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Programm

10. Forum Wissenschaftskommunikation 2017

Das 10. Forum Wissenschaftskommunikation findet vom 27. bis 29. November 2017 in der Stadthalle Braunschweig statt. Der diesjährige Themenschwerpunkt ist „Was erreicht wen? – Techniken und Werkzeuge der Wissenschaftskommunikation".

Das gesamte Programm auf einen Blick (pdf, 1 MB)

Montag, 27.11.2017

9–12:30 Uhr Programm Spezial

Workshop: Leitlinien-Coaching – Gute Wissenschafts-PR in der Praxis

Moderation: Moderation: Elisabeth Hoffmann, TU Braunschweig und Ricarda Ziegler, Wissenschaft im Dialog gGmbH

Hype und Übertreibung sind in der Wissenschaft(skommunikation) leider keine seltenen Ausnahmen mehr. Veränderungen in der Wissenschaft, im Wissenschaftsjournalismus und bei den Kommunikationskanälen beeinflussen auch die Wissenschafts-PR. Kollegen müssen sich zwischen der positiven Image-PR unter Wettbewerbsdruck einerseits und dem Anspruch auf Transparenz und Glaubwürdigkeit andererseits positionieren. Sind Wissenschaftskommunikatoren Dienstleister oder Gestalter? Sprachrohr oder Stratege? Ein Orientierungsangebot sind die „Leitlinien für gute Wissenschafts-PR”. Doch was bedeutet es im Alltag, auch „Grenzen der Aussagen und Methoden von Forschung sichtbar” zu machen oder „wertegeleitet und strategisch” zugleich zu arbeiten? Welche praktischen Schwierigkeiten sind hiermit verbunden und welche Auswirkungen haben die Leitlinien auf unsere Rolle im eigenen Haus? Diesen Fragen soll in einem Workshop nachgegangen und basierend auf Fallbeispielen der Teilnehmenden ein Austausch zur Durchsetzung und Umsetzung guter Wissenschafts-PR ermöglicht werden.

Maximale Teilnehmerzahl: 25 Personen
Adresse: Haus der Wissenschaft, Pockelsstraße 11, 38106 Braunschweig

10:30–12:30 Uhr Satellitenprogramm

Exkursion: „Manometer!“ – Wissenschaftskommunikation von 5 bis 99!

Moderation: Martina Flamme-Jasper, Dominik Essing und Alexandra Schautz, phaeno Science Center Wolfsburg

Die Exkursion führt ins Science Center phaeno in Wolfsburg in die aktuelle Sonderausstellung „Manometer!“ Dort geht es in 30 Experimentierstationen um die alltägliche Leistung des menschlichen Körpers. phaeno Mitarbeiter aus dem wissenschaftlichen Team, dem Schulbereich und der Kommunikation vermitteln den Teilnehmenden umfassende Einblicke zu den Hintergründen einer solchen Ausstellung: Wie kann eine interaktive Sonderausstellung unterschiedliche Zielgruppen erreichen? Was gibt es bei der Ausstellungskonzeption, dem Rahmenprogramm und der Kommunikation zu beachten, um alle anzusprechen? 

Treffpunkt: Haupteingang phaeno, Willy- Brandt Platz 1, 38440 Wolfsburg

Rückfahrt: Wolfsburg Hauptbahnhof  nach Braunschweig Hauptbahnhof um 12:14 Uhr mit dem Zug ENO83564 (Richtung Hildesheim Hauptbahnhof), von dort zur Fuß oder mit der Straßenbahn zur Stadthalle

Führung: Überlebensort – einer der größten Krankenhausbunker Deutschlands

Moderation: Marion Lenz, Städtisches Klinikum Braunschweig GmbH und Wolfgang Ernst, Bunkerforscher

24 Bunker sicherten im Zweiten Weltkrieg das Überleben eines großen Teils der Braunschweiger Bevölkerung. Im Operationsbunker am Klinikum Celler Straße wurden während der Luftangriffe Operationen durchgeführt und Kinder geboren. Bunkerexperte Wolfgang Ernst führt anhand anschaulicher Zeitzeugenberichte durch den OP-Bunker, der mit 1.000 Plätzen einer der größten Krankenhausbunker Deutschlands war. 

