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Universität im Rathaus: Dreitausend Jahre Magnetismus: Vom Kompass zur Informationstechnologie

Mo, 19.06.2017, 17:00 Uhr bis 18:00 Uhr Greifswald

Magnetismus ist ein altes Forschungsgebiet. Sogenannte „Südweiser“, die Vorgänger der heutigen Kompasse, fanden schon im frühen China Anwendung in der Seefahrt. Heutzutage wird das Phänomen des Magnetismus in vielen modernen Anwendungen genutzt.
Magnetismus ist ein kollektives Phänomen. Einzelne Atome tragen ein magnetisches Moment. Dies ist eine Eigenschaft ihrer Elektronenhülle. Im Kristall können sie sich in manchen Materialien gleich ausrichten und bilden dann durch ihre Ausrichtung den Nord- und Südpol des magnetischen Materials aus. In jedem Dynamo und Elektromotor kommen die Materialien zum Einsatz. Um Anlasser und Lichtmaschine leicht und günstig zu gestalten, war die Materialentwicklung ein großes Forschungsthema.
Ohne Magnetismus gäbe es auch keine moderne Informationstechnologie. Seit 1995 ist es günstiger Informationen auf magnetischen Datenspeichern (Festplatten) zu speichern. Mit den Folgen die wir heute sehen – Cloudcomputing, Datenbanken wie Wikipedia, Facebook und Twitter verändern den Zugang zu Informationen und somit auch die Gesellschaft, drastisch.
Heute diskutiert man die Nutzung von Spins in einer spinbasierten Elektronik. Die Spinelektronik befasst sich mit der Informationsdarstellung und –verarbeitung. In diesem Forschungsgebiet werden neue Konzepte der Prozessierung von Daten entwickelt und höhere Datendichten bis auf atomarer Skala angestrebt – ein spannendes Zukunftsthema für die Festkörperforschung.

Hinweise

Die circa einstündigen Vorträge finden im Bürgerschaftssaal des Rathauses (Am Markt) statt und sind für Rollstuhlfahrer erreichbar.
Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei, eine vorherige Anmeldung nicht erforderlich.

Prof. Dr. Markus Münzenberg

Prof. Dr. Markus Münzenberg