Wissenschaft im Dialog http://www.w-i-d.de de-de Wissenschaft im Dialog Sun, 18 Feb 2018 23:55:44 +0100 Sun, 18 Feb 2018 23:55:44 +0100 Wissenschaft im Dialog news-1898 Tue, 13 Feb 2018 11:20:01 +0100 Über schwer Erreichbare und Projekte, die ihnen trotzdem begegnen https://www.wissenschaft-im-dialog.de/trends-themen/blogartikel/beitrag/ueber-schwer-erreichbare-und-projekte-die-ihnen-trotzdem-begegnen/ Bastian Kremer, Projektmanager von Wissenschaft für alle, kennt sich jetzt aus in Sachen „schwere Erreichbarkeit“. Während an der Abteilung Wissenschaftskommunikation des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), dem Projektpartner, die wissenschaftliche Literatur zum Thema zusammengetragen wird, hat er Best Practice Projekte recherchiert, die auf ganz unterschiedliche Art und Weise schwer erreichbare Zielgruppen für Wissenschaft begeistern. Welche das sind, warum er genau diese ausgesucht hat und wie es mit dem Projekt jetzt weitergeht, hat er Katja Machill im Interview verraten.

Was genau meint „schwer erreichbare Zielgruppe“?

Wenn wir das so genau wüssten, gäbe es unser Projekt nicht. Wir wollen ja gerade herausfinden, welche Bevölkerungsgruppen mit bestehenden Formaten der Wissenschaftskommunikation bislang kaum bzw. nicht erreicht werden. Und das bedeutet für uns und für das KIT erst einmal viel Recherche. 

Wo fangt ihr dann an zu suchen?

Es gibt verschiedene Bereiche und Theorien, die versuchen, schwer erreichbare Zielgruppen zu klassifizieren, von der Gesundheitskommunikation bis zur Politischen Bildung. Mal rückt dabei das Bildungsniveau in den Fokus, mal der familiäre Hintergrund und mal das Alter. Es ist spannend zu sehen, in wie vielen Bereichen das Thema schon mal behandelt wurde. Aber gleichzeitigt bestärkt uns die Recherche auch in unserem Projekt. Denn bis auf einzelne Ansätze oder sehr spezifische Beispielprojekte bzw. eng fokussierte Themen gibt es noch kaum umfassende systematische Analysen, gerade im Bereich der Wissenschaftskommunikation.

Von welchen Projekten sprichst du da?

Ich habe mehr als 20 Projekte recherchiert, die mit schwer erreichbaren Zielgruppen zusammengearbeitet haben, um bei ihnen das Interesse für wissenschaftliche Themen zu wecken und eine Auseinandersetzung mit solchen Themen anzuregen. Sechs davon habe ich in einer Fallbeispielanalyse genauer analysiert.

Warum hast du gerade diese sechs ausgewählt?

Wir haben bei der Auswahl sehr auf Varianz geachtet – jedes dieser sechs Projekte hat eine andere Herangehensweise. Das Projekt „I am Science“ aus Südafrika nutzt beispielsweise Apps, um Mädchen aus benachteiligten Schulen für Wissenschaft zu interessieren und eben auch das von Männern geprägte Rollenbild aufzubrechen. Beim EU-Projekt „DIAMOND“ wiederum geht es um Digital Storytelling zusammen mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die nur selten oder gar nicht in Museen gehen, zum Beispiel Ältere in Stadtrandgebieten oder Häftlinge. Bei den in den Museen organisierten Workshops berichteten die Menschen von ihren Gedanken und Gefühlen während ihrer Besichtigung der Exponate. Dagegen stehen in Projekten wie „Camp Discovery“ der Schweizer Science et Cité oder „Science goes Social“ der Berliner Forschungseinrichtungen vor allem Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen oder sozial benachteiligten Familien im Fokus. 

Und wie gehen diese Projekte ganz konkret vor?

Auch sehr unterschiedlich. „Camp Discovery“ zum Beispiel organisiert Ferienlager in der Natur mit vielen Experimenten. „Science goes Social“ auf der anderen Seite lädt zu einer Art Tag der Offenen Tür in ihren Laboren ein. Dabei geht es gar nicht so sehr darum, den Kindern und Jugendlichen etwas beizubringen, sondern sie einfach mal mit einer anderen Welt, der Welt der Wissenschaft, in Berührung zu bringen. Das merkt man auch ganz stark bei dem Projekt „Physik für Flüchtlinge“, das bundesweit in Flüchtlingsunterkünfte geht, um insbesondere den Kindern dort über einfache Physikexperimente eine Abwechslung zu ihrem Alltag zu bieten und so über nonverbale Experimente auch Sprachbarrieren zu überwinden.  

Das waren jetzt fünf Projekte. Und das letzte?

Das sechste Projekt „Enterprising Science“  ist nochmal etwas besonders, weil es einen  theoretischen Unterboden hat. In diesem Projekt wurde 2014 am King’s College in London der sogenannte Science-Capital-Ansatz entwickelt. 

Science Capital, was ist das?

Das ist ein Konzept, das beschreibt wie stark und durch welche Faktoren sich insbesondere Jugendliche  mit Wissenschaft verbunden fühlen. Dazu wurden auch viele wissenschaftliche Paper veröffentlicht, aber vor allem wurde mit diesen Erkenntnissen gemeinsam mit Lehrern ein Unterrichtskonzept entwickelt, mit dem sich dieses Science Capital der Schüler nachweislich steigern lässt. Das ist schon sehr interessant für uns. Doch auch die anderen fünf Beispiele, die nicht so stark theoretisch unterfüttert waren, bieten spannende Erkenntnisse für unser Projekt.

Und welche sind das?

Wir können von solchen Projekten lernen, wie sie an die unterschiedlichen Zielgruppen herantreten. Was muss man bieten, damit sie einem zuhören und mitmachen? Wie schafft man es, dass sie am Ende wirklich das Gefühl haben, die Auseinandersetzung mit Wissenschaft ist interessant und vor allem spannend? Dass genau diese Fragen für jede Zielgruppe, also für Jüngere oder Ältere, Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund, anders beantwortet werden müssen, ist letztlich die Herausforderung in unserem Projekt. Denn wir beschränken uns ja gerade nicht nur auf eine einzige Zielgruppe. 

