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Kontakt

Marius Oesterheld

Tel.: 030 2062295-0

marius.oesterheld@w-i-d.de
Projektwebseite

CS Track

Investigating Citizen Science

Übersicht

Hintergrund

erfassen – evaluieren - informieren

Bei Citizen Science (CS) können wir alle zu Forscher*innen werden! Citizen Scientists, auch Bürgerforscher*innen genannt, sind leidenschaftliche und neugierige Forschende, die ohne wissenschaftlichen Werdegang zu Forschungsprozessen und wissenschaftlichen Erkenntnissen beitragen - zum Beispiel indem sie Bodenproben oder Wetterdaten sammeln, historische Dokumente transkribieren, die Aufzeichnungen von Wildkameras auswerten, oder gar Forschungsfragen und -designs mitentwickeln.

Die Sichtbarkeit von und das Interesse an Citizen Science wachsen seit Jahren. Auch erste wissenschaftliche Untersuchungen zu Arbeit und Wirkung liegen vor. Was jedoch fehlt, ist eine groß angelegte, systematische Studie, die europäische Citizen-Science-Projekte über Landes- und Themengrenzen hinweg erfasst. Diese Lücke will CS Track, ein internationales und interdisziplinäres Forschungsvorhaben, schließen. 

Das Projekt hat zum Ziel, die vielfältige europäische Citizen-Science-Landschaft zu kartieren und Arbeitsweise, Wirkung und Potenzial von Citizen-Science-Projekten zu untersuchen. Dazu untersucht es Fragen wie: Welche Arten von Projekten identifizieren sich mit dem Begriff Citizen Science? In welchen Forschungsfeldern sind diese Initiativen aktiv? Welche wissenschaftliche, gesellschaftliche, oder pädagogische Wirkung entfalten sie? Wer beteiligt sich an diesen Forschungsvorhaben? Was motiviert die Citizen Scientists dazu, aktiv zu werden? Wie gestaltet sich ihre Mitarbeit konkret, und welchen Nutzen ziehen sie daraus? Welche Faktoren tragen zum Gelingen eines CS-Projektes bei?

Bislang hat das Konsortium Interviews und Online-Befragungen mit über 1. 000 Citizen Science-Praktikern durchgeführt, den Citizen Science-Diskurs in sozialen Medien analysiert und eine Datenbank mit Informationen zu über 4. 700 Citizen Science-Projekten aus 22 Ländern erstellt.

Auf Basis der gewonnen Erkenntnisse sollen Handlungsempfehlungen für Akteur*innen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik formuliert werden, um den Nutzen von Citizen Science für alle beteiligten Gruppen zu maximieren.

Wissenschaft im Dialog (WiD) ist seit Projektbeginn Teil des Konsortiums von CS Track und bringt sich mit Kontakten und Expertise zu Citizen-Science-Initiativen in Deutschland ein. Darüber hinaus übernimmt WiD Aufgaben in den Bereichen Recherche, Konzeptionierung und qualitative Datenanalyse, sowie in der Kommunikation der Forschungsresultate.

CS Track „Expanding our knowledge on Citizen Science through analytics and analysis“ wird von der Europäischen Kommission im Rahmen des Förderprogramms Horizon 2020 finanziert.

 

Partner

Logo der Universidad Rey Juan Carlos.
Logo des Rhein-Ruhr Institut für angewandte Systeminnovation.
Logo des MOFET Institute.
Logo der Kommunikationsagentur ATiT.
Logo der University of Jyväskylä.
Logo der Foundation for Research and Technology – Hellas.
Logo der Universitat Pompeu Fabra.
Logo des Wissenschaftsladen Wien.

