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Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre? Wie schätzen Sie die aktuelle wirtschaftliche Lage in Deutschland ein? Für die Politik, aber auch für die Wirtschaft, ist es längst selbstverständlich: Regelmäßig werden Bürger*innen nach ihrer Einschätzung gefragt. Für Forschung und Wissenschaft fehlte ein solcher Trend‐ und Themenscout lange. Wissenschaft im Dialog startete daher im Jahr 2014 das Wissenschaftsbarometer, das in regelmäßigen Abständen die Einstellungen der Bundesbürger*innen zu Wissenschaft und Forschung ermittelt. Förderer und Unterstützer des Wissenschaftsbarometers sind aktuell die Robert Bosch Stiftung und die Fraunhofer-Gesellschaft.

Idee und Ziele

Für gute Wissenschaftskommunikation ist es wichtig zu wissen, wie es um das Verhältnis von Wissenschaft und Öffentlichkeit bestellt ist. Dazu gehört zum einen Wissen darüber, wo sich die Bürger*innen über Wissenschaft und Forschung informieren. Zum anderen bedarf es Informationen darüber, wie die Bürger*innen Wissenschaft und Forschung wahrnehmen und bewerten - und ob sich dies im Laufe der Zeit verändert. Das Wissenschaftsbarometer erhebt und veröffentlicht seit 2014 jährlich bevölkerungsrepräsentative und vergleichbare Daten zur Einstellung der deutschen Bevölkerung gegenüber Wissenschaft und Forschung. Die Umfrageergebnisse basieren auf Telefoninterviews über Festnetz und - seit 2017 - auch Mobilfunk, die in Zusammenarbeit mit einem Meinungsforschungsinstitut durchgeführt werden. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 14 Jahren. Neben den jährlich wiederkehrenden Fragen gibt es solche zu aktuell relevanten gesellschaftlichen Themen mit Wissenschaftsbezug. Damit können Daten zu Entwicklungen der letzten Monate kurzfristig bereitgestellt werden. 

Das Wissenschaftsbarometer ermöglicht so eine faktenbasierte Diskussion darüber, wie Wissenschaft und Forschung in der Gesellschaft verortet sind und wo Wissenschaftskommunikation ansetzen kann und soll. Die regelmäßig erhobenen Daten und öffentlich kommunizierten Ergebnisse des Wissenschaftsbarometers bieten verschiedenen Zielgruppen eine empirische Grundlage für ihre Arbeit. Praktikerinnen und Praktiker der Wissenschaftskommunikation können auf Basis der vorliegenden Daten ihre Formate und Zielgruppen gezielter auswählen. Vertreter*innen des Wissenschaftssystems und der Wissenschaftspolitik sowie Förderer von Wissenschaftskommunikation erhalten auf Basis der Ergebnisse die Möglichkeit, Veränderungen in den Einstellungen der Bevölkerung gegenüber der Wissenschaft zu erkennen und darauf zu reagieren. Dies wird unterstützt durch eine wissenschaftliche Auswertung und Nutzung der Daten des Wissenschaftsbarometers in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Partnern und durch die Bereitstellung der Daten für alle interessierten Forschenden.

Wissenschaftliche Beratung 

Um eine stärkere Nutzung der Daten zu wissenschaftlichen Zwecken sowie eine bessere internationale Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu ermöglichen, wird das Wissenschaftsbarometer seit 2017 von einem internationalen Beirat begleitet, in dem sich Dr. Melanie Smallman (UCL), Martin Bergman (VA barometer), Prof. Rainer Bromme (Universität Münster), Prof. Mike Schäfer und Prof. Julia Metag (Wissenschaftsbarometer Schweiz) engagieren. 

Methodisch wird das Wissenschaftsbarometer zudem vom GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften beraten. Um die erhobenen Daten auch der Community, die zur Wissenschaftskommunikation forscht, zugänglich zu machen, sind die Datensätze der Erhebungswellen des Wissenschaftsbarometers für Forschende über das Datenarchiv des GESIS zugänglich und können dort angefordert, abgerufen und entsprechend zitiert werden.