Maximale Teilnehmerzahl: 20 Personen 

Treffpunkt: Klinikum Braunschweig, Celler Str. 38, 38 114 Braunschweig, vor dem Krankenhaus-Bunker, ab 10.30 Uhr (Kaffee und Imbiss), Führungsbeginn 11 Uhr

Ablauf: ab 10:30 Uhr (Kaffee und Imbiss), Führungsbeginn 11 Uhr, Ende 12:30 Uhr

Führung: Zukunft Landwirtschaft mithilfe von Satellitenbildern aus dem All

Moderation: Dr. Gerlinde Nachtigall und Dr. Holger Lilienthal, Julius Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

Die Exkursion dreht sich um die Zukunft der Landwirtschaft: Mit präzisen Satellitendaten aus dem All können Warndienste das Risiko eines Befalls mit Schädlingen noch kleinräumiger und exakter vorhersagen und den Landwirten maßgeschneiderte Maßnahmen empfehlen. 

Mit dem erfolgreichen Start des letzten der vier Sentinel-Satelliten im März 2017 ist das Quartett der hochauflösenden Fernerkundungssatelliten des Europäischen Weltraumprogramms „Copernicus“ komplett. Deutschland wird nun regelmäßig alle ein bis drei Tage von zwei Radarsatelliten und zwei optischen Satelliten mit multispektralen Aufnahmegeräten überflogen und vermessen − und dies auch bei Bewölkung und nachts. 

Maximale Teilnehmerzahl: 13 

Treffpunkt: Hauptbahnhof Braunschweig, Ausgang Süd

Ablauf: 10:30 Uhr Shuttle zum Julius Kühn-Institut (JKI), Standort Bundesallee 50, 38116 Braunschweig, Führungsbeginn: 11 Uhr, 12:30 Uhr Shuttle von JKI zur Stadthalle

Führung: Die Zeit aus Atomuhren – Exkursion zur Physikalisch-Technischen Bundesanstalt

Moderation: Dr. Dr. Jens Simon, Physikalisch-Technische Bundesanstalt

Wenn die Zeit auf 16 Stellen und mehr hinter dem Komma genau gemessen wird, dann kann es sich nur um Zeit aus einer Atomuhr handeln. Wie ein solches Zeitmaß hergestellt wird und was man mit einer so genauen Zeit alles anfangen kann, verrät diese Exkursion zur PTB, wo die weltbesten Uhren ticken. Was zu dem Slogan führt: „In Braunschweig wird die Zeit gemacht.“ Aber darf man das so ungenau sagen? Schließlich ticken Atomuhren nicht. Und die Zeit wird nicht gemacht. Auch diesen schönen Dualismus von scharfer Physik und unscharfer Sprache, von genauer Messung und ungenauer Vermittlung thematisiert diese Exkursion.

Maximale Teilnehmerzahl: 25 Personen

Treffpunkt: Stadthalle Braunschweig, Leonhardplatz, 38102 Braunschweig

Ablauf:

10:15 Uhr Shuttle von der Stadthalle zum PTB
10:45–11 Uhr Begrüßung
11:05–11:45 Uhr Laborführung: Die Zeit aus Atomuhren
11:50–12:15 Uhr Vortrag und Diskussion: Genaue Messung, ungenaue Vermittlung
12:15 Uhr Shuttle von der PTB zur Stadthalle

Führung: Neue Antibiotika – Infektionsforschung im Wettlauf mit den Bakterien

Moderation: Susanne Thiele, Helmholtz- Zentrum für Infektionsforschung

Antibiotika, die Wunderwaffen der Medizin, werden immer stumpfer. Infektionen mit multiresistenten Keimen nehmen weltweit zu. Eine harmlose Infektion, eine Gelenkoperation, Chemotherapien oder die Versorgung von Frühchen können künftig zum Problem werden. Bereits jetzt sterben weltweit über 700.000 Menschen pro Jahr an Infektionen mit resistenten Erregern.

Im Wettlauf mit den Bakterien suchen HZI-Forscher neue Antibiotika und antimikrobielle Medikamente. Prof. Marc Stadler, Leiter der Abteilung Mikrobielle Wirkstoffe, gewährt einen Blick hinter die Kulissen. Er informiert über mikrobielle Naturstoffe, die eine ergiebige Quelle für neue Wirkstoffkandidaten darstellen – denn etwa 80 Prozent der Antibiotika stammen aus der Natur. Besichtigen Sie mit ihm die moderne Fermenteranlage und die Forschungslabore.

