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„Es gibt so viele unterschiedliche Perspektiven, aus denen man sich dem Universum nähern kann!”

24. Oktober 2022

  • Erstellt von Ursula Resch-Esser
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  • A Wissenschaftskommunikation
Darstellung einer Galaxie im Universum Array

Der Hochschulwettbewerb beleuchtet im Rahmen des Wissenschaftsjahr 2023 - Unser Universum mithilfe verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen das Weltall. Foto: Guillermo Ferla/Unsplash

Auch im Wissenschaftsjahr 2023 - Unser Universum heißt es wieder „Zeigt eure Forschung!”. Der Hochschulwettbewerb sucht Studierende, Promovierende und junge Forschende, die mit kreativen und interaktiven Kommunikationsideen die Weiten des Weltalls ebenso wie irdische Aspekte des Themas diskutieren und erlebbar machen wollen. Über die Grenzenlosigkeit der Erforschung unseres Universums und drei Gründe, warum man beim Hochschulwettbewerb mitmachen sollte, sprachen wir mit Gesa Hengerer. Sie ist Projektmanagerin des Hochschulwettbewerbs bei Wissenschaft im Dialog.  

Gesa, unendliche Weiten, bedrohliche Asteroiden oder Mann im Mond: Was fällt dir zum Thema  Universum ein?

Ich muss sofort an die Zahl 42 denken – die ultimative Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. In Douglas Adams Buch „Per Anhalter durch die Galaxis” errechnet ein Supercomputer nach mehreren Millionen Jahren die Zahl als Antwort auf eine Frage, die die Menschheit zu dem Zeitpunkt nicht mehr kennt. Wichtig ist aber nicht die ursprünglich gestellte Frage, sondern dass das Universum und die Erde, die Menschen, das individuelle Leben und die Natur zusammengedacht werden. Und deshalb bin ich gespannt, wie die Projekte im Wissenschaftsjahr 2023 – Unser Universum die unterschiedlichen Dimensionen zusammenbringen.

Bis zum 30. November können junge Wissenschaftler*innen ihre Ideen für ein Kommunikationsprojekt zum Thema „Unser Universum” einreichen. Welche Disziplinen dürfen sich angesprochen fühlen?

Unbedingt alle! Wir laden ausdrücklich alle Fachbereiche ein, ihre Projektideen zum Universum einzureichen. Denn auch wenn das Thema auf den ersten Blick nach Astrophysik schreit, gibt es so viele unterschiedliche Perspektiven, aus denen man sich dem Universum nähern kann!
Denkt zum Beispiel an die Musik: Da fällt mir spontan die Frage ein, wie das Weltall klingt und welchen Einfluss wir Menschen darauf haben. Der Frage kann man sich natürlich auch aus einer philosophischen Perspektive nähern. Also geistes- und gesellschaftswissenschaftliche, kreativ-forschende und kulturwissenschaftliche, aber natürlich auch naturwissenschaftliche Projekte: Den Disziplinen, in denen man sich mit dem Thema auseinandersetzen kann, sind keine Grenzen gesetzt!

Warum sollte man beim Hochschulwettbewerb mitmachen und Zeit investieren, die vielleicht an anderer Stelle fehlt?

Beim Hochschulwettbewerb haben junge Forschende die Möglichkeit, ein Wisskomm-Projekt von A bis Z alleine durchzuziehen. Von der Projektidee, die in einem Forschungsantrag mündet, über die Umsetzungsphase, in der die Projekt-Teams eigenverantwortlich agieren, bis hin zum Projektabschluss ist alles mit dabei. Dadurch bekommen die Gewinner*innen schon früh überall Einblicke in die Wissenschaftskommunikation und sammeln ihre eigenen Erfahrungen, werden dabei aber jederzeit von uns unterstützt. Denn Wissenschaftskommunikation wird aus Forschungsperspektive immer wichtiger, zum Beispiel bei Projektanträgen. Der Hochschulwettbewerb bietet da den idealen Einstieg.

Es geht nicht darum, das perfekte Projekt auf die Beine zu stellen, sondern darum, dass junge Forschende sich ausprobieren und Erfahrungen sammeln. Wie kann und will ich kommunizieren? Womit fühle ich mich wohl oder was hat vielleicht auch nicht so gut funktioniert? Die Teams dürfen Fehler machen und stehen damit nicht alleine da. Es gibt qualifiziertes Feedback von WiD und dem BMBF sowie den anderen 14 Gewinner*innenprojekten. In Workshops und Schulungen werden die Teams in verschiedenen Wisskomm- und Projektmanagementbereichen ausgebildet, wie zum Beispiel Projektevaluation, Kommunikationsstrategie oder Krisenmanagement. Zu guter Letzt besteht über WiD ein Netzwerk an interessierten Personen und die Projekte müssen in der Kommunikation nicht von Null starten. Dazu zählt natürlich auch die gegenseitige Unterstützung und das Miteinander der Gewinner*innen – der Spaß darf natürlich auch nicht zu kurz kommen bei so einem Projekt!

