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„Einzigartig“: Helles, buntes und schrilles Theaterstück über synthetische Biologie

11. September 2017

  • erstellt von Elena Hungerland
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Die Schauspieler bringen Licht ins Dunkel rund um unsere Einzigartigkeit. Foto: Patryk Witt

Die Schauspieler bringen Licht ins Dunkel rund um unsere Einzigartigkeit. Foto: Patryk Witt

Am Sonntag, den 17. September ist es soweit: Das Theaterstück „EinzigArtig“ feiert im Berliner Museum für Naturkunde seine Premiere. Es ist – laut Flyer – ein Stück für alle „Nicht-Biolog*innen“. Da war ich neugierig und habe für euch die Generalprobe besucht. Wie würde das wohl sein, ein Theaterstück über synthetische Biologie?

An einem sommerlichen Tag empfing mich die Produzentin des Stücks, Julia Schreiner, herzlich in der Jugendtheaterwerkstatt (jtw) Spandau. Da eine Gruppe Jugendlicher an diesem Tag einen zweiwöchigen Sommercampus startete, lag der Zauber des Anfangs in der Luft.  Julia Schreiner zeigte mir die Theaterwerkstatt und stellte mir den Regisseur, Carlos Manuel, vor. Dann ging es auch schon in den Aufführungssaal. Die Bühne befand sich mitten im Raum, sodass wir uns frontal oder seitlich zur Bühne setzen konnten. Das Bühnenbild wirkte zunächst eher karg, da nur reihenweise Kisten auf dem Boden standen. Im Laufe des Stücks sollte sich das jedoch ändern, denn die Schauspielerinnen und Schauspieler holten immer wieder neue Requisiten aus den Kisten und füllten so die Bühne mit Leben.

Nachdem sich das junge Publikum um die vielen Kästen verteilt hatte, ging es auch schon los: Aus der Dunkelheit tauchten plötzlich drei Gestalten in weißen Anzügen und mit Gasmasken auf, die sich wie in einem Sperrgebiet vorsichtig Richtung Bühne hervortasteten und mit Taschenlampen ins Publikum leuchteten. Es wirkte so, als wollten die drei Akteurinnen Licht ins Dunkel rund um unsere Einzigartigkeit bringen.

Im Verlauf des Stücks ging es dann hell, bunt und schrill weiter… Aus den Kästen wurden diverse Gegenstände gezogen, DNA-Stränge „gekocht“ und Utensilien zur Körpererweiterung unter die Leggings geschoben. Es wurde wild diskutiert, lautstark gesungen und schallend gelacht… Gut unterhalten und zum Nachdenken angeregt verließ ich nach einer Stunde die jtw Spandau. 

Aus den Kisten zaubern die Schauspieler diverse Gegenstände. Vielleicht genetisches Material zum Erschaffen völlig neuer Lebewesen? Foto: Patryk Witt
Aus den Kisten zaubern die Schauspieler diverse Gegenstände. Vielleicht genetisches Material zum Erschaffen völlig neuer Lebewesen? Foto: Patryk Witt

Ihr fragt euch immer noch, worum es eigentlich in Carlos Manuels Theaterstück „Einzigartig“ geht? Dann gibt’s hier nochmal einen kurzen Überblick:

Bis auf wenige Ausnahmen haben alle Lebewesen den gleichen genetischen Code – und zwar ganz gleich ob  Dackel, Giraffe, Papaya oder Mensch. Deshalb kann deren Genmaterial untereinander ausgetauscht werden. Und genau das machen die Schauspieler auf der Bühne. Mehr oder weniger optimieren sie sich und andere und erfinden neue Lebewesen. Diese Vorgänge nennt man synthetische Biologie, eine Mischung aus klassischer Biologie und Ingenieurswissenschaften. Sie  befasst sich aber auch mit dem Austausch von genetischem Material und  erschafft völlig neue Lebewesen. Aber wofür können wir diese neuen Kreaturen gebrauchen und wem gehören sie? Wie werden sie unser Ökosystem beeinflussen? Wie weit kann und darf die Forschung bei der Veränderung und Erschaffung von Lebewesen gehen? Und was bedeutet „Leben“ in Zeiten der technischen Manipulation? Diese und weitere Fragen thematisiert „EinzigArtig“ und zeigt, welche futuristisch anmutenden Experimente schon längst Gegenwart sind.

Das Theaterstück ist für Jugendliche ab 14 Jahren geeignet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 5 Euro, auf Spendenbasis.

Karten und weitere Informationen zum Inhalt des Stücks erhaltet ihr unter: einzigartig-theater@gmx.de.

„EinzigArtig“ ist eine Produktion der JugendTheaterWerkstatt Spandau (jtw spandau) in Kooperation mit Wissenschaft im Dialog und dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). Das Projekt wird von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert.

Termine:

Premiere am Sonntag, 17. September 2017 um 20 Uhr im Museum für Naturkunde, Berlin 

Montag, 18. September 2017 um 19 Uhr im Museum für Naturkunde, Berlin

Freitag, 22. September 2017 um 11 Uhr in der jtw Spandau (Schulvorstellung) 

Samstag, 23. September 2017  um 19 Uhr in der jtw Spandau

Dienstag, 26. September 2017 um 16 Uhr im Max-Delbrück-Centrum, Berlin-Buch (Schulvorstellung)

Freitag, 6. Oktober 2017  um 16 Uhr im Max-Delbrück-Centrum, Berlin-Buch


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