Wie geht es jetzt weiter bei Wissenschaft für alle?

Mit der wissenschaftlichen Literaturrecherche und den Fallbeispielen haben wir jetzt die theoretische Grundlage geschaffen. Darauf können wir unser Projekt nun aufbauen und Kriterien beschreiben, die bei der Auswahl unserer Zielgruppen berücksichtigt werden sollten. Im März werden wir uns dann mit unserem wissenschaftlichen Beirat zusammensetzen und drei konkrete schwer erreichbare Zielgruppen auswählen.  Mit diesen werden wir dann im weiteren Verlauf des Projekts zusammenarbeiten. Von ihnen zu erfahren, von welchen Formaten der Wissenschaftskommunikation sie sich eher angesprochen fühlen würden und diese gemeinsam mit ihnen zu erarbeiten, ist dann die nächste Aufgabe des Projekts.

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Trends und Themen - Blog Wissenschaft im Dialog
news-1889 Fri, 02 Feb 2018 18:06:56 +0100 Wissenschaftskommunikation ein Forschungstrend? https://www.wissenschaft-im-dialog.de/trends-themen/blogartikel/beitrag/wissenschaftskommunikation-ein-forschungstrend/ Was sind DIE Forschungstrends 2018? Dieser Frage geht aktuell der Deutschlandfunk in einer Interviewserie mit Vorstandsvorsitzenden von großen Forschungseinrichtungen in Deutschland nach. Neben den Präsidenten der vier außeruniversitären Forschungseinrichtungen Max-Planck-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Fraunhofer- und Leibniz-Gesellschaft wurde auch Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), zu aktuellen Trends, Zukunftsthemen, Erfolgen und Misserfolgen befragt. Was sind DIE Forschungstrends 2018? Dieser Frage geht aktuell der Deutschlandfunk in einer Interviewserie mit Vorstandsvorsitzenden von großen Forschungseinrichtungen in Deutschland nach. Neben den Präsidenten der vier außeruniversitären Forschungseinrichtungen Max-Planck-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Fraunhofer- und Leibniz-Gesellschaft wurde auch Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), zu aktuellen Trends, Zukunftsthemen, Erfolgen und Misserfolgen befragt. 

Doch welche Rolle spielt bei den Forschungstrends 2018 die Kommunikation nach außen und damit unser Spezialgebiet die Wissenschaftskommunikation? Wir haben für euch reingehört und liefern einen Überblick. 

Das große Thema der Wissenschaftskommunikation war die Vertrauenskrise der Wissenschaft in Zeiten von alternativen Fakten. Auch in den Interviews wird schnell klar, dass diese etwaige Verschiebung des Verhältnisses von Wissenschaft und Öffentlichkeit für die Vorsitzenden der entscheidende Punkt ist. Wobei die Meinungen durchaus auseinandergehen. 

Chance, sich besser zu erklären

So wird beispielsweise Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft mit den Worten zitiert: „Ich würde nicht von einer Vertrauenskrise sprechen. Ich würde es eher als eine Chance sehen, dass wir aktiv gefordert sind zum Dialog, uns besser zu erklären. Wir haben es ja nach meiner Wahrnehmung nicht damit zu tun, dass man hier und da misstrauisch gegenüber Forschung ist, weil man die Dinge einfach nicht versteht. Die Fragen, die kommen, sind ja oft auch ehrliche Besorgnis, weil man Dinge selbst versteht, versucht zu durchdenken. (…) Ich sehe es eher als eine Chance, als eine Aufforderung zum wirklich streitbaren Dialog und auch als Aufforderung an uns, uns besser zu erklären. Wenn Sie auf Konferenzen gehen, ist es in der Tat so, dass wir oft alle in Abkürzungen, in unserer Fachsprache sprechen, und am Ende diejenigen, für die die Forschung sein soll, die Gesellschaft, nicht mitnehmen. Und das darf nicht sein.“ 

Auch der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) Peter Strohschneider äußerte sich im Gespräch mit Uli Blumenthal zu diesem Thema: „Ob es so etwas gibt wie eine Vertrauenskrise, ist seinerseits eine nicht unumstrittene Hypothese. Ich meine, dass das Wissenschaftssystem, die Wissenschaftler, die Wissenschaftsorganisationen an dieser Stelle ganz besonders sensibel sein sollen. Und unter diese Prämisse würde ich mir selbst und den Kolleginnen und Kollegen empfehlen, zuweilen etwas weniger vollmundig zu sein.“

Die Qualität ist wichtiger als die Menge

Max-Planck-Präsident Martin Stratmann sieht das Vertrauensproblem nicht nur in der Wissenschaft, sondern als generelles in Eliten. Aus seiner Sicht müsste die Wissenschaft folgende vier Dinge tun: „Zunächst mal, wir müssen die Publikationsflut reduzieren. Wir sollten nur noch das publizieren, was wirklich wichtig ist, und wir müssen aufpassen, nicht unser Ansehen nur durch die Menge des Publizierten zu definieren. Die Qualität ist wichtiger als die Menge. Das Zweite ist, Wissenschaft muss ehrlicher werden. Wissenschaft im Allgemeinen verkündet keine Wahrheiten, sondern Erkenntnisse auf dem aktuellen Stand des Wissens. Das ist ein Stand, der jederzeit revidiert werden kann. Wir sollten auch nicht der Versuchung erliegen, der Öffentlichkeit Versprechungen zu machen, Krankheiten zu heilen, die wir am Ende nicht halten können. Wir machen viele Erkenntnisse, vieles führt dazu, dass man auf Dauer auch Krankheiten, schwere Krankheiten angeht, dass man neue Verfahren entwickeln kann. Aber meistens ist das nicht so simpel und nicht so kausal. Wir sollten ehrlicher werden. Drittens, wir müssen Abhängigkeiten vermeiden. Ich glaube, das ist ein ganz wesentlicher Punkt. Wissenschaft darf nie fremdbestimmt sein, weder von der Politik noch von der Wirtschaft. Ein Problem, das wir zurzeit haben, und das ist auch der Kern der Kritik, denke ich: Es gibt viele, viele Studien, wissenschaftliche, angeblich wissenschaftliche Studien, die bei näherem Hinsehen dann doch qualitativ nicht wirklich einer kritischen Analyse standhalten. (…) Und das Letzte: Wir müssen uns einem öffentlichen Diskurs stellen - und zwar so, dass die Öffentlichkeit wirklich mitkommt. Und das geht nur durch das persönliche Engagement von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, nicht nur durch eine PR-Abteilung.“

