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Genomchirurgie im Diskurs

Planspiele, Unterhausdebatten und Diskussionsrunden zu neuen Gentechniken in der Medizin

Kontakt

Projekleiterin

Beate Langholf

Tel.: 030 2062295-50

beate.langholf@w-i-d.de

Projekmanagerin

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Übersicht

Format

Etwa eine halbe Million Menschen sterben jährlich an Malaria. In tropischen Regionen übertragen Stechmücken diese Krankheit. Eine neue Methode der Gentechnik bietet die Möglichkeit, diese Mücken auszurotten oder resistent gegen Malaria zu machen. Was für Auswirkungen hätte das?

Genomchirurgie im gesellschaftlichen Diskurs

Gentechnik wird seit Jahrzehnten in unserer Gesellschaft kontrovers diskutiert. Gerade revolutioniert ein neues Verfahren diese Technologie: die Genomchirurgie. Ihre bekannteste Methode ist CRISPR-Cas. Diese neue Methode vereinfacht und beschleunigt die zielgerichtete Veränderung des Genoms. 

Mit Genomchirurgie könnte man beispielsweise Abwehrzellen verändern, damit sie Tumorzellen erkennen und angreifen. Oder man könnte das Genom der Malaria-Mücke so manipulieren, dass die Mücke gegen den Krankheitserreger resistent oder ihre Fortpflanzung beeinträchtigt wird. Solche Anwendungen bieten große Chancen, die damit einhergehenden ethischen Fragen bedürfen aber der Diskussion und der Klärung. 

Das Projekt Genomchirurgie im Diskurs hat mit 13 Veranstaltungen in ganz Deutschland eine gesellschaftliche Debatte zu diesem wichtigen Thema in Gang gesetzt. An Schulen wurde die Methode am Beispiel der Bekämpfung von Malaria durch ein Planspiel veranschaulicht und debattiert. Wissenschaftsinteressierte Bürgerinnen und Bürger konnten an Unterhausdebatten und Planspielen teilnehmen. Die Teilnehmenden wurden angeregt, sich eine differenzierte Meinung zu bilden und diese zu äußern. Die Nationale Akademie der Wissenschaft, Leopoldina, bildete Journalistinnen und Journalisten weiter und diskutierte die Ergebnisse der Unterhausdebatten und Planspiele mit Stakeholdern.

hintergründe

Mit modifizierten Mücken gegen Malaria

Etwa eine halbe Million Menschen sterben jährlich an Malaria. In tropischen Regionen übertragen Stechmücken diese Krankheit. Eine neue Methode der Gentechnik bietet die Möglichkeit, diese Mücken auszurotten oder resistent gegen Malaria zu machen. Was für Auswirkungen hätte das?

Neues Werkzeug, neue Möglichkeiten: Die CRISPR-Cas-Methode in der Medizin

Gene verändern? Das ist nichts Neues: Im Labor geht das seit Jahren. Nur wenn genveränderte Organismen das Labor verlassen, wird kontrovers diskutiert. Zurzeit testen Forscher eine Methode, mit der in Zukunft Gene sogar noch günstiger und zuverlässiger verändert werden können. Welche Möglichkeiten brächte das für die Medizin?

CAR-T-Zellen: Eine Gentherapie gegen Krebs

Gegen Infektionskrankheiten kämpft unser Immunsystem sehr stark, gegen Tumorzellen meist nur unzureichend, weil diese sich tarnen. Praktisch wäre es, wenn wir ihm beibringen könnten, Tumorzellen besser zu erkennen. Eine Gentherapie bietet die Chance, genau das zu tun.

Ein Planspiel für den Unterricht

Um Schulklassen und Gruppen die Möglichkeit zu bieten, das Planspiel eigenständig durchzuführen, stellen wir ein Toolkit bereit. Alle notwendigen Materialien für ein 90-minütiges Planspiel sind im Toolkit enthalten. Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der CRISPR-Cas-Methode auseinander und diskutieren die Bekämpfung von Malaria mittels Gentechnik. Das Spiel ist für Gruppen ab der 10. Klasse geeignet.

