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DiPubHealth

Diskurse zu Public Health-Themen. Akteure, Strategien, Formate

Kontakt

Projektmanagerin

Babette Jochum

Tel.: 030 2062295-52

babette.jochum@w-i-d.de

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10. November 2022

Wie kann sich die Gesundheitskommunikation weiterentwickeln?

Welchen Herausforderungen muss sich die Gesundheitsförderung stellen? Wie können Fragen zu Gesundheitsthemen adressatengerecht beantwortet werden? Interessierte aus der kommunalen Gesundheitsförderung sind eingeladen, sich bis zum 11. November für die Teilnahme an einem digitalen Workshop und an Einzelgesprächen über ihre Erfahrungen anzumelden. Angesichts der Bedarfsanalyse wird gemeinsam über Hürden diskutiert und von Erfolgsmomenten berichtet, um ein neues Weiterbildungsformat für eine diskurssensible Gesundheitskommunikation zu schaffen. Weitere Informationen: siehe unten.

Bedarfe von Mitarbeitenden in der kommunalen Gesundheitsförderung ermitteln

Bedarfserhebung im November und Dezember 2022

In der kommunalen Gesundheitsförderung und Prävention werden Projekte und Kommunikationsmaßnahmen entwickelt, die Bürger*innen in ihrer unmittelbaren, vertrauten Umgebung erreichen. Damit sind sie ein unentbehrlicher Bestandteil der Gesundheitsversorgung in der Breite. Um die Beschäftigten in der kommunalen Gesundheitsförderung, deren Bedarfe und Herausforderungen kennenzulernen, plant das Team von DiPubHealth einen digitalen Workshop am 16. Dezember von 10 bis 12 Uhr. Zusätzlich finden im November dieses Jahres digitale Einzelgespräche über den Alltag im Gesundheitsbereich statt. Erzählen Sie uns von ihren Projekten, ihren Erfolgsmomenten und ihren Hürden, damit wir Sie mit unserer Forschung gezielt unterstützen können.

Interessierte aus der kommunalen Gesundheitsförderung können sich noch bis Ende 2022 bei Babette Jochum (babette.jochum@w-i-d.de, 030 206 2295 52) melden. Wir freuen uns sowohl über die Beteiligung am Workshop, als auch über die Bereitschaft für ein Gespräch.

Die Ergebnisse aus dem Workshop und den Gesprächen sollen eine Basis bilden für ein speziell auf die Berufsgruppe zugeschnittenes Weiterbildungsformat zu diskurssensibler Gesundheitskommunikation. Durch die Weiterbildung soll es den Teilnehmenden ermöglicht werden, Gesundheitsinformationen in passgenauen Formaten und gezielt formuliert zu vermitteln. Die Teilnehmenden können sich etwa fragen: Wer äußert sich zu dem Thema? Wer ist Macher*in der öffentlichen Meinung? Wie sehr polarisiert das Thema? So können sie sich dem Diskursraum nähern und darauf angepasste Kommunikationsformate und Projekte zur Gesundheitsförderung entwickeln.

Diskurse zu Public Health-Themen

Wissenschaftskommunikation kann den öffentlichen Diskurs maßgeblich prägen. Welche Schwierigkeiten und Missverständnisse dabei entstehen können, ist spätestens während der Corona-Pandemie klar geworden: Wissenschaftliche Erkenntnisse sind nicht statisch, sie lassen sich nur bedingt in politische Maßnahmen übersetzen und die Konsensfindung läuft nicht spontan ab, sondern wird begleitet von Debatten und Auseinandersetzungen. Wissenschaftskommunikation sieht sich gegenwärtig mit einer stark ausdifferenzierten Öffentlichkeit mit vielen unterschiedlichen Kanälen und einer Fragmentierung von öffentlicher Meinung konfrontiert. Nie war es leichter, Gruppen Gleichgesinnter zu finden; nie war es wichtiger, einzelne gesellschaftliche Gruppen gezielt anzusprechen. Viele Akteur*innen übersehen bei ihren Kommunikationsmaßnahmen, dass es in Diskursen über Wissenschaft oft nicht nur um die Wissensvermittlung geht, sondern ebenso um Fragen von Macht, Status und gesellschaftlichem oder politischem Einfluss.