Weder Otmar D. Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungsorganisationen, noch Pascale Ehrenfreund wurden explizit nach dem Vertrauensproblem gefragt und äußerten sich auch in anderen Bereichen nicht zur Bedeutung der Wissenschaftskommunikation beziehungsweise zum Verhältnis Öffentlichkeit und Wissenschaft. Was allerdings nicht bedeuten soll, dass beide dies nicht in vorherigen Statements getan hätten. 

Intensiv kommunizieren in die Gesellschaft hinein

Auch der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft Matthias Kleiner wurde nicht nach dem Vertrauensverhältnis zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaft gefragt, er betonte allerdings, dass der aktive Dialog explizit Teil der Mission der Leibniz-Institute sei: „(…) erkenntnisorientierte Forschung auf höchstem Niveau zu betreiben, dabei Anwendungsperspektiven immer im Blick zu haben und Anwendungen in Wirtschaft, in Gesellschaft, in den Feldern, wo es Sinn macht, und dabei auch intensiv zu kommunizieren mit der Politik – Politikberatung ist ein wichtiges Stichwort –, aber in die gesamte Gesellschaft hinein. Das ist etwas, was uns wirklich auch zunehmend durch den Kopf geht, wie wir das noch intensivieren können“. In einer besonderen Verantwortung sieht er in diesem Punkt die acht Forschungsmuseen innerhalb der Leibniz-Gemeinschaft. „Einmal, zu sammeln, die Sammlungen – 110 Millionen Sammlungsstücke in den acht Forschungsmuseen – an und mit der Sammlung zu forschen zu auch übergreifenden Themen. Und hier sind wir besonders froh, dass es uns gelungen ist, mit der Smithonian Institution, die in den USA die führende Institution ist, Forschungsmuseen zu organisieren, um noch besser zu wissen, wie machen wir das, was sind Zielgruppen, wie können wir auch eine Partizipation der Gesellschaft an dem, was wir tun, realisieren. Ich nenne mal dieses Stichwort Citizen Scienceship, also die Beteiligung von Bürgern, qualitätsgesichert in jedem Fall, an Forschungsprojekten. Da haben Sie einen wichtigen Punkt angesprochen“, sagt er. 

Wir sind immer noch zu sehr unseren eigenen Themen verhaftet

Auch Martin Stratmann erwähnte den Bereich Kommunikation mit der Öffentlichkeit außerhalb der Frage bezüglich der Vertrauenskrise. Und zwar als Misserfolg, den alle Interviewten benennen sollten. So sagte der Max-Planck Präsident: „Es ist uns und anderen nicht wirklich gelungen, die Bevölkerung so für Wissenschaft zu begeistern, wie das notwendig wäre. Ich denke, wir sind immer noch zu sehr unseren eigenen Themen verhaftet, wir haben unsere eigene Sprache. Wir haben die Bevölkerung nicht so mitgenommen, wie man das machen muss. Die Kritik, die an Wissenschaft generell geäußert wird, die haben wir nicht wirklich befriedigen können. Und ich denke, das ist auch ein Misserfolg.“

Insgesamt wurde in den kurzen Interviews deutlich, dass die Vertrauensfrage weiterhin ein spannendes Thema zu bleiben scheint und der Bedarf an Wissenschaftskommunikation durchaus auf dem Schirm der Vorsitzenden der großen Forschungseinrichtungen ist. Unklar bleibt jedoch noch etwas, wie genau die Kommunikation der Zukunft aussehen soll. 

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Trends und Themen - Blog Meinungen
news-1888 Wed, 31 Jan 2018 23:42:14 +0100 Hurra, hurra, die No 1 der #einhorntalks ist da! https://www.wissenschaft-im-dialog.de/trends-themen/blogartikel/beitrag/hurra-hurra-die-no-1-der-einhorntalks-ist-da/ Wir wagen was Neues: Rebecca Winkels und ich sprechen in der Reihe #einhorntalks mit allerlei Menschen aus der weiten Welt der Wissenschaftskommunikation über magische Momente, den Alltag und was die Zukunft so bringt. Unser erster Gast ist Michael Sonnabend, Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Interne Kommunikation beim Stifterverband.  

Wir wagen was Neues: Rebecca Winkels und ich sprechen in der Reihe #einhorntalks mit allerlei Menschen aus der weiten Welt der Wissenschaftskommunikation über magische Momente, den Alltag und was die Zukunft so bringt. Unser erster Gast ist Michael Sonnabend, Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Interne Kommunikation beim Stifterverband. 

Obwohl ihm Einhörner ziemlich egal sind, Gast beim ersten Einhorntalk zu sein, hat ihn dann doch gereizt. Wir haben mit Michael über Offenheit und Glaubwürdigkeit gesprochen, über seine Faszination für Podcasts und darüber, wie Breaking Bad „auf Wissenschaftskommunikation“ aussehen könnte. 

Hier einige Highlights aus dem Interview. Wir sprachen ...

… über Podcasts in der Wissenschaftskommunikation

Katja: Wenn du die Sachen nicht selbst produzierst, sondern Wissenschaft konsumierst, was guckst du dir dann an, oder liest?

Michael: In diesem Fall höre ich ganz gerne. Ich bin ein großer Podcast-Fan seit drei, vier Jahren ungefähr und höre mich sehr viel durch Wissenschaftspodcasts durch. (...) Das ist nochmal so ein Format, was mich total anfixt, weil man so ganz bei der Sache ist. (...) Die Stimmen sprechen einem direkt ins Ohr. Ich glaube, dass diese Unmittelbarkeit das große Plus von dem Format Podcast ist.