Komplettes Toolkit ohne Video als Zip (ZIP; 8,5 MB)

Anleitung (PDF; 1 MB)

Wissenschaftliche Einführung (PPTX; 1,1 MB)

Wissenschaftliche Einführung (PDF; 1,1 MB)

Ablauf (PPTX; 0,4 MB)

Ablauf (PDF; 1 MB)

Rollenkarten (PDF, 0,8 MB)

Argumentekarten (PDF; 0,8 MB)

Glossar (PDF; 0,6 MB)

Ethik und Argumentation (PDF; 0,6 MB)

Arbeitsblatt (PDF; 0,5 MB)

Abstimmungsblatt (PDF; 0,6 MB)

Tischaufsteller (PDF; 0,5 MB)

Dokumentation

Dokumentation zu den Veranstaltungen im Rahmen des Teilprojekts „Genomchirurgie im Diskurs mit der Öffentlichkeit

Dokumentation zum Stakeholder‐Workshop am 4. April 2019

Eindrücke von den Veranstaltungen

Planspiel: Vortrag von Jun.-Prof. Tony Gutschner. Foto: M. Scholz / WiD
Planspiel: Vortrag von Jun.-Prof. Tony Gutschner. Foto: M. Scholz / WiD
Planspiel: Diskussion aus Sicht der Rolle über die Chancen und Risiken einer Gentherapie. Foto: M. Scholz / WiD
Planspiel: Diskussion aus Sicht der Rolle über die Chancen und Risiken einer Gentherapie. Foto: M. Scholz / WiD
Planspiel: Diskussion in Kleingruppen. Foto: M. Scholz /WiD
Planspiel: Diskussion in Kleingruppen. Foto: M. Scholz /WiD
Planspiel: Teilnehmende bringen zuerst Argumente aus Sicht ihrer Rolle vor. Danach wird auch die persönliche Meinung besprochen. Foto: M. Scholz / WiD
Planspiel: Teilnehmende bringen zuerst Argumente aus Sicht ihrer Rolle vor. Danach wird auch die persönliche Meinung besprochen. Foto: M. Scholz / WiD
Planspiel: Im Plenum präsentieren die Gruppen Argumente aus Sicht ihrer Rolle. Danach kommt eine Diskussion aus persönlicher Sicht. Foto: M. Scholz / WiD
Planspiel: Im Plenum präsentieren die Gruppen Argumente aus Sicht ihrer Rolle. Danach kommt eine Diskussion aus persönlicher Sicht. Foto: M. Scholz / WiD
Planspiel: Teilnehmende bringen zuerst Argumente aus Sicht ihrer Rolle vor. Danach wird auch die persönliche Meinung besprochen. Foto: F. Huber / WiD
Planspiel: Teilnehmende bringen zuerst Argumente aus Sicht ihrer Rolle vor. Danach wird auch die persönliche Meinung besprochen. Foto: F. Huber / WiD
Planspiel: Die Teilnehmenden stimmen ab, wie sie in ihrer Rolle die Patientin beraten würden. Foto: M. Scholz / WiD
Planspiel: Die Teilnehmenden stimmen ab, wie sie in ihrer Rolle die Patientin beraten würden. Foto: M. Scholz / WiD
Unterhausdebatte: Impulsrede von Dr. Robert Ranisch. Foto: M.Scholz / WiD
Unterhausdebatte: Impulsrede von Dr. Robert Ranisch. Foto: M.Scholz / WiD
Unterhausdebatte: Impulsrede von Prof. Dr. Gernot Segelbacher. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Impulsrede von Prof. Dr. Gernot Segelbacher. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Impulsrede von Dr. Ute Eser. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Impulsrede von Dr. Ute Eser. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Die Moderation stellt Fragen, die man mit ja oder nein beantworten kann. Damit entstehen vielfältige Meinungsbilder. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Die Moderation stellt Fragen, die man mit ja oder nein beantworten kann. Damit entstehen vielfältige Meinungsbilder. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Viele Teilnehmende kommen bei der Unterhausdebatte zu Wort. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Viele Teilnehmende kommen bei der Unterhausdebatte zu Wort. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Bei der Unterhausdebatte zeigt das Publikum mit der Wahl des Sitzplatzes ob es den jeweiligen Aspekt zustimmt oder ablehnt. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Bei der Unterhausdebatte zeigt das Publikum mit der Wahl des Sitzplatzes ob es den jeweiligen Aspekt zustimmt oder ablehnt. Foto: F. Huber / WiD
Die Moderation fragt die Teilnehmenden nach einer Begründung ihrer Sitzplatzwahl. Foto: F. Huber / WiD
Die Moderation fragt die Teilnehmenden nach einer Begründung ihrer Sitzplatzwahl. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Während der Diskussion können die Teilnehmenden ihrer Sitzplatzwahl begründen. Foto: M. Scholz / WiD
Unterhausdebatte: Während der Diskussion können die Teilnehmenden ihrer Sitzplatzwahl begründen. Foto: M. Scholz / WiD
Unterhausdebatte: Die Teilnehmenden erklären bei der Diskussion, wieso sie die Fragestellung bejahen oder verneinen. Foto: F. Huber / WiD
Unterhausdebatte: Die Teilnehmenden erklären bei der Diskussion, wieso sie die Fragestellung bejahen oder verneinen. Foto: F. Huber / WiD

Partner

Förderer

Inhalt

Genomchirurgie im Diskurs ist ein im Herbst 2017 gestartetes Diskussionsprojekt, das den Diskurs über Genchirurgie auf mehreren gesellschaftlichen Ebenen angeregt und eine informierte Debatte ermöglicht hat.

