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Genomchirurgie im Diskurs

Planspiele, Unterhausdebatten und Diskussionsrunden zu neuen Gentechniken in der Medizin

Kontakt

Projekleiterin

Beate Langholf

Tel.: 030 2062295-50

beate.langholf@w-i-d.de

Projekmanagerin

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Genomchirurgie im gesellschaftlichen Diskurs

Gentechnik wird seit Jahrzehnten in unserer Gesellschaft kontrovers diskutiert. Gerade revolutioniert ein neues Verfahren diese Technologie: die Genomchirurgie. Ihre bekannteste Methode ist CRISPR-Cas. Diese neue Methode vereinfacht und beschleunigt die zielgerichtete Veränderung des Genoms. 

Mit Genomchirurgie könnte man beispielsweise Abwehrzellen verändern, damit sie Tumorzellen erkennen und angreifen. Oder man könnte das Genom der Malaria-Mücke so manipulieren, dass die Mücke gegen den Krankheitserreger resistent oder ihre Fortpflanzung beeinträchtigt wird. Solche Anwendungen bieten große Chancen, die damit einhergehenden ethischen Fragen bedürfen aber der Diskussion und der Klärung. 

Das Projekt  Genomchirurgie im Diskurs will mit acht Veranstaltungen in ganz Deutschland eine gesellschaftliche Debatte zu diesem wichtigen Thema in Gang setzen. An Schulen soll die Methode am Beispiel der Bekämpfung von Malaria durch ein Planspiel veranschaulicht und debattiert werden. Wissenschaftsinteressierte Bürgerinnen und Bürger können an Unterhausdebatten und Planspielen teilnehmen. Die Teilnehmenden werden angeregt, sich eine differenzierte Meinung zu bilden und diese zu äußern. Die Nationale Akademie der Wissenschaft, Leopoldina, bildet Journalistinnen und Journalisten  weiter und diskutiert die Ergebnisse der Unterhausdebatten und Planspiele mit Stakeholdern.

Ein Planspiel für den Unterricht

Um Schulklassen und Gruppen die Möglichkeit zu bieten, das Planspiel eigenständig durchzuführen, stellen wir ein Toolkit bereit. Alle notwendigen Materialien für ein 90-minütiges Planspiel sind im Toolkit enthalten. Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der CRISPR-Cas-Methode auseinander und diskutieren die Bekämpfung von Malaria mittels Gentechnik. Das Spiel ist für Gruppen ab der 10. Klasse geeignet.

Toolkit ohne Video (ZIP; 8,5 MB)

Video auf Vimeo

Dokumentation

Dokumentation zu den Veranstaltungen im Rahmen des Teilprojekts „Genomchirurgie im Diskurs mit der Öffentlichkeit