Maximale Teilnehmerzahl: 15 Personen

Treffpunkt: 10:30 Uhr, Vorplatz Hauptbahnhof Braunschweig

Adresse: Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), Inhoffenstraße 7, 38124 Braunschweig

Endpunkt: 12:30 Uhr Shuttlebus vom HZI zur Stadthalle 

ab 12:30 Uhr Registrierung

Anmeldung und Begrüßungskaffee im Foyer der Stadthalle Braunschweig
Leonhardplatz, 38102 Braunschweig

13:30 Uhr Begrüßung

Begrüßung: Markus Weißkopf, Wissenschaft im Dialog gGmbH
Grußwort: Dr. Helmut Blöcker, Bürgermeister von Braunschweig

13:45–14:30 Uhr Keynote

Patrick Breitenbach, ZDF Digital

14:30–15:15 Uhr Pause

Networking mit Speed-Dating
Moderation: Achim Englert, Phänomenta e. V.

15:15–16:30 Uhr Paralleles Programm, Session bis 16:30 Uhr

Scicamp: Das Barcamp zum Forum Wissenschaftskommunikation

Moderation: Katja Machill, Wissenschaft im Dialog gGmbH & Jörg Weiss, con gressa 

Interaktives Format, 210 Minuten

Einfach machen, einfach diskutieren, einfach Themen setzen! Gleich am ersten Tag des 10. Forums Wissenschaftskommunikation organisieren wir ein kleines Barcamp, dessen Programm die Teilnehmenden vor Ort selbst zusammenstellen. Brandaktuelle Fragen rund um die Wissenschaftskommunikation – daher Scicamp – können so thematisiert und vertieft werden.

Barcamps sind sogenannte Unkonferenzen, geprägt von einer offenen, informellen Workshop-Atmosphäre. Die Veranstaltung lebt von ihren Teilnehmenden und deren Interaktion: Sie stellen spontan ein gemeinsames Programm auf, das sie selbst mit ihren Beiträgen füllen. In dieser so genannten Sessionplanung werden Themen angekündigt, Diskussionen vereinbart und Workshops angeboten – ganz nach den Wünschen der Teilnehmenden.

Session: Apps oder Anfassen? Interaktive Kommunikation für die Zukunft

Moderation: N.N.

Sind klassische Formate wie Ausstellungen, Tage der offenen Tür, Vortragsreihen und Sciencefestivals noch zeitgemäß? Einerseits zeigt die Besucherresonanz, dass Interesse für direkte Kommunikation zwischen Forschenden und Publikum besteht, andererseits erfreuen sich auch digitale Formate wie interaktive Poster, virtuelle Erlebniswelten und Besucherapps großer Beliebtheit. Löst die eine Form der Kommunikation die andere in Zukunft ab oder ist vielmehr eine aufeinander abgestimmte Weiterentwicklung der Weg für eine gute (Wissenschafts-)kommunikation? Dazu diskutieren Experten, die Forschung für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Der Zugang zu Bildung und besonders zur Hochschulwelt soll hier ganz pragmatisch beleuchtet und diskutiert werden: Was gibt es? Was braucht es? Wie wird es angegangen?

Referenten:

Prof. Dr. Markus Große Ophoff, DBU Zentrum für Umweltkommunikation
Dr. Stefan Brandt, Futurium gGmbH
Tim Florian Horn, Stiftung Planetarium Berlin

Session: Endlich hört mir jemand zu! − Wie man Forschende und Zuhörende mit Podcasts glücklich macht

Moderation: Marcus Anhäuser, freier Journalist

Audio-Podcasts haben sich zu einem bedeutenden Kommunikationsgenre entwickelt, das zehntausende Hörerinnen und Hörer erreicht. Forschende, Journalisten und Journalistinnen, PR-Verantwortliche und private Enthusiasten entscheiden sich vermehrt für dieses Format, um Wissen und Wissenschaft zu vermitteln. In dieser Session wird das Potenzial des Formats aus dem Blickwinkel der Geistes- und Naturwissenschaft sowie PR bleuchtet und von positiven wie negativen Erfahrungen berichtet. In der Diskussion soll es um die Vor- und Nachteile von Audiobeiträgen in der Wissenschaftskommunikation gehen und erläutert werden, warum diese immer noch im Schatten des (Bewegt-)Bildes zu stehen scheinen.

