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MS Einstein beendet viermonatige Ausstellungstour

19. September 2005

Über 100.000 Besucher auf der MS Wissenschaft 2005

Im Einsteinjahr ging das schwimmende Science Center von Wissenschaft im Dialog zum vierten Mal auf große Fahrt. Mit einer 500 m² großen Ausstellung zu „Albert Einstein – Das Jahrhundertgenie und sein Erbe“ lief es vom 19. Mai bis 19. September unter dem Namen MS Einstein 35 Städte entlang deutscher Flüsse an. Da Einstein einen Großteil seines Lebens in der Schweiz lebte und arbeitete, besuchte die MS Einstein zum Abschluss ihrer Reise die Stadt Basel. Am vorletzten der 106 Ausstellungstage kam der 100.000ste Besucher an Bord.

Anhand von Mitmach-Exponaten der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und der Max-Planck-Gesellschaft konnten sich die Besucher Einsteins komplexen Theorien spielerisch nähern und dabei auch ihre Geschicklichkeit testen. Die wechselvolle Biographie des Nobelpreisträgers ließ sich mittels eines „Zeitstrahls“ verfolgen. Erstmalig haben Hochschulen in elf Städten ergänzend zur Ausstellung ein Rahmenprogramm aus Vorträgen und interaktiven Wissenschafts-Shows angeboten.

Im Bauch des Schiffes erlebten die Besucher, wie Einsteins Theorien in der heutigen Forschung und Entwicklung weiterwirken. So wurde deutlich, dass heutige technische Anwendungen wie Laser oder Navigationssysteme ohne Einsteins Grundlagen gar nicht möglich wären. Auch die Erkundung des Schwerefelds der Erde, die unseren runden Planeten inzwischen als wenig gleichmäßige „Erdkartoffel“ ausweist, beruht auf Einsteins Forschungen zur Gravitation.          

Einstein hatte erkannt, dass Raum und Zeit nichts Absolutes sind. So gehen bewegte Uhren langsamer und bewegte Maßstäbe sind verkürzt. Leichter vorstellen konnten sich die Besucher dies, wenn sie – wie in einem Exponat simuliert – auf einem Fahrrad mit annähernder Lichtgeschwindigkeit durch die Altstadt von Tübingen rasten und erlebten, wie sich der Raum um sie herum veränderte.

Ein interaktives Spiel zu Einsteins Gleichzeitigkeitsdefinition zeigte, wie schwierig es für zwei Menschen trotz Funkkontakt ist, gleichzeitig auf einen Knopf zu drücken, wenn sie hunderttausende Kilometer voneinander entfernt sind. Ein Lasergerät aus der Medizintechnik veranschaulichte wie Nierensteine heutzutage unblutig „zertrümmert“ werden. Im Ausstellungsbereich „Einstein und ich“ haben die Besucher gedanklich experimentiert und spielerisch ihr räumliches und physikalisches Vorstellungsvermögen getestet. Mit dem gleichen Eifer wie Einstein bei seiner Suche nach der Weltformel versuchten sie das (fast) unlösbare dreidimensionale Puzzle zu lösen.

Vieles durfte angefasst und ausprobiert werden. Das ist das Motto des Ausstellungsschiffes von Wissenschaft im Dialog, das die deutschen Wasserstraßen seit vier Jahren mit „schwimmenden“ Ausstellungen befährt. Exponate zum Mitmachen wecken die Neugierde der Besucher und regen zu Fragen an. Junge Wissenschaftler, so genannte Lotsen, beantworten sie und führen durch die Ausstellung. Die Exponate stellen jedes Jahr wieder die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Leibniz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft und die deutschen Hochschulen zur Verfügung.

Das Ausstellungsschiff MS Einstein wurde von Wissenschaft im Dialog realisiert und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft finanziell unterstützt.