...über Einhörner in der Wissenschaftskommunikation

Katja: Was müsste denn unser Einhorn tun, damit es dich so richtig reinziehen kann in seine Geschichte?

Michael: Mh, keine Ahnung. Ich hab's ja ehrlich gesagt gar nicht so mit Einhörnern. Einhörner sind mir eigentlich ziemlich egal.

… über Storytelling in der Wissenschaftskommunikation

Michael: Wenn man zum Beispiel so eine Geschichte wie Breaking Bad sich anguckt, die erzählt durch die Art der Bilder, durch die Art wie ich Personen darstelle, wie ich ihren Zwiespalt darstelle, wie ich darstelle, dass eine Person nicht nur gut oder nur böse ist, sondern dass es ganz viele menschliche Facetten dazwischen gibt. Ich glaube, diesen Aspekt haben die ganz gut aufgegriffen und in Bilder gepackt und in Storys gepackt, sodass man als Zuschauer gar nicht anders kann als unbedingt weiter gucken zu wollen, wie es mit diesen Leuten weitergeht. (...)

Katja: Wie sieht Breaking Bad auf Wissenschaftskommunikation aus?

Michael: Ja, das ist noch ein bisschen schwierig. 

… über Vertrauen, Offenheit und Glaubwürdigkeit in der Wissenschaftskommunikation

Michael: Wir sind ja gerade in einer großen Vertrauensdiskussion. Wir haben die Diskussion, dass Menschen sagen, ja, wir haben Vorbehalte gegen das ganze Wissenschaftssystem und die Wissenschaftscommunity überlegt sich, wie gehen wir damit um.

Katja: Und wenn wir dann zeigen, dass die auch Fehler machen oder nicht perfekt sind, das hilft?

Michael: Ich könnte mir das vorstellen, ja.

Katja: Und warum?

Michael: Ja, weil das eben etwas ist, was jeder Mensch intuitiv weiß, dass etwas nicht nur gut ist. Das ist natürlich der Nachteil von PR, dass sie immer den Drang hat, Dinge besonders schön und positiv darzustellen. Aber ich glaube, wir müssen einfach dahin kommen zu sagen, die Dinge sind eben nicht so. (...)

Katja: Wie fängt man den an, nicht mehr perfekt sein zu wollen und das nach außen zu zeigen? 

Michael: (...) Vielleicht auch mal ein kritisches Wort zulassen und nicht direkt  denken, die Welt geht unter, nur weil uns als Institution jemand kritisiert oder weil Populisten das System kritisieren, sondern einfach eine Art Offenheit entwickeln, die eben viel glaubwürdiger letztendlich rüberkommt.

Katja: Das betrifft also zum einen die Wissenschaftler, aber das würde doch genauso zutreffen für unsere Arbeit als Wissenschaftskommunikatoren, oder?

Michael: Ja, klar. Alle, die in einer Senderfunktion sind, alle die müssen mal in sich gehen und sich überlegen, ist die Art, in der wir uns nach außen hin präsentieren, die richtige Art.

Katja: Und hast du schon mal etwas von deiner Arbeit etwas gezeigt, das nicht perfekt ist? Das öffentlich gemacht?

Michael: Das ist ehrlich gesagt, noch nicht allzu oft vorgekommen, aber ich glaube, dass das der Weg sein muss, den wir in Zukunft gehen.

… über die Zukunft von Wissenschaftskommunikation

Katja: Was wäre dein nächstes Jahresprojekt in der Wissenschaftskommunikation, völlig frei von allem mit viel Geld?

Michael: Oh.

Katja: Unglaublich, ne?

Michael: Ja, unglaublich. Das wäre wahrscheinlich ein Paket aus vielen verschiedenen Formaten, die ich gerne mal ausprobieren würde. Ich glaube, dass da jetzt so ein paar Dinge am Horizont erscheinen, die Kommunikationsarbeit verändern werden. (...) Ich glaube, dass das Thema Audio an sich zum Beispiel in Zukunft eine ganz andere Rolle spielen wird in unserem täglichen Leben. Ich sage nur mal Stichwort Alexa oder Siri oder, ich weiß gar nicht, wie heißt der Assistent von Google? Diese Assistenten werden uns begleiten und wir werden mit denen sprechen. Die werden vieles für uns tun. Und man wird dann vielleicht auch sagen können, hey, Alexa, spiel mir mal die neue Folge von Forschergeist vor, und dann geht's los.

… über den Kern von Wissenschaftskommunikation

Katja: Was ist Wissenschaftskommunikation für dich im Wesentlichen, in der Essenz?

Michael: Ich glaube, Wissenschaftskommunikation muss vor allem versuchen, dieses Vertrauen zu rechtfertigen, das die Gesellschaft in sie gesetzt hat bisher. Das Vertrauen bröckelt ja auch. (...) Wir müssen besser zeigen, wie Wissenschaft für die Gesellschaft wirkt. Wir dürfen nicht nur behaupten, dass wir die Guten sind und dass wir nur Gutes für die Gesellschaft machen, sondern wir müssen da auch wirklich für stehen.

Zum Einhorntalk mit Michael Sonnabend in voller Länge.

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Trends und Themen - Blog Wissenschaftskommunikation
news-1887 Tue, 30 Jan 2018 14:24:54 +0100 Wisskolumm – Die Kolumne von Wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaft-im-dialog.de/trends-themen/blogartikel/beitrag/wisskolumm-die-kolumne-von-wissenschaftskommunikationde-3/ Was ist eigentlich los in der Wissenschaftskommunikation? Womit beschäftigt sich die Community? Wer genau macht eigentlich was und auf welcher Basis? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Portal www.wissenschaftskommunikation.de. Projektleiterin Rebecca Winkels fasst für uns einmal im Monat ihre ganz persönlichen Highlights aus den unterschiedlichen Bereichen in einer Kolumne zusammen.  