Referentinnen:

Nele Heise, Universität Hamburg, Journalistik und Kommunikationswissenschaft
Tine Nowak, Universität zu Köln, Department Erziehungs- und Sozialwisssenschaften und Historisches Museum Frankfurt
Melanie Bartos, Universität Innsbruck, Büro für Öffentlichkeitsarbeit

Interaktives Format: 360° Video für die Wissenschaftskommunikation

Moderation:
Moderation: Sibylle Grunze und Kerstin Hoppenhaus, Hoppenhaus & Grunze Medien

360°-Videos bieten viele neue Wege, Forschung und Technik anschaulich und (beinahe) erlebbar zu machen. Nun zeigt sich jedoch, dass über die erste Begeisterung hinaus auch dieses neue Medium seine eigenen Erzählformen braucht, um seine volle Kraft als Kommunikationsmittel entfalten zu können. Aus der Perspektive sowohl des Zuschauers als auch des Machers werden die Teilnehmenden im Workshop die Möglichkeiten von 360°-Videos für die Wissenschaftskommunikation praktisch erkunden. Welchen Einfluss hat die neue Perspektive auf das Storytelling? Welche Inhalte eignen sich und wann lässt man besser die Finger von 360°?

16:45–17:15 Uhr Pause

17:15–18:45 Uhr Paralleles Programm

Session: Verleihung der Lorenz Oken Medaille der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte e.V. an den Astrophysiker und Philosophen Prof. Dr. Harald Lesch

Moderation: Hannes Schlender 
Begrüßung: Prof. Wolfgang Wahlster, Präsident der GDNÄ 
Referent: Prof. Dr. Harald Lesch

Ein wesentliches Ziel der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) ist es, die Faszination und Bedeutung wissenschaftlicher Erkenntnisse gegenüber der Öffentlichkeit zu vermitteln. Dazu braucht man Persönlichkeiten, die diese Aufgabe mit großer Begeisterung und Engagement übernehmen und dabei mit allgemeinverständlicher Interpretation eine große Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit genießen. Solchen Persönlichkeiten verleiht die GDNÄ in Erinnerung an den Gründer der GDNÄ die Lorenz-Oken-Medaille.

Der Preisträger 2017 ist Prof. Dr. Harald Lesch, der Astrophysiker, Naturphilosoph, Wissenschaftsjournalist, Fernsehmoderator und Hochschullehrer. Er ist bekannt durch seine breite Medienpräsenz im Fernsehen und Radio. Dabei versteht er es vorzüglich, in kurzen Vorträgen und Zwiegesprächen komplexe wissenschaftliche Sachbverhalte dem Zuschauer nahe zubringen.

Interaktives Format: ImproWissKomm – kontrollierte Fehlzündungen für Kreativität in der Wissenschaftskommunikation

Moderation: Susanne Hecker, Helmholtz Zentrum für Umweltforschung UFZ

In diesem Workshop kombinieren wir Fragen der Wissenschaftskommunikation mit Übungen aus dem Improvisationstheater. Ziel ist es, kreativen Freiraum im Kopf zu schaffen, um uns den Ideen zum Wie und Was der Kommunikation auf ungewöhnliche Weise zu nähern. Ein Workshop für alle, die sich aktiv beteiligen wollen und Spaß daran haben, das Denken und Handeln im Wechselspiel mit dem Gegenüber zu entfalten.

Workshop: Freelancer, Mitarbeiter, Praktikant – wann und wie einsetzen, betreuen und bezahlen?

Moderation: Dr. Jens Kube, Agentur für Wissenschaftskommunikation awk/jk

Projekte in der Wissenschaftskommunikation entstehen in Zusammenarbeit von Teams aus festen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, Freelancern und Praktikanten und Praktikantinnen. Um diese Kooperation zu verbessern, tauschen sich die Teilnehmenden im Workshop über ihre Erfahrungen von Ausschreibung bis hin zur Rechnungsstellung, dem Feedback oder der Weiterbeschäftigung aus. Anschließend werden in einem Knowledge-Café Ratschläge zu Aufgabenverteilung, Umgang miteinander sowie Absprachen- und Betreuungsformen für die verschiedenen Gruppen erarbeitet.