Förderer

Inhalt

Ziele

CS Track will unser Wissen über Citizen Science erweitern und eine belastbare und umfassende Datengrundlage für Forschende und Entscheider*innen schaffen. Auf Basis der gesammelten Informationen sollen außerdem konkrete Handlungsempfehlungen für verschiedene Stakeholder-Gruppen erarbeitet, und Citizen Science so europaweit gefördert werden. Zusätzlich entwickelt das Projekt Software-Tools zur automatischen Analyse von Website-Texten, Online-Diskussionsforen und Social-Media-Diskursen, die – genau wie alle Forschungsergebnisse von CS Track – der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Vorgehen

Ziel von CS Track ist es, die europäischen Citizen-Science-Landschaft möglichst lückenlos zu erfassen. Zu diesem Zweck wurden in einem ersten Schritt Informationen zu mehr als 4600 Citizen-Science-Projekten aus Online-Plattformen extrahiert und in eine Datenbank eingespeist. Diese Daten werden nun mit Hilfe einer Kombination aus traditionellen sozialwissenschaftlichen Methoden und neuartigen automatisierten Analyseverfahren erweitert und ergänzt. Dabei verknüpft CS Track Fallstudien, Umfragen, Fokusgruppen und Interviews mit verschiedenen Ansätzen aus den Bereichen der maschinellen Sprachverarbeitung und der computergestützten sozialen Netzwerkanalyse.

Im Rahmen einer Online-Umfrage wurden beispielsweise 1060 erwachsene Citizen Scientists zu Themen wie Bildungshintergrund, Einkommen, Beruf, Motivation und Nutzung von Technologie im Rahmen von CS-Projekten befragt. Eine andere Arbeitsgruppe hat mithilfe von expliziter semantischer Analyse (ESA) Projektbeschreibungen im Hinblick darauf untersucht, welchen Forschungsfeldern sich die jeweiligen Projekte zuordnen lassen, um so den Anteil multidisziplinärer Forschungsvorhaben im Bereich Citizen Science zu eruieren. Soziale Netzwerkanalyse soll Auskunft darüber geben, wie und von wem das Thema Citizen Science auf Twitter diskutiert wird und wie Citizen Scientists und professionelle Wissenschaftler*innen in Diskussionsforen von CS-Plattformen miteinander interagieren. Ein anderes Forschungsteam zieht verschiedene Verfahren aus dem Bereich der Maschinellen Sprachverarbeitung heran, um zu zeigen, welche individuellen Lerneffekte für Citizen Scientists anhand der gesammelten Projektbeschreibungen zu erwarten sind, und inwiefern sich die in diesen Texten formulierten Ziele mit den Sustainable Development Goals der UN decken.

Ergebnisse

Informationen über den aktuellen Stand des Forschungsvorhabens liefert die Website von CS-Track: Zwischenergebnisse werden laufend im eMagazine des Projekts sowie in Form eines Newsletters kommuniziert. Deliverables, Berichte und Präsentationen sind bei Zenodo einsehbar. Die im Laufe des Projekts entwickelten Software-Tools werden auf GitHub veröffentlicht. 

Netzwerk

Im Rahmen von CS Track arbeitet Wissenschaft im Dialog mit acht Partnern aus sieben Ländern zusammen:

  • Wissenschaftsladen Wien (Österreich)
  • Rhein-Ruhr-Institut für angewandte Systeminnovation (Deutschland)
  • Foundation for Research and Technology – Hellas (Griechenland)
  • University of Jyväskylä (Finnland)
  • MOFET Institute (Israel)
  • Kommunikationsagentur ATiT (Belgien)
  • Universitat Pompeu Fabra (Spanien)
  • Universidad Rey Juan Carlos (Spanien)


Darüber hinaus steht das Konsortium in regelmäßigem Austausch mit einem externen wissenschaftlichen Beirat, dessen Mitglieder – Expert*innen aus den Bereichen Citizen Science, Bildungsforschung und lebenslanges Lernen – das Projekt beratend und evaluierend begleiten. 

CS Track „Expanding our knowledge on Citizen Science through analytics and analysis“ wird von der Europäischen Kommission im Rahmen des Förderprogramms Horizon 2020 finanziert.