Was ist eigentlich los in der Wissenschaftskommunikation? Womit beschäftigt sich die Community? Wer genau macht eigentlich was und auf welcher Basis? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Portal www.wissenschaftskommunikation.de. Projektleiterin Rebecca Winkels fasst für uns einmal im Monat ihre ganz persönlichen Highlights aus den unterschiedlichen Bereichen in einer Kolumne zusammen.

1. Highlight des Monats

Das Highlight des Monats Januar kommt aus der Rubrik „Forschung über Wissenschaftskommunikation“. Julia Serong hat mit einem Forscherteam der TU Dortmund die Verbreitung von Pressemitteilungen in den vergangenen 20 Jahren untersucht. Ihr Fazit: Als Instrument der Wissenschaftskommunikation sind Pressemeldungen nach wie vor relevant. Ein spannendes Thema, das auch auf Twitter rege Diskussionen nach sich zog.

2. Gastbeitrag des Monats

Ein weiteres Highlight im Januar war die Veröffentlichung des Papiers vom Siggener Kreis, dem Thinktank der Wissenschaftskommunikation. Für unsere Homepage hat Philipp Burkard das Papier kommentiert.  Er ist Leiter der Schweizer Stiftung Science et Cité. Sein Fazit: Der Aufruf ist löblich, aber um wirklich etwas zu bewegen, muss noch mehr passieren. 

3. Interview des Monats

Dem Wissenschaftsjournalismus geht es schlecht – und zwar weltweit, so ein viel gehörtes Credo in den vergangenen Jahren. Um genau das zu ändern, gibt es in der Schweiz jetzt ein neues Portal für Wissenschaftsjournalismus. Higgs.ch ist seit Januar am Start und im Interview erklärt der Gründer und Chefredakteur Beat Glogger das Geschäftsmodell hinter dem Projekt. 

4. Profil des Monats

Wie aus einem Wetterballon und einer Schneeflocke ein Wissenschaftsjournalist wird? Das könnt ihr im Frage-Antwort-Spiel mit dem Lehrer und Journalisten Sebastian Funk nachlesen. Er ist unser Profil des Monats

 

5. Format des Monats

Nach dem klassischen Adventskalender im letzten Monat gibt es wieder ein modernes Format, das vielleicht sogar die Zukunft der Wissenschaftskommunikation ist?! Wenn Bilder ihrem Rahmen entspringen, nicht mehr existente Gebäude wieder auftauchen oder Daten und Fakten in der Luft erscheinen, dann ist das Augmented Reality – wir erklären, wie es funktioniert. 

 

 

6. Der Blick über den Tellerrand

Wissenschaftskommunikation findet natürlich auch auf anderen Plattformen statt. Beispielsweise ganz aktuell beim Deutschlandfunk Wissen. Dort werden die Präsidenten der außeruniversitären Forschungseinrichtungen nach den Forschungstrends für das Jahr 2018 gefragt. Eine wichtige Rolle scheint die mutmaßliche Vertrauenskrise der Wissenschaft zu spielen.  

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Trends und Themen - Blog Meinungen
news-1878 Wed, 10 Jan 2018 10:25:14 +0100 Wissenschaft braucht Courage – Siggener Impulse 2017 https://www.wissenschaft-im-dialog.de/trends-themen/blogartikel/beitrag/wissenschaft-braucht-courage-siggener-impulse-2017/ Es ist Zeit zum couragierten Handeln für Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation! Dafür müssen wir entschieden anti-aufklärerischen Kräften entgegenstehen und gleichzeitig gesellschaftliche Widerstandskräfte gegen fake news stärken. Gleichzeitig brauchen wir in der Wissenschaftskommunikation eine stärkere Orientierung an Werten und Inhalten. Es ist Zeit zum couragierten Handeln für Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation! Dafür müssen wir entschieden anti-aufklärerischen Kräften entgegenstehen und gleichzeitig gesellschaftliche Widerstandskräfte gegen fake news stärken. Gleichzeitig brauchen wir in der Wissenschaftskommunikation eine stärkere Orientierung an Werten und Inhalten.

Das ist der Kern der Ergebnisse des Siggener Kreises, der im Oktober 2017 auf Gut Siggen in Ostholstein tagte. Sie wurden unter dem Titel „Wissenschaft braucht Courage“ veröffentlicht. 20 Expertinnen und Experten aus Wissenschafts-PR, Journalismus sowie Forschung und Lehre haben sich erneut „Eine Woche Zeit“ genommen, um über die aktuellen Herausforderungen in der Wissenschaftskommunikation zu diskutieren. Ein gewisser Luxus, gerade angesichts der perfekten Bedingungen auf diesem herrlichen Gut nahe der Ostsee, aber auch vier Tage harte Arbeit… 

Arbeit, die allerdings gerade jetzt wichtig ist. An vielen verschiedenen Stellen wird derzeit über Wissenschaftskommunikation diskutiert. Angesichts von Brexit und Trump, Türkei und Polen oder auch der AfD beschleicht viele das Gefühl, dass die „Gegenseite“ (wer auch immer das genau ist…) stärker oder vor allem lauter wird. Auch wenn sich dies noch nicht zu deutlich in den Einstellungen der Menschen in Deutschland niederschlägt (siehe Wissenschaftsbarometer 2017), so bleibt doch die Ahnung, dass ein präventives Handeln notwendig ist.

Aber wo ansetzen? Ergibt es wirklich Sinn, den „Fehler“ nur bei der Kommunikation zu suchen, wie es auch viele der Aussagen bei der Tagung „Wissenschaft braucht Gesellschaft“ der Volkswagen Stiftung in Hannover glauben machen wollten? Sind manche Fehlentwicklungen – wie beispielsweise die der zu starken Imagekommunikation mancher Akteure – nicht eher Symptom als Ursache? 

So gehen aus meiner Sicht leider auch einige der Vorschläge, die jetzt in der Arena sind, am Ziel vorbei. More of the same – in dem Fall Imagekommunikation, so hört man doch tatsächlich bei einigen Beiträgen heraus. Eine regelmäßige Verteufelung der sozialen Medien, ohne die ja diese fake news erst gar nicht entstanden wären, geht einher mit dem Rat, sich als Wissenschaftler hier lieber nicht zu engagieren. 