Zielgruppen

Das Projekt hat unterschiedliche Zielgruppen angesprochen: Von Schülerinnen und Schülern ab der 10. Klasse über die wissenschaftsinteressierte Öffentlichkeit bis hin zu Journalistinnen und Journalisten und Stakeholdern aus Politik und Wissenschaft.

Veranstaltungsformate

Ob Unterhausdebatte, Planspiel oder Diskussionsrunde: Neben der reinen Informationsvermittlung ermöglichten die vielfältigen partizipativen Formate einen persönlichen Zugang für die Teilnehmenden. Dadurch fiel es ihnen leichter, sich eine differenzierte Meinung zu bilden und sich zu äußern. 

Reden Sie mit! Ein Planspiel

Zu Beginn des Planspiels haben die Moderatorinnen und Moderatoren das Szenario vorgestellt: Jedes Jahr wird bei hunderttausenden Deutschen Krebs diagnostiziert. Dabei bekämpft das Immunsystem Tumorzellen nur unzureichend. Die neue Genschere CRISPR-Cas soll körpereigene Abwehr-Zellen so umbauen, dass sie Krebszellen erkennen und angreifen können. Wie gut sind die Chancen, mit Genomchirurgie Krebspatienten zu heilen? Welche Risiken birgt die neue Therapie? 

Die Teilnehmenden schlüpften bei dieser Abendveranstaltung in verschiedene Rollen: Ärztin oder Arzt, Patientin oder Patient, Angehörige oder Angehöriger, Forscherin oder Forscher. Expertinnen und Moderatoren unterstützten sie dabei, ihre Position auszuarbeiten. Nachdem die Teilnehmenden die Ergebnisse im Plenum vorgestellt haben, stimmten sie ab, welche Position sie unterstützen würden.

Wie würden Sie entscheiden? Eine Unterhausdebatte für Bürgerinnen und Bürger

Expertinnen und Experten stellten zu Beginn der Unterhausdebatte zwei Standpunkte zu den Chancen und Risiken der CRISPR-Cas-Methode vor. Danach stellte eine Moderatorin konkrete Fragen, zu denen die teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger Stellung beziehen konnten. Mit der Wahl ihres Sitzplatzes bekundeten sie ihre Meinung – wie im englischen Unterhaus. So wurden die Sitzplätze während der Diskussion immer wieder gewechselt und es zeichnete sich ein Meinungsbild zu den verschiedenen Aspekten des Themas ab. 

Was sagst du dazu? Ein Planspiel für Schülerinnen und Schüler

Im Klassenraum stellten Lehrende ihren Schülerinnen und Schüler folgendes Szenario vor: Die Malaria-Krankheit wird von Stechmücken übertragen. Mit Hilfe der gentechnischen CRISPR-Cas-Methode sind gezielte Änderungen am Erbgut der Mücken möglich, sodass diese resistent gegen den Malaria-Erreger werden. Kann und soll man Malaria mit dieser Methode bekämpfen?

In einer Doppelstunde schlüpften Schülerinnen und Schüler beim Planspiel in unterschiedliche Rollen: Arzt oder Ärztin, Bürgermeisterin oder Bürgermeister, Verteterinnen und Vertreter des Umweltverbandes etc.). In Arbeitsgruppen setzten sie sich mit jeweils einer möglichen Position auseinander. Sie stellten ihre Argumente der Klasse vor und zum Abschluss erfolgte eine Abstimmung darüber, welche Position sie am Ende unterstützen würden. 

Dieses Planspiel konnten Lehrende und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren auch selbstständig durchführen.

Workshops für Journalistinnen und Journalisten

Journalistinnen und Journalisten trafen sich im Rahmen zweier Workshops mit Expertinnen und Experten, die einen intensiven Einblick in ihre Forschung zur Genomchirugie gewährten.

Abschlussveranstaltung mit allen Stakeholdern

Am Ende dieser Reihe sind Teilnehmende aller Veranstaltungen noch einmal zusammen gekommen. Bürgerinnen und Bürger, Forschende, Schülerinnen und Schüler sowie Medienschaffende tauschten sich über ihre Erfahrungen während der Veranstaltungen und ihre Perspektiven auf Chancen und Risiken der Genomchirurgie aus. Im Zuge dessen wurde auch ein Bürger-Report vorgestellt, in dem die Ergebnisse aus den anderen Veranstaltungen festgehalten worden sind. Vor Ort waren ebenfalls Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wissenschaftsmanagement – so wurde eine breite Diskussion über die Bedeutung der Genomchirurgie angeregt.