Nach ihrem Projektabschluss werden sie in das Alumni-Netzwerk des Hochschulwettbewerbs aufgenommen und können mit den anderen Alumni und uns in Kontakt bleiben. Dadurch kommen immer wieder Kooperationen zwischen WiD-Projekten und den Gewinner*innen zustande, wie beispielsweise als Jurymitglied beim IdeenLauf oder als Expert*in für eine Diskussionsveranstaltung von Wissenschaft kontrovers. Auch hier möchten wir zudem die Weiterbildung im Wisskomm-Bereich fördern: Gerade sind wir dabei, Workshop-Angebote speziell für die Alumni und das erste analoge Netzwerktreffen vorzubereiten.

Seit 2013 organisiert Wissenschaft im Dialog den Hochschulwettbewerb. Was waren deine Highlights in den  vergangenen Jahren? 

Generell bin ich jedes Jahr baff, wie vielfältig und kreativ die eingereichten Ideen sind!
Ich bin seit 2019 dabei und es gibt so viele Highlights, dass ich sie nicht mal mehr an meinen Fingern abzählen kann. Aber um einige zu nennen und euch zu zeigen, wie divers die Formate und Zielgruppen sind: 2019 hat das Team Robotikum aus Marburg Roboter mit Schulklassen programmiert, im gleichen Jahr gab es eine Ausstellung zur Geschichte der Künstlichen Intelligenz. Im Wissenschaftsjahr 2020/21 – Bioökonomie haben junge Wissenschaftler*innen aus Aachen im Krautnah Podcast Pflanzenforschung erklärt. Aus den Podcast-Inhalten ist sogar inzwischen ein Sachbuch entstanden! Im selben Jahr entstanden Alex & Bioman – eine Comic-Geschichte zur Bioökonomie und ein Tiny House aus Paludikulturen – also natürlichen Baumaterialien aus dem Moor –, das auf deutschlandweite Roadshow geschickt wurde. Und auch in diesem Jahr gibt es lauter spannende Projekte: Eine Lokalzeitung in Einfacher Sprache, Co-Forschungsprojekte mit Senior*innen oder ein offenes Stadtatelier, das sich mit dem Bauen im Bestand und der Wiederverwendung von Baustoffen beschäftigt. 
Ihr seht, es ist eigentlich für jeden was dabei!

Wer jetzt überzeugt ist und beim Hochschulwettbewerb 2023 teilnehmen möchte, muss zunächst nur ein Online-Formular auf der Website ausfüllen. Welche Tipps möchtest du allen Bewerber*innen mit auf den Weg geben? 

Konzentriert euch in der Kurzskizze auf die Kommunikation – schließlich ist es ein Kommunikationsprojekt. Überlegt euch vorher gut, welche Zielgruppe ihr ansprechen wollt und wie euch das gelingen kann. Das ist der erste Schritt in Richtung eines eigenen Wisskomm-Projekts, das ihr im Anschluss auch umsetzen könnt. Seid realistisch in der Planung und nehmt euch nicht zu viel vor, das frustriert am Ende des Tages nur. Schließlich geht es nicht um die Größe des Projekts, sondern um eure ersten Erfahrungen in der Wisskomm!
Ich kann euch außerdem raten, das Projekt nicht alleine auf die Beine zu stellen, sondern als Team. In der Gruppe kann man sich die Arbeit gut aufteilen und es macht auch einfach mehr Spaß!
Wer mehr über den Hochschulwettbewerb erfahren möchte oder noch unsicher ist, ob seine Idee passt, dem sei die Zoom-Session des Hochschulwettbewerbs in Kooperation mit PUNCH4NFDI und der jungen DPG „Intro2SciComm” empfohlen. Sie findet am 27.10. von 16-18 Uhr statt. Gemeinsam mit David Ohse wird Gesa Hengerer Fragen rund um den Einstieg in die Wissenschaftskommunikation, Formate und Zielgruppen sowie den Hochschulwettbewerb beantworten. Und vielleicht ergibt sich daraus eine gemeinsame Projektidee?!

Weitere Informationen: https://www.hochschulwettbewerb.net/2023/


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