Dokumentation zum Stakeholder‐Workshop am 4. April 2019

Eindrücke von den Veranstaltungen

Planspiel: Vortrag von Jun.-Prof. Tony Gutschner. Foto: M. Scholz / WiD
Planspiel: Vortrag von Jun.-Prof. Tony Gutschner. Foto: M. Scholz / WiD
Planspiel: Diskussion aus Sicht der Rolle über die Chancen und Risiken einer Gentherapie. Foto: M. Scholz / WiD
Planspiel: Diskussion aus Sicht der Rolle über die Chancen und Risiken einer Gentherapie. Foto: M. Scholz / WiD
Planspiel: Diskussion in Kleingruppen. Foto: M. Scholz /WiD
Planspiel: Diskussion in Kleingruppen. Foto: M. Scholz /WiD
Planspiel: Teilnehmende bringen zuerst Argumente aus Sicht ihrer Rolle vor. Danach wird auch die persönliche Meinung besprochen. Foto: M. Scholz / WiD
Planspiel: Teilnehmende bringen zuerst Argumente aus Sicht ihrer Rolle vor. Danach wird auch die persönliche Meinung besprochen. Foto: M. Scholz / WiD
Planspiel: Im Plenum präsentieren die Gruppen Argumente aus Sicht ihrer Rolle. Danach kommt eine Diskussion aus persönlicher Sicht. Foto: M. Scholz / WiD
Planspiel: Im Plenum präsentieren die Gruppen Argumente aus Sicht ihrer Rolle. Danach kommt eine Diskussion aus persönlicher Sicht. Foto: M. Scholz / WiD
Planspiel: Teilnehmende bringen zuerst Argumente aus Sicht ihrer Rolle vor. Danach wird auch die persönliche Meinung besprochen. Foto: F. Huber / WiD
Planspiel: Teilnehmende bringen zuerst Argumente aus Sicht ihrer Rolle vor. Danach wird auch die persönliche Meinung besprochen. Foto: F. Huber / WiD
Planspiel: Die Teilnehmenden stimmen ab, wie sie in ihrer Rolle die Patientin beraten würden. Foto: M. Scholz / WiD
Planspiel: Die Teilnehmenden stimmen ab, wie sie in ihrer Rolle die Patientin beraten würden. Foto: M. Scholz / WiD
Unterhausdebatte: Impulsrede von Dr. Robert Ranisch. Foto: M.Scholz / WiD
Unterhausdebatte: Impulsrede von Dr. Robert Ranisch. Foto: M.Scholz / WiD
Unterhausdebatte: Impulsrede von Prof. Dr. Gernot Segelbacher. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Impulsrede von Prof. Dr. Gernot Segelbacher. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Impulsrede von Dr. Ute Eser. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Impulsrede von Dr. Ute Eser. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Die Moderation stellt Fragen, die man mit ja oder nein beantworten kann. Damit entstehen vielfältige Meinungsbilder. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Die Moderation stellt Fragen, die man mit ja oder nein beantworten kann. Damit entstehen vielfältige Meinungsbilder. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Viele Teilnehmende kommen bei der Unterhausdebatte zu Wort. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Viele Teilnehmende kommen bei der Unterhausdebatte zu Wort. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Bei der Unterhausdebatte zeigt das Publikum mit der Wahl des Sitzplatzes ob es den jeweiligen Aspekt zustimmt oder ablehnt. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Bei der Unterhausdebatte zeigt das Publikum mit der Wahl des Sitzplatzes ob es den jeweiligen Aspekt zustimmt oder ablehnt. Foto: F. Huber / WiD
Die Moderation fragt die Teilnehmenden nach einer Begründung ihrer Sitzplatzwahl. Foto: F. Huber / WiD
Die Moderation fragt die Teilnehmenden nach einer Begründung ihrer Sitzplatzwahl. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Während der Diskussion können die Teilnehmenden ihrer Sitzplatzwahl begründen. Foto: M. Scholz / WiD
Unterhausdebatte: Während der Diskussion können die Teilnehmenden ihrer Sitzplatzwahl begründen. Foto: M. Scholz / WiD
Unterhausdebatte: Die Teilnehmenden erklären bei der Diskussion, wieso sie die Fragestellung bejahen oder verneinen. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Die Teilnehmenden erklären bei der Diskussion, wieso sie die Fragestellung bejahen oder verneinen. Foto: F. Huber / WiD

Partner

Förderer

Inhalt

Genomchirurgie im Diskurs ist ein im Herbst 2017 gestartetes Diskussionsprojekt, das den Diskurs über Genchirurgie auf mehreren gesellschaftlichen Ebenen anregen und eine informierte Debatte ermöglichen will.

Zielgruppen

Das Projekt spricht unterschiedliche Zielgruppen an: Von Schülerinnen und Schülern ab der 10. Klasse über die wissenschaftsinteressierte Öffentlichkeit bis hin zu Journalistinnen und Journalisten und Stakeholdern aus Politik und Wissenschaft.

Veranstaltungsformate

Ob Unterhausdebatte, Planspiel oder Diskussionsrunde: Neben der reinen Informationsvermittlung ermöglichen die vielfältigen partizipativen Formate einen persönlichen Zugang für die Teilnehmenden. Dadurch fällt es ihnen leichter, sich eine differenzierte Meinung zu bilden und sich zu äußern. 

