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Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre? Wie schätzen Sie die aktuelle wirtschaftliche Lage in Deutschland ein? Für die Politik, aber auch für die Wirtschaft, ist es längst selbstverständlich: Regelmäßig werden Bürgerinnen und Bürger nach ihrer Einschätzung gefragt. Für Forschung und Wissenschaft fehlte ein solcher Trend‐ und Themenscout bislang. Wissenschaft im Dialog startete daher im Jahr 2014 das Wissenschaftsbarometer, das in regelmäßigen Abständen die Einstellungen der Bundesbürger zu Wissenschaft und Forschung ermittelt. 

Idee

Nach sozialwissenschaftlichen Standards wurde 2014 ein Fragebogen entwickelt. In diesem wurden verschiedene Themenkomplexe erfragt, zum Beispiel, wie stark das Interesse für Wissenschaft ist, welche Kanäle zur Information genutzt werden, wie Nutzen und Risiko von Forschung für die Gesellschaft bewertet werden und wie stark der Wunsch nach Einbindung und Beteiligung in Forschung bei den Bürgerinnen und Bürgern ist. Auf der Grundlage dieses Fragebogens wurde das Wissenschaftsbarometer in 2014, 2015 und 2016 erstellt. Die Umfrageergebnisse basierten auf Telefoninterviews (Festnetz), die in Zusammenarbeit mit einem Meinungsforschungsinstitut durchgeführt wurden. Die erzielten Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 14 Jahren.

 

Weiterentwicklung

Um eine stärkere Nutzung der Daten und Ergebnisse zu wissenschaftlichen Zwecken zu ermöglichen, wird das Wissenschaftsbarometer seit 2017 weiterentwickelt. Damit soll auch eine Vergleichbarkeit mit anderen europäischen Surveys hergestellt werden, wie zum Beispiel dem Wissenschaftsbarometer in der Schweiz oder in Schweden. So können sowohl internationale Trends als auch spezifische Entwicklungen in Deutschland frühzeitig erkannt werden.

Unterstützt wird die Weiterentwicklung durch einen wissenschaftlichen Beirat, in dem sich Dr. Melanie Smallman (UCL), Dr. Maria Lindholm (VA barometer), Prof. Rainer Bromme (Universität Münster), Prof. Mike Schäfer und Prof. Julia Metag (Wissenschaftsbarometer Schweiz) engagieren. 

Gefördert wird das Wissenschaftsbarometer seit 2017 von der Robert Bosch Stiftung. 

Ziele

Neben allgemeinen Fragen zu Orientierungen und Verhaltensweisen der Bevölkerung zu Wissenschaft und Forschung beinhaltet das Wissenschaftsbarometer auch aktuelle Fragen. Damit ist es kurzfristig möglich, Einstellungen und Meinungen zu neuen Technologien oder aktuellen Entwicklungen zu erheben. Für die Zukunft sind Befragungsrunden in regelmäßigen Abständen geplant, um auch Veränderungen in den Einstellungen und Meinungen zu Wissenschaft und Forschung in Deutschland ermitteln zu können. 

Wissenschaftsorganisationen, Hochschulen, Wissenschaftler und forschende Unternehmen, aber auch die Politik und Wissenschaftskommunikatoren können so erstmals erfahren, welche Einstellungen, Wünsche und Interessen ganz unterschiedliche Bevölkerungsschichten und Altersgruppen gegenüber Wissenschaft und Forschung haben. Damit lernen sie die Einstellung zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Technologien frühzeitig kennen und können ihre Arbeit danach ausrichten.