Referenten:

Michael Büker, Freelance Wissenschaftsjournalismus und Kommunikation
Anne Rockstroh, Technische Universität Dresden, Institut für Kern- und Teilchenphysik

18:45 Uhr Ende des Tagesprogramms

ab 19 Uhr Abendprogramm

Transfer zum Abendempfang im Städtischen Museum Braunschweig

ab 19:30 Uhr Abendempfang auf Einladung der Stadt Braunschweig  im Städtischen Museum Braunschweig

Begrüßung: Bürgermeister Dr. Helmut Blöcker 

Dienstag, 28.11.2017

9–10 Uhr Keynote

10–10:30 Uhr Pause

Networking mit Speed-Dating
Moderation: Achim Englert, Phänomenta e. V.

10:30–12 Uhr Paralleles Programm/ Session bis 11:45 Uhr

Session: Fake News in der Wissenschaft

Moderation: Dr. Annekatrin Bock, Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für Internationale Schulbuchforschung

Bewusst gestreute Falschinformationen sind kein neues oder unbekanntes Phänomen. Dennoch erreichen „Fake News“ im Zeitalter der Onlinekommunikation eine neue Dimension, die sich über Theorien sozialer Netzwerke erschließt. In welcher Weise betrifft dies auch Informationen der Wissenschaft? Und wie kann man sich dagegen wappnen? Brauchen wir womöglich eine „Fake news“-Polizei auch in der Wissenschaft? Medienwissenschaftler und -wissenschaftlerinnen verschiedener Institutionen gehen einem aktuellen Thema auf den Grund.

Referenten:

Prof. Dr. Harald Rau, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Institut für Medienmanagement
Prof. Dr. Rolf Nohr, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, Institut für Medienforschung
Prof. Dr. Monika Taddicken, TU Braunschweig, Institut für Sozialwissenschaften, Abteilung Kommunikations- und Medienwissenschaften

Projektvorstellungen „Spezial“: Präsentation Studienergebnisse

Moderation: Dr. Jutta Rateike, Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V.

Was haben Wissenschaftler von Wissenschaftskommunikation? − eine Interviewstudie
Referentinnen: Dr. Friederike Hendriks, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Psychologie in Bildung und Erziehung und Doris Niederhoff, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Exzellenzcluster „Cells in Motion“

In interdisziplinären Forschungsverbünden wie Exzellenzclustern oder Sonderforschungsbereichen fordert Wissenschaftskommunikation die aktive Beteiligung von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, etwa bei der Konzeption von Schüler-Workshops oder der Gestaltung von Exponaten für öffentlichkeitswirksame Ausstellungen. Die Interviewstudie macht deutlich, dass ihre Beteiligung an Wissenschaftskommunikation nicht nur für sie persönlich, sondern auch für Aspekte der interdisziplinären Zusammenarbeit bereichernd ist. 

Forschung auf dem Weg in die Öffentlichkeit: Fakten aus 20 Jahren Wissenschaftskommunikation mit dem idw
Referentinnen: Dr. Julia Serong, TU Dortmund, Institut für Journalistik und Svenja Niescken, idw- Informationsdienst Wissenschaft

Bei Debatten zur Qualität der Wissenschaftskommunikation in Deutschland werden oft Strukturdaten zum Umfang der institutionellen Wissenschaftskommunikation vermisst. Eine Gruppe von Forschern aus der Journalistik, Statistik und Informatik an der TU Dortmund hat nun das Archiv des „Informationsdienstes Wissenschaft“ (idw) in einer unabhängigen Studie analysiert. Die Längsschnittstudie über den Zeitraum 1995-2015 zeigt, dass sich Forschungsinstitutionen zunehmend der Öffentlichkeit zuwenden und dass die Pressemitteilung trotz einer sich rapide wandelnden Medienwelt ein relevantes Format bleibt. Allerdings konkurriert sie inzwischen mit Bildern, Videos, Social-Media-Seiten und Wissenschaftsblogs um Aufmerksamkeit. Entscheidend für die Akzeptanz beim Empfänger ist die Qualität der in der Pressemitteilung transportierten Inhalte. Der idw versucht diese durch verschiedene Maßnahmen zu sichern und fortlaufend zu verbessern. In diesem Jahr hat der idw seine Aktivitäten um eine „Woche der Qualitätssicherung“ erweitert und hier alle Pressemitteilungen zu Forschungsprojekten und -ergebnissen auf der Grundlage der Praxis-Checkliste der „Leitlinien zur guten Wissenschafts-PR“ geprüft.

