Logo Wissenschaft im Dialog Wissenschaft im Dialog

Zurück zu „Wie?So!“

Enthalten Ameisen wirklich Ameisensäure?

29. Februar 2008

  • D Naturwissenschaften und Mathematik

Enthalten Ameisen wirklich Ameisensäure?

Ja, zwar wird Ameisensäure - auch Methansäure - heute nicht mehr aus Ameisen gewonnen, aber die kleinen schwarzen Sechsbeiner tragen diese Säure durchaus im Leib. 

Methansäure ist aber auch in vielen anderen tierischen und pflanzlichen Organismen als Giftsekret enthalten (wie beispielsweise Natriumformiate bei Brennnesseln). Als Gift dient die Säure vor allem der Abwehr bzw. dem Schutz des Tieres. Ameisen- bzw. Methansäure wird zum Desinfizieren von Wein- und Bierfässern eingesetzt. Außerdem eignet sich die Säure zum Entfernen von Kalkrückständen und wird als Lebensmittelzusatzstoff (E236) zur Konservierung von Fruchtsäften eingesetzt.

Die Gewinnung von Ameisensäure auf eine heute nicht gerade gebräuchliche Weise beschrieb der „arzneikundige Doktor und geheime Hofrath“ Christoph Girtanner im Jahre 1795 im folgende Text: „Die Ameisensäure erhält man durch Destillation aus den Ameisen (Formica rufa). Man destilliert Ameisen bei gelindem Feuer, und erhält in der Vorlage die Ameisensäure. Sie macht ungefähr die Hälfte des Gewichtes der Ameisen aus. Oder man wäscht die Ameisen in kaltem Wasser ab, legt sich nachher auf ein Tuch, und gießt kochendes Wasser darüber. Drückt man die Ameisen gelinde aus, wird die Säure stärker. Um die Säure zu reinigen, unterwirft man sie wiederholt der Destillation, und um sie zu konzentrieren, läßt man sie gefrieren. Oder noch besser: man sammelt Ameisen, preßt sie aus, ohne Wasser, und destilliert die Säure davon.“

Quelle:
http://www.chempage.de/lexi/lexiameisens.htm

Link:
https://insekten.webnode.at/ameisen/