Reden Sie mit! Ein Planspiel

Zu Beginn des Planspiels stellen die Moderatorinnen und Moderatoren das Szenario vor: Jedes Jahr wird bei hunderttausenden Deutschen Krebs diagnostiziert. Dabei bekämpft das Immunsystem Tumorzellen nur unzureichend. Die neue Genschere CRISPR-Cas soll körpereigene Abwehr-Zellen so umbauen, dass sie Krebszellen erkennen und angreifen können. Wie gut sind die Chancen, mit Genomchirurgie Krebspatienten zu heilen? Welche Risiken birgt die neue Therapie? 

Die Teilnehmenden schlüpfen bei dieser Abendveranstaltung in verschiedene Rollen: Ärztin oder Arzt, Patientin oder Patient, Angehörige oder Angehöriger, Forscherin oder Forscher. Expertinnen und Moderatoren unterstützen sie dabei, ihre Position auszuarbeiten. Nachdem die Teilnehmenden die Ergebnisse im Plenum vorgestellt haben, stimmen sie ab, welche Position sie unterstützen würden.

Wie würden Sie entscheiden? Eine Unterhausdebatte für Bürgerinnen und Bürger

Expertinnen und Experten stellen zu Beginn der Unterhausdebatte zwei Standpunkte zu den Chancen und Risiken der CRISPR-Cas-Methode vor. Danach stellt eine Moderatorin konkrete Fragen, zu denen die teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger Stellung beziehen können. Mit der Wahl ihres Sitzplatzes bekunden sie ihre Meinung – wie im englischen Unterhaus. So werden die Sitzplätze während der Diskussion immer wieder gewechselt und es zeichnet sich ein Meinungsbild zu den verschiedenen Aspekten des Themas ab. 

Was sagst du dazu? Ein Planspiel für Schülerinnen und Schüler

Im Klassenraum stellen Lehrende ihren Schülerinnen und Schüler folgendes Szenario vor: Die Malaria-Krankheit wird von Stechmücken übertragen. Mit Hilfe der gentechnischen CRISPR-Cas-Methode sind gezielte Änderungen am Erbgut der Mücken möglich, sodass diese resistent gegen den Malaria-Erreger werden. Kann und soll man Malaria mit dieser Methode bekämpfen?

In einer Doppelstunde schlüpfen Schülerinnen und Schüler  beim Planspiel in unterschiedliche Rollen: Arzt oder Ärztin, Bürgermeisterin oder Bürgermeister, Verteterinnen und Vertreter des Umweltverbandes etc.). In Arbeitsgruppen setzen sie sich mit jeweils einer möglichen Position auseinander. Sie stellen ihre Argumente der Klasse vor und zum Abschluss erfolgt eine Abstimmung darüber, welche Position sie am Ende unterstützen würden. 

Dieses Planspiel können Lehrende und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren auch selbstständig durchführen.

Workshops für Journalistinnen und Journalisten

Journalistinnen und Journalisten treffen sich im Rahmen zweier Workshops mit Expertinnen und Experten, die einen intensiven Einblick in ihre Forschung zur Genomchirugie gewähren.

Abschlussveranstaltung mit allen Stakeholdern

Am Ende dieser Reihe sollen Teilnehmende aller Veranstaltungen noch einmal zusammenkommen. Bürgerinnen und Bürger, Forschende, Schülerinnen und Schüler sowie Medienschaffende tauschen sich über ihre Erfahrungen während der Veranstaltungen und ihre Perspektiven auf Chancen und Risiken der Genomchirurgie aus. Im Zuge dessen wird auch ein Bürger-Report vorgestellt, in dem die Ergebnisse aus den anderen Veranstaltungen festgehalten sind. Vor Ort sind ebenfalls Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wissenschaftsmanagement – so wird eine breite Diskussion über die Bedeutung der Genomchirurgie angeregt.