Hochschulkommunikation heute − Ergebnisse einer Befragung
Referent: Christiane Hauser, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Germanistik, Abteilung Wissenschaftskommunikation

Über Strategien, Formate und Strukturen der Kommunikationsabteilungen von Hochschulen ist bisher wenig bekannt. In der aktuellen Debatte dreht sich jedoch viel um Qualitätskriterien der Wissenschaftskommunikation, sowie institutionelle und mediale Veränderungen. Für die Studie wurden Akteure und Akteurinnen der Hochschulkommunikation online befragt, um eine Datengrundlage zu diesen Aspekten aufzubauen. Nun sollen weitere Forschungsfragen für zukünftige Projekte gesammelt werden. 

Science in Presentations
Referentin: Dr. Philipp Niemann, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Germanistik, Abteilung Wissenschaftskommunikation

Von Abendvortrag bis zum Webvideo oder Science Slam − der Werkzeugkasten der Wissenschaftskommunikation ist gut gefüllt, und stetig kommen weitere innovative Formate hinzu. Das Forschungsprojekt untersucht diese Formenvielfalt und ihre Unterschiede aus wissenschaftlicher Perspektive und arbeitet an der Entwicklung einer Typologie der Präsentationsformen. Den Teilnehmenden wird somit eine systematische Übersicht über das Feld der Wissenschaftskommunikation präsentiert.

Interaktives Format: Forscher von Schlagzeile umgehauen

Moderation: Klaus Wingen und Dr. Tobias Maier, NaWik gGmbH

Was nützt der schönste Text, wenn ihn keiner liest? Oder anders gefragt: Warum fällt die Beschreibung eines Workshops mit dem Titel „Forscher von Schlagzeile umgehauen“ ins Auge? Im Mittelpunkt dieses Workshops steht die Überschrift als zentrales Rahmenelement guter Texte. Sekundenbruchteile entscheiden darüber, ob Lesende in eine Geschichte einsteigen möchten oder sich einem anderen Thema zuwenden. Nach einer Übersicht zu verschiedenen Arten von Überschriften entwickeln die Teilnehmenden unter der Anleitung von Profis selbst informative, originelle und prägnante Texttitel.

Interaktives Format: Points of Interest! Messen und Ausstellungen − crossmedial, international oder bloß zu teuer?

Moderation: Dr. Thomas Windmann, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Presse, Kommunikation und Markting

Messen und Ausstellungen haben sich zu nachhaltigen, crossmedialen Schauplätzen mit höchstem Erlebnisfaktor entwickelt. Nirgendwo trifft Angebot und Nachfrage so konzentriert aufeinander. Face-to-face-Kommunikation spielt eine entscheidende Rolle bei der Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte. Im Workshop erarbeiten Stakeholder aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik eine SWOT-Analyse zur zukünftigen Rolle von Messen und Ausstellungen im Portfolio der Wissenschaftskommunikation. Ziele sind eine plattformübergreifende Vernetzung und strategische Weiterentwicklung.

Referenten:

Eva Bartholmé, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Servicezentrum Forschung und Transfer
Daniel Graffé, Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kulltur Rheinland-Pfalz
Sonia Wedell-Castellano, Deutsche Messe AG, Hannover Messe, Fachmesse Research & Technology

12–13 Uhr Mittagspause

13–14:30 Uhr Paralleles Programm/Session bis 14:15 Uhr

Session: „Wissenschaft auf allen Kanälen“ – wer erreicht welche Zielgruppen und was bringt es?

Moderation: Natasha Walker, International Facilitation and Communication

Themen aus der Wissenschaft sind auf allen Kanälen zu finden: Überall wird vorgestellt, erklärt und erzählt. An wen richten sich die sehr unterschiedlichen Angebote? Wie gelingt die Ansprache von einem Millionenpublikum und wie die gezielte Gewinnung wichtiger Zielgruppen? Was kann für die Wissenschaftskommunikation erreicht oder vielleicht auch nicht geleistet werden? Eine Facebookseite mit mehr als acht Millionen Fans und ein YouTube Kanal, der sich vor allem an junge Frauen richtet, werden vorgestellt und mit einer Expertin für Onlinekommunikation diskutiert.

