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Hurra, hurra, die No 1 der #einhorntalks ist da!

31. Januar 2018

  • Erstellt von Katja Machill
  • 0
  • A Wissenschaftskommunikation

 

Wir wagen was Neues: Rebecca Winkels und ich sprechen in der Reihe #einhorntalks mit allerlei Menschen aus der weiten Welt der Wissenschaftskommunikation über magische Momente, den Alltag und was die Zukunft so bringt. Unser erster Gast ist Michael Sonnabend, Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Interne Kommunikation beim Stifterverband. 

Obwohl ihm Einhörner ziemlich egal sind, Gast beim ersten Einhorntalk zu sein, hat ihn dann doch gereizt. Wir haben mit Michael über Offenheit und Glaubwürdigkeit gesprochen, über seine Faszination für Podcasts und darüber, wie Breaking Bad „auf Wissenschaftskommunikation“ aussehen könnte. 

Hier einige Highlights aus dem Interview. Wir sprachen ...

… über Podcasts in der Wissenschaftskommunikation

Katja: Wenn du die Sachen nicht selbst produzierst, sondern Wissenschaft konsumierst, was guckst du dir dann an, oder liest?

Michael: In diesem Fall höre ich ganz gerne. Ich bin ein großer Podcast-Fan seit drei, vier Jahren ungefähr und höre mich sehr viel durch Wissenschaftspodcasts durch. (...) Das ist nochmal so ein Format, was mich total anfixt, weil man so ganz bei der Sache ist. (...) Die Stimmen sprechen einem direkt ins Ohr. Ich glaube, dass diese Unmittelbarkeit das große Plus von dem Format Podcast ist.

...über Einhörner in der Wissenschaftskommunikation

Katja: Was müsste denn unser Einhorn tun, damit es dich so richtig reinziehen kann in seine Geschichte?

Michael: Mh, keine Ahnung. Ich hab's ja ehrlich gesagt gar nicht so mit Einhörnern. Einhörner sind mir eigentlich ziemlich egal.

… über Storytelling in der Wissenschaftskommunikation

Michael: Wenn man zum Beispiel so eine Geschichte wie Breaking Bad sich anguckt, die erzählt durch die Art der Bilder, durch die Art wie ich Personen darstelle, wie ich ihren Zwiespalt darstelle, wie ich darstelle, dass eine Person nicht nur gut oder nur böse ist, sondern dass es ganz viele menschliche Facetten dazwischen gibt. Ich glaube, diesen Aspekt haben die ganz gut aufgegriffen und in Bilder gepackt und in Storys gepackt, sodass man als Zuschauer gar nicht anders kann als unbedingt weiter gucken zu wollen, wie es mit diesen Leuten weitergeht. (...)

Katja: Wie sieht Breaking Bad auf Wissenschaftskommunikation aus?

Michael: Ja, das ist noch ein bisschen schwierig. 

… über Vertrauen, Offenheit und Glaubwürdigkeit in der Wissenschaftskommunikation

Michael: Wir sind ja gerade in einer großen Vertrauensdiskussion. Wir haben die Diskussion, dass Menschen sagen, ja, wir haben Vorbehalte gegen das ganze Wissenschaftssystem und die Wissenschaftscommunity überlegt sich, wie gehen wir damit um.

Katja: Und wenn wir dann zeigen, dass die auch Fehler machen oder nicht perfekt sind, das hilft?

Michael: Ich könnte mir das vorstellen, ja.

Katja: Und warum?

Michael: Ja, weil das eben etwas ist, was jeder Mensch intuitiv weiß, dass etwas nicht nur gut ist. Das ist natürlich der Nachteil von PR, dass sie immer den Drang hat, Dinge besonders schön und positiv darzustellen. Aber ich glaube, wir müssen einfach dahin kommen zu sagen, die Dinge sind eben nicht so. (...)

Katja: Wie fängt man den an, nicht mehr perfekt sein zu wollen und das nach außen zu zeigen? 

Michael: (...) Vielleicht auch mal ein kritisches Wort zulassen und nicht direkt  denken, die Welt geht unter, nur weil uns als Institution jemand kritisiert oder weil Populisten das System kritisieren, sondern einfach eine Art Offenheit entwickeln, die eben viel glaubwürdiger letztendlich rüberkommt.

Katja: Das betrifft also zum einen die Wissenschaftler, aber das würde doch genauso zutreffen für unsere Arbeit als Wissenschaftskommunikatoren, oder?

Michael: Ja, klar. Alle, die in einer Senderfunktion sind, alle die müssen mal in sich gehen und sich überlegen, ist die Art, in der wir uns nach außen hin präsentieren, die richtige Art.

Katja: Und hast du schon mal etwas von deiner Arbeit etwas gezeigt, das nicht perfekt ist? Das öffentlich gemacht?

Michael: Das ist ehrlich gesagt, noch nicht allzu oft vorgekommen, aber ich glaube, dass das der Weg sein muss, den wir in Zukunft gehen.

… über die Zukunft von Wissenschaftskommunikation

Katja: Was wäre dein nächstes Jahresprojekt in der Wissenschaftskommunikation, völlig frei von allem mit viel Geld?

Michael: Oh.

Katja: Unglaublich, ne?

Michael: Ja, unglaublich. Das wäre wahrscheinlich ein Paket aus vielen verschiedenen Formaten, die ich gerne mal ausprobieren würde. Ich glaube, dass da jetzt so ein paar Dinge am Horizont erscheinen, die Kommunikationsarbeit verändern werden. (...) Ich glaube, dass das Thema Audio an sich zum Beispiel in Zukunft eine ganz andere Rolle spielen wird in unserem täglichen Leben. Ich sage nur mal Stichwort Alexa oder Siri oder, ich weiß gar nicht, wie heißt der Assistent von Google? Diese Assistenten werden uns begleiten und wir werden mit denen sprechen. Die werden vieles für uns tun. Und man wird dann vielleicht auch sagen können, hey, Alexa, spiel mir mal die neue Folge von Forschergeist vor, und dann geht's los.

… über den Kern von Wissenschaftskommunikation

Katja: Was ist Wissenschaftskommunikation für dich im Wesentlichen, in der Essenz?

Michael: Ich glaube, Wissenschaftskommunikation muss vor allem versuchen, dieses Vertrauen zu rechtfertigen, das die Gesellschaft in sie gesetzt hat bisher. Das Vertrauen bröckelt ja auch. (...) Wir müssen besser zeigen, wie Wissenschaft für die Gesellschaft wirkt. Wir dürfen nicht nur behaupten, dass wir die Guten sind und dass wir nur Gutes für die Gesellschaft machen, sondern wir müssen da auch wirklich für stehen.

Zum Einhorntalk mit Michael Sonnabend in voller Länge.


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