„Mehr kommunizieren“ kann also nicht die Antwort auf die Frage nach einer gelingenden Wissenschaftskommunikation sein. Vielmehr ist es entscheidend, den Kommunikationsbedingungen entsprechend anders und besser zu kommunizieren. Gerade für die Gesundheitskommunikation bedeuten die heutigen Rahmenbedingungen neue Chancen und Gefahren. Faktoren wie personelle Betroffenheit, Einstellungen gegenüber Wissenschaft und Medizin, aber auch politische und weltanschauliche Überzeugung beeinflussen, wie Gesundheitskommunikation wirkt und wahrgenommen wird.

Wie dieses „anders“ und „besser“ aussehen kann, werden das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) und Wissenschaft im Dialog im Forschungsprojekt DiPubHealth erkunden. In einem ersten Schritt erforschen das KIT und die RWTH Aachen gemeinsam die öffentliche Diskursdynamik ausgewählter gesellschaftlicher Debatten zu Public-Health-Themen. Dazu entwickeln sie einen Werkzeugkasten mit Bewertungsrastern, Typologien und Kriterienkatalogen, der die Analyse des diskursiven Geschehens ermöglicht.

Wissenschaft im Dialog begleitet die Forschung kommunikativ und wird, basierend auf den Forschungsergebnissen, Formate für Wissenschaftskommunikation entwickeln und erproben. So kann ein fruchtbares Wechselspiel zwischen Forschung und Praxis entstehen.

Die Bayer Foundation finanziert das Projekt.

Partner

Förderer

Inhalt

Forschungsbasierte Formatentwicklung zur zeitnahen kommunikativen Intervention

"Diskurse zu Public Health-Themen. Akteure, Strategien, Formate (DiPubHealth)" ist ein kommunikationswissenschaftliches Forschungsprojekt vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) und Wissenschaft im Dialog. "DiPubHealth" untersucht, wie sich Diskurse vor dem Hintergrund einer fragmentierten Öffentlichkeit entfalten. Die Fragmentierung und Differenzierung von Informationskanälen, Auffassungen und Meinungen schmälert die Relevanz und Dominanz von Leitartikeln und herkömmlichen Kommunikationsformaten. "DiPubHealth" erforscht am Beispiel von Diskursen zur Gesundheit, wie die Kommunikation von wissenschaftlichen Themen in der heutigen Medienlandschaft gelingen kann.

Zielsetzung

Die drei Partner untersuchen gemeinschaftlich, wie sich Diskurse zur Gesundheit entfalten, welche Akteure beteiligt sind und wie Interventionen der Wissenschaftskommunikation wirken. 

DiPubHealth verfolgt dabei zwei zentrale Ziele: Zunächst sollen die problemzentrierten gesellschaftlichen Debatten über COVID-19 und ein weiteres Thema der öffentlichen Gesundheit analysiert werden. Dazu wird ein diskurstheoretischer Werkzeugkasten erarbeitet, der die interdisziplinäre Analyse der Diskurse erlaubt. Der Werkzeugkasten bietet Tools und Verfahren zur Beantwortung von Fragen nach der Motivation und Strategie der Akteure, zu Narrativen und deren Verknüpfungen, aber auch zu den unterschiedlichen Ebenen der Diskurse. Aufbauend auf diesen Untersuchungen werden in einem zweiten Schritt Kommunikationsformate entwickelt, die zeitnahe Interventionen ermöglichen. WiD setzt diese Formate um. Durch eine anschließende Evaluation können die Ergebnisse wiederum die Forschung bereichern. 

Partner und deren Aufgaben

Das Projekt wird von drei Partnern umgesetzt und von der Bayer Foundation finanziert. 

Der Lehrstuhl Technik und Gesellschaft (SoTec) der RWTH Aachen übernimmt die Analyse von Wissen, das in Diskursen artikuliert wird. Er forscht zur problem-zentrierten Strukturierung diskursiver Felder mit einem Blick auf grundlegende sozial-strukturelle Merkmale der Produktion von Wissen.

Der Lehrstuhl Wissenschaftskommunikation am KIT erforscht die kommunikativen Produkte, Prozesse und Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Dabei liegt der Fokus auf Akteuren (und ihren Organisationen), die zu wissenschaftlichen Themen in öffentlichen Diskursen sichtbar werden.

Wissenschaft im Dialog ist der Praxispartner in "DiPubHealth" und mit der (Weiter)Entwicklung, Durchführung und Evaluation von Formaten der Wissenschaftskommunikation betraut.