Referentinnen:

Dr. Mai Thi Leiendecker, freie Wissenschaftsjournalistin
Hasehm Al-Ghaili, ScienceNaturePage
Prof. Dr. Julia Metag, Universität Freiburg/ Université de Fribourg, CH, Departement für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung DCM

Projektvorstellungen: Block I

Moderation: Dr. Ingo Peter, GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

“The RAGE of the Blackboard”: a blog about life in academia
Referentin: Dr. Constanza Rojas-Molina, Universität Bonn, Institut für Angewandte Mathematik

The blog aims to demistify the work of scientists and explore the role of women in science, by highlighting aspects of their life and work that are seldomly presented in mainstream media. It provides a platform for female academics to share their experiences and reflect on how they overcame obstacles in their career. The format is a combination of text (interviews and reviews) and illustrations and targets primarily young people with some interest in science in and out of the academic system.

Multimediales Scrollytelling: Expeditionsblog von Bord der Sonne
Referentin: Marie Heidenreich, Projektträger Jülich

Multimediales Scrollytelling ermöglicht interaktive und multimediale Wissenschaftskommunikation, da Besucher der Webseite durch eine bildschirmfüllende Darstellung ganz in eine Geschichte eintauchen können. Die Reportage zum Forschungsschiff Sonne hat diese Möglichkeiten mit einem täglichen Expeditionsblog kombiniert. Der Beitrag gibt Einblicke in das Making-of des Blogs, klärt, wann sich welches Format am besten eignet und gibt Tipps für den Einstieg in die multimediale Wissenschaftskommunikation.

Mehr digital im offline. Wie sich analoge Formate digitalisieren und damit modernisieren lassen
Referentin: Dr. Ariane Kujau, Helmholtz-Zentrum Potsdam − Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

Insbesondere jüngere Zielgruppen erwarten digitale Formate von der Kommunikationsabteilung einer Wissenschaftseinrichtung. Auch der Bereich offline muss sich neben der Onlinekommunikation digitalisieren, um anzusprechen. Das Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ, stellt Erfahrungen mit drei solchen Formaten vor: ein 3D-Kino zum geologischen Untergrund, die Augmented Reality Sandbox zu Starkregenfällen, sowie einen Multitouch Globus zur Erdbebenforschung.

Die Online-Plattform „Museumsschwätzer“ − Kulturwissenschaftskommunikation digital verortet, lokal vernetzt
Referent: Nico Völker, International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), Justus-Liebig-Uiversität Gießen

Die Online-Plattform „Museumsschwätzer“, ein Projekt an der Universität Gießen, ist eine interaktive Museumslandkarte, auf der sich die User über Museen austauschen. Sie können die Landkarte durch eigene Eindrücke und Berichte ergänzen und sich so direkt an der Diskussion über Museen als Orte der Verbreitung wissenschaftlicher Inhalte beteiligen. Das Projekt ist Teil des Versuchs, Wissenschaft gerade auch an kleineren Standorten über das universitäre Umfeld hinaus zu kommunizieren.

Immersive Medien und ihre Wirkung am Beispiel der Nanotechnologie
Referentin: Sara Siebert, Kiel Science Outreach Campus (KiSOC)

Immersive Medien wie Fulldome oder Virtual-Reality-Brillen werden in der Wissenschaftskommunikation immer häufiger eingesetzt. Ihre lernförderliche Wirkung ist jedoch noch wenig untersucht. Ziel des Forschungsprojekts ist es, die Potentiale immersiver Medien für die Vermittlung aktueller Forschungsthemen zu analysieren. Der Fokus liegt auf der emotionalen Wirkung und den Lernprozessen dieser Medien. Basierend auf einer speziell entwickelten 360°-Produktion werden die Formate Fulldome, VR-Brille und klassischer Film verglichen.

Making-of: Virtual Reality Universe
Referentin: Dr. Gabriele Schönherr, sciencehoch3 GbR

Astronomische Themen haben eine große Faszinationskraft − doch Vieles bleibt für uns unerreichbar und für das menschliche Auge unsichtbar. Wie kann Virtual Reality diese