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Warum hat man rote Augen, wenn man beim Fotografieren mit Blitz in die Kamera schaut?

29. Februar 2008

  • D Naturwissenschaften und Mathematik

Warum hat man rote Augen, wenn man beim Fotografieren mit Blitz in die Kamera schaut?

Weil die Netzhaut - wegen ihrer starken Durchblutung - rot ist und das vom Blitz ausgesandte Licht von der Netzhaut reflektiert und zurück in Richtung Kamera gestrahlt wird.
Grundsätzlich gilt: Je spitzer der Winkel Blitz-Auge-Objektiv ist, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass das bei einer Frontalaufnahme reflektierte Licht genau ins Objektiv trifft.

Hinzu kommt, dass die Winkelgröße des austretenden Lichtkegels abhängig von der Größe der Pupille zum Zeitpunkt der Aufnahme ist. Je größer die Pupille (und diese ist bei Dunkelheit extrem geweitet), desto größer ist dieser Winkel. Im ungünstigsten Fall fotografieren Sie mit einem sehr spitzen Winkel Blitz-Auge-Objektiv, und die Pupillen des Porträtierten sind weit geöffnet. In diesem Fall kommt es fast unweigerlich zum so genannten »Rote-Augen-Effekt«. Das Blitzlicht nimmt, sobald es auf die stark durchblutete rote Netzhaut trifft, diese Farbe »mit auf den Rückweg« zur Kameralinse.

Was tun, um diesen Effekt zu vermeiden? 

Eine Methode besteht darin, das Winkelverhältnis zu verändern. Je näher der Fotograf an sein Motiv rückt, umso größer wird der Winkel Blitz-Auge-Objektiv, und umso mehr steigen die Chancen, dass der ausfallende Lichtkegel die Kameraoptik nicht trifft. Allerdings lässt sich die Aufnahmesituation, insbesondere bei Schnappschüssen, nicht immer in der gewünschten Weise beeinflussen.

Bliebe als zweite Möglichkeit, den Abstand zwischen Blitz und Kameraoptik zu vergrößern, den Blitz beispielsweise deutlich höher zu platzieren und auf diese Weise den Winkel zu vergrößern. Aber auch hier gilt, dass dies in den meisten Fällen nicht machbar sein wird. Die allermeisten Kompaktkameras verfügen beispielsweise nur über einen fest eingebauten Blitz, so dass sich der Abstand zur Kameraoptik nicht verändern lässt.

Die einfachste Lösung des Problems besteht deshalb darin, die Pupillengröße des porträtierten Menschen zu verkleinern. Das lässt sich beispielweise schon durch eine Erhöhung der Raumhelligkeit bewerkstelligen. Ist dies nicht gewünscht oder nicht möglich (etwa nachts in freier Natur), gibt es an vielen Kameras einen »Anti-Rote-Augen-Blitzmodus«, der Ähnliches bewirkt. Dabei blitzt die Kamera kurz vor der eigentlichen Aufnahme ein- oder mehrmals das Motiv an. Die Pupille, »aufgeschreckt« durch so viel Licht, zieht sich zusammen, der oben beschriebene Lichtkegelreflex verengt sich im günstigsten Fall so weit, dass er die Kameraoptik verfehlt – und wir schauen auf der fertigen Aufnahme in schöne grün-braune Augen.