenschaftssystem diskutieren und beantworten sollten. 2/2

WiD: Gibt es im Vergleich zu den letzten Jahren spannende Entwicklungen, die sich ableiten lassen?

Ricarda: Vielleicht ist es am überraschendsten, dass die meisten Ergebnisse trotz aller Diskussionen um Wissenschaftsskepsis und viel diskutierten ähnlichen Phänomenen stabil bleiben. Das ist nicht spektakulär, aber spannend und wichtig. #Wissenschaftsbarometer

WiD: Teil 2 des #Twitterinterview|s mit @m_weisskopf und @riziegler zum #Wissenschaftsbarometer 2019. Welche Schlüsse lassen sich aus den Ergebnissen für die #Wisskomm ziehen?

Markus: Hier schon einige Punkte in der Antwort auf die Frage unserer Kollegen von @wisskomm_de

 

#wisskomm gestellt werden. Die Befragten wollen, dass Forschende sich engagieren und sie wollen sich informieren, mitdiskutieren und mitmachen. Das ist Chance und Herausforderung zugleich

— M_Weisskopf (@m_weisskopf) November 21, 2019

 

Markus: Für die #wisskomm ist auch wichtig, dass wir in den Daten sehen, dass Menschen mit verschiedenen sozio-demografischen Hintergründen andere Einstellungen zu W&F haben können, z.B. bei der Bewertung des Nutzens von Forschung, insgesamt aber auch persönlich.

WiD: Gilt das auch für andere Fragen?

Ricarda: Ja, z.B. auch beim Interesse an verschiedenen Formen der #wisskomm: Beim Interesse an citizenscience sehen wir große Unterschiede für Befragte mit hohem, mittlerem oder niedrigem Bildungsniveau oder je nachdem, ob jemand eine persönliche Verbindung zu W&F hat oder nicht.

Markus: Bei der Frage, ob man gerne einmal erleben würde, wie Forschende arbeiten, sehen wir für Befragte mit hohem, mittlerem oder niedrigem Bildungsniveau keine systematischen Unterschiede und beim Interesse an diskussionsorientierten Formaten sind sie geringer als bei #citizenscience.

WiD: Vielen Dank!

 

Unter dem Hashtag #AskWissbaro haben Markus Weißkopf und Ricarda Ziegler außerdem weitere Fragen auf Twitter zum Wissenschaftsbarometer beantwortet. 


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