Sinnvoll sind sicherlich die Beiträge, die ein stärkeres Engagement der Öffentlich-Rechtlichen einfordern und eine Unterstützung des Wissenschaftsjournalismus. Auch eine gewisse Regulierung der sozialen Medien ergibt sicherlich Sinn und ist dringend geboten. Alles andere scheint angesichts des massiven Einsatzes von Kapital mit dem Zweck der Desinformation seitens Konzernen und Regierungen naiv.

Aber: Wir können in der Wissenschaft nicht einfach sagen, dass es die anderen mal richten sollen und wir machen einfach ein bisschen mehr von dem, was wir schon immer getan haben. Um alternativen Fakten entgegen zu treten, müssen Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation vertrauenswürdige Informationen aktiv in gesellschaftliche Debatten einbringen und niedrigschwellig sowie verständlich zugänglich machen. Möglichst viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssen sich auch in den sozialen Medien einbringen. Ein wichtiges Soziales Medium ist dabei aus Sicht des Siggener Kreises auch Wikipedia. Ein Engagement für die zentrale Plattform des Wissens unserer Zeit sollte für viele Wissenschaftler eine Selbstverständlichkeit werden. Der Siggener Kreis wird in Kürze eine Kampagne starten, die die Unterstützung der Wissenschaft für Wikipedia deutlich vergrößern soll.

Um Vertrauen in die Wissenschaft und in wissenschaftliches Vorgehen zu erhalten bzw. zurückzugewinnen, muss Wissenschaftskommunikation Prozesse und Ergebnisse sowie die Finanzierung von Forschung transparenter machen. Eine Öffnung der Wissenschaft hin zur Gesellschaft soll durch feste Ansprechpartner und Orte für Bürgerbeteiligung und Open Science unterstützt werden. Dies sollte Standard für jede Forschungseinrichtung und Hochschule werden.

Eine wichtige Ursache für vielerlei Fehlentwicklungen in Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation ist sicher der verstärkte Wettbewerb in Wissenschaft und Forschung. Dieser ist aus Sicht des Siggener Kreises zwar grundsätzlich notwendig, kann aber eine werblich orientierte Reputationskommunikation zu Lasten einer an Inhalten und Werten orientierten Prozess- und Ergebniskommunikation begünstigen.

Was bleibt? Sicher ist, wir sollten handeln. Dazu braucht es Mut und ein zielgerichtetes Vorgehen, gemeinsam mit den Akteuren, die ebenfalls eine freie Meinungsbildung mit dem besten verfügbaren Wissen unterstützen wollen. 

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Meinungen
news-1872 Wed, 20 Dec 2017 16:26:33 +0100 Wisskolumm – Die Kolumne von Wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaft-im-dialog.de/trends-themen/blogartikel/beitrag/wisskolumm-die-kolumne-von-wissenschaftskommunikationde-2/ Was ist eigentlich los in der Wissenschaftskommunikation? Womit beschäftigt sich die Community? Wer genau macht eigentlich was und auf welcher Basis? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Portal www.wissenschaftskommunikation.de. Projektleiterin Rebecca Winkels fasst für uns einmal im Monat ihre ganz persönlichen Highlights aus den unterschiedlichen Bereichen in einer Kolumne zusammen.  

Was ist eigentlich los in der Wissenschaftskommunikation? Womit beschäftigt sich die Community? Wer genau macht eigentlich was und auf welcher Basis? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Portal www.wissenschaftskommunikation.de. Projektleiterin Rebecca Winkels fasst für uns einmal im Monat ihre ganz persönlichen Highlights aus den unterschiedlichen Bereichen in einer Kolumne zusammen.

1. Highlight des Monats

Nachdem die Wissenschaftskommunikatoren beim 10. Forum Wissenschaftskommunikation in Braunschweig getagt haben, ging direkt im Anschluss die WissensWerte in Darmstadt los. Für unsere Plattform war Alexander Mäder als Gastautor beim Klassentreffen der Wissenschaftsjournalisten dabei. Zu den Themen gehörten Fake News, Content Marketing und Kommunikation von Geisteswissenschaften. 

#WW17: Der Hase und die Fake News

#WW17: Content Marketing – Die Wächter brauchen Geld

#WW17: Geisteswissenschaften – (k)ein Fall für das Feuilleton?

Diskutiert wurde darüber natürlich auch auf Twitter

2. Gastbeitrag des Monats

Dem Publikum eine fesselnde Geschichte erzählen – das ist das gemeinsame Ziel von Wissenschaftskommunikation, Wissenschaftsjournalismus und auch von Improvisationstheater. Susanne Hecker verbindet die Disziplinen in ihren Workshops für Wissenschaftler und Kommunikatoren. So auch auf dem Forum Wissenschaftskommunikation. Im Gastbeitrag des Monats erklärt sie, wie das genau funktioniert.

3. Trend des Monats

Ist natürlich der Adventskalender, schließlich ist bald Weihnachten. Auf unserem Portal ist die Weihnachtszeit die Wunschzeit. Was wünscht sich die Community denn eigentlich für das neue Jahr? Unser Adventskalender mit dem #WisskommXmas bringt Einblicke. Und wir stellen im Portal auch zwei weitere spannende Adventsformate vor: Mathe im Advent und den Rätselkalender.

4. Format des Monats

Für alle, die zu Weihnachten vor allem ans Essen denken, aber kein schlechtes Gewissen haben wollen, ist das Wissensbuffet das perfekte Format. Hier wird beim Essen quasi nebenbei Wissenschaft vermittelt. 

5. Diskurs des Monats

Wie kommunizieren eigentlich Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mit der Öffentlichkeit? Zu diesem Thema gab es zur Tagung #kurzundgut sowohl auf Twitter spannende Beiträge, als auch bei der Süddeutschen Zeitung und im Tagesspiegel. 

Und andere:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/geisteswissenschaften-der-twitternde-professor-1.3780381?platform=hootsuite 

http://www.tagesspiegel.de/wissen/soziale-medien-in-der-wissenschaft-bloggen-kann-befreiend-wirken/20678776.html

In diesem Sinne frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr!

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Trends und Themen - Blog Meinungen
news-1871 Wed, 20 Dec 2017 11:18:02 +0100 Zeigt eure Forschung! Team „Es war einmal…Wissenschaftliche Kurzgeschichten“ https://www.wissenschaft-im-dialog.de/trends-themen/blogartikel/beitrag/zeigt-eure-forschung-team-es-war-einmalwissenschaftliche-kurzgeschichten/ Hadar, Rebecca und Dharma begrüßen mich am MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen. Ich bin mit den dreien für ein Interview verabredet. Die Wissenschaftlerinnen aus Israel, Großbritannien und Chile sind Teil des Gewinnerprojekts „Es war einmal…Wissenschaftliche Kurzgeschichten“. Es waren einmal…wissenschaftliche Kurzgeschichten

Hadar, Rebecca und Dharma begrüßen mich am MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen. Ich bin mit den dreien für ein Interview verabredet. Die Wissenschaftlerinnen aus Israel, Großbritannien und Chile sind Teil des Gewinnerprojekts „Es war einmal…Wissenschaftliche Kurzgeschichten“. Die drei führen mich durch ihr Büro und zeigen mir Fotos ihres Teams, denn eigentlich ist die Gruppe noch viel größer: Rund 20 Personen gehören mittlerweile dazu. Rebecca erklärt: „Manche von uns sind gerade für Forschungsprojekte im Ausland. Und es gibt immer wieder Leute, die noch in das Projekt einsteigen.“

Mit dem Projekt „Es war einmal…“ wollen sie  Forschungsthemen zum Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane anhand von Kurzgeschichten kommunizieren und so den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft fördern. „Die Geschichten sollen Erwachsene und Kinder aus verschiedenen Ländern erreichen“, sagt Dharma. Dafür nutzt die Gruppe ihre eigene Internationalität: Die Team-Mitglieder kommen aus rund zehn Ländern und übersetzen die Kurzgeschichten in ihre Muttersprache. Dass sie alle dabei großen Spaß haben, merke ich auch während des Interviews. Immer wieder schauen Team-Mitglieder vorbei und erzählen, welche Geschichten sie beigesteuert haben. Die Kurzgeschichten kommen gut an, bei Groß und Klein. Das konnte das Team bereits bei Lesungen in und um Bremen testen. 

Und die Arbeit hat sich gelohnt: Seit vergangenem September gibt es den ersten Band der wissenschaftlichen Kurzgeschichten zum freien Download auf der Seite des MARUMS. Das illustrierte E-Book ist zurzeit auf Englisch, Deutsch und Spanisch erhältlich. „Wir planen aber, die Geschichten noch in weitere Sprachen zu übersetzen“, sagt Hadar. Das Buch sei eine große Gemeinschaftsarbeit, sagt sie: „Manche von uns haben Geschichten geschrieben, andere haben sie übersetzt. Ein paar von uns haben die Geschichten dann illustriert.“  So ist ein buntes und vielfältiges Buch entstanden: Die Bremer Stadtmusikanten sind im Jahre 2116 mit dem Anstieg des Meeresspiegels konfrontiert und das Korallen-Mädchen Lophelina bangt um ihre Heimat Corallia, die von der Korallenbleiche bedroht wird. Auch kleinste Unterwasserlebewesen geben einen Einblick in ihren Lebensraum. 

Dafür, dass das Team ihre Forschungsthemen  anhand von Kurzgeschichten verständlich und interessant kommuniziert hat, wurde es, als eines von drei Gewinnerteams, im September 2017 zusätzlich ausgezeichnet.

Am Ende des Interviews bin ich neugierig auf weitere Kurzgeschichten und freue mich schon auf den zweiten Band von „Es war einmal… Wissenschaftliche Kurzgeschichten“, denn, wie ich erfahre, ist der bereits in Planung.

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Trends und Themen - Blog Wissenschaft im Dialog
news-1867 Fri, 08 Dec 2017 11:00:00 +0100 Mit Kreativität die Schule verbessern https://www.wissenschaft-im-dialog.de/trends-themen/blogartikel/beitrag/mit-kreativitaet-die-schule-verbessern/ Ein Erste-Hilfe-Roboter, ein RFID-Schülerausweis, ein Tamponspender, Bewässerungssysteme für‘s Schulbeet, ein Schulmodell, diverse Apps – an diesen und vielen weiteren tollen Projektideen haben die Schülerinnen und Schüler gearbeitet, die an den Hack Days während der Make-Your-School-Pilotphase im Schuljahr 2016/2017 teilgenommen haben. Mit Kreativität die Schule verbessern

Ein Erste-Hilfe-Roboter, ein RFID-Schülerausweis, ein Tamponspender, Bewässerungssysteme für‘s Schulbeet, ein Schulmodell, diverse Apps – an diesen und vielen weiteren tollen Projektideen haben die Schülerinnen und Schüler gearbeitet, die an den Hack Days während der Make-Your-School-Pilotphase im Schuljahr 2016/2017 teilgenommen haben. 

Als ich Make Your School  im Oktober 2016 übernahm, hatte ich keine Vorstellung davon, auf welche Ideen die Schülerinnen und Schüler während ihres Hack Days kommen würden. Hack Days hatten wir bei Wissenschaft im Dialog bisher vorrangig für Erwachsene organisiert, die in der Regel mit dem Format vertraut waren und unterschiedliche Vorkenntnisse mitbrachten.

Doch für die meisten  Schülerinnen und Schüler ist dieses Format neu. Ich ließ es auf mich zukommen und tatsächlich sprudelten sie, nach anfänglicher Scheu, mit Einfällen. Der erste Hack Day fand im März 2017 an der Gustav-Heinemann-Schule in Rüsselsheim statt und es war ein gelungener Auftakt von fünf Pilot-Veranstaltungen. Die koordinierenden Lehrkräfte waren super vorbereitet und auch die engagierten Mentoren hatten sich richtig ins Zeug gelegt. Auch die folgenden Hack Days konnten sich sehen lassen.

Doch was passiert während eines Hack Days?

Hack Days sind zwei- bis dreitägige Maker-Veranstaltungen. Bei Make Your School finden sie direkt an den Schulen statt und werden von ihnen ausgerichtet. Hack Days starten mit einer moderierten Ideenfindungsphase, bei der sich die Schülerinnen und Schüler zunächst „Probleme“ und anschließend Lösungsvorschläge überlegen.  Es handelt zwar um ein Problemlösungsansatz, „Problem“ ist dabei aber etwas hoch gegriffen. In erster Linie sollen sie ihr Schulumfeld aktiv mitgestalten. Dafür steigen sie nach der Ideenfindungsphase, an deren Ende sie sich in Teams einteilen, in die Arbeitsphase ein. Im Team strukturieren sie dann ihren Arbeitsprozess, verteilen Rollen und Aufgaben und beginnen mit der aktiven Umsetzung ihrer Idee. Dafür stehen ihnen technische und digitale Mittel zur Verfügung. Im Idealfall präsentieren sie am Ende der Veranstaltung einen Prototypen, an dem sie nach dem Hack Day noch weiterarbeiten können.

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Trends und Themen - Blog Wissenschaft im Dialog
news-1862 Thu, 30 Nov 2017 15:12:26 +0100 Wisskolumm – Die Kolumne von Wissenschaftskommunikation.de https://www.wissenschaft-im-dialog.de/trends-themen/blogartikel/beitrag/wisskolumm-die-kolumne-von-wissenschaftskommunikationde-1/ Was ist eigentlich los in der Wissenschaftskommunikation? Womit beschäftigt sich die Community? Wer genau macht eigentlich was und auf welcher Basis? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Portal www.wissenschaftskommunikation.de. Projektleiterin Rebecca Winkels fasst für uns einmal im Monat ihre ganz persönlichen Highlights aus den unterschiedlichen Bereichen in einer Kolumne zusammen.
Was ist eigentlich los in der Wissenschaftskommunikation? Womit beschäftigt sich die Community? Wer genau macht eigentlich was und auf welcher Basis? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Portal www.wissenschaftskommunikation.de. Projektleiterin Rebecca Winkels fasst für uns einmal im Monat ihre ganz persönlichen Highlights aus den unterschiedlichen Bereichen in einer Kolumne zusammen.

1. Heimlicher Schwerpunkt des Monats

Obwohl sich auch im November viele Beiträge im Portal sich um das Thema Partizipation drehten, gab es aus meiner Sicht einen weiteren „heimlichen“ Schwerpunkt des Monats. Ob im Panoptikum, unserer zweiwöchigen Kolumne zum Thema Wissenschaftskommunikation, oder in einzelnen Artikeln, immer wieder ging es bei uns um die Verbindung von Kunst und Wissenschaft. Eine spannende Rundumschau dazu gibt es im Interview mit Sam Illingworth von der University of Manchester.

2. Interview des Monats

Dietram A. Scheufele hingegen beschäftigt sich nicht mit Kunst an sich, aber dafür umso mehr mit der Kunst der Kommunikation. Wir haben mit dem Professor für Wissenschaftskommunikation an der University of Wisconsin-Madison und am Morgridge-Forschungsinstitut in Madison über Eindrücke und Ergebnisse der Sackler-Konferenz in Washington zum Thema Wissenschaftskommunikation gesprochen. Ein Must-Read für alle, die sich für Wissenschaftskommunikation interessieren. 

3. Format des Monats

Vor dem Hintergrund des 10. Forum Wissenschaftskommunikation in Braunschweig ist das Format des Monats aus meiner Sicht das Instatakeover. Nicht unbedingt neu, aber spannend und vom Online-Team von Wissenschaft im Dialog toll eingesetzt, um intime Bilder vom „Klassentreffen der Wissenschaftskommunikation“ zu liefern. In unserem Blog verraten wir, wie so ein Takeover funktioniert und wann es sich lohnt. 

4. Jobprofil des Monats

Aber vom Forum nochmal schnell zurück zur Kunst. Im Jobprofil des Monats stellen wir Sascha Ott vor, ein studierter Physiker und Journalist, der seine Leidenschaft für Improvisationstheater und Kabarett inzwischen für die Wissenschaftskommunikation einsetzt und uns erzählt, wie es dazu kam. 

5. Trend des Monats

GIFs, was sonst?! Unter dem Hashtag #Gifyourscience, wurde beim 10. Forum Wissenschaftskommunikation quasi alles in animierte GIFs verwandelt. Hintergrund: Der Workshop von Johanna Barnbeck und mir.

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Meinungen
news-1860 Thu, 30 Nov 2017 09:23:41 +0100 Nikolaus is watching you − #fwk17 Gastbloggerin Melanie Bartos https://www.wissenschaft-im-dialog.de/trends-themen/blogartikel/beitrag/nikolaus-is-watching-you-fwk17-gastbloggerin-melanie-bartos/ Bevor es wieder zurück nach Innsbruck geht (und mit W-Lan-Versorgung auf der langen Zugfahrt nicht zuverlässig gerechnet werden kann) hier nochmals ein kurzer Blick in den Vormittag von Tag 3. In der traditionellen Nikolaussession hörten wir von Philipp Schrögel, Michael Büker und Lars Fischer von den guten und schlechten Taten der Wissenschaftskommunikation im vergangenen Jahr. Bevor es wieder zurück nach Innsbruck geht (und mit W-Lan-Versorgung auf der langen Zugfahrt nicht zuverlässig gerechnet werden kann) hier nochmals ein kurzer Blick in den Vormittag von Tag 3. In der traditionellen Nikolaussession hörten wir von Philipp Schrögel, Michael Büker und Lars Fischer von den guten und schlechten Taten der Wissenschaftskommunikation im vergangenen Jahr. Besondere Highlights aus dem Gebiet: „Wir brauchen da noch ein Bild“ sind unter dem Hashtag #KonForPreBiTa (Kontextloses Forschungsbild des Tages) auf Twitter zu finden. Und wer hier auch gerne mal erwähnt werden möchte – hier ein paar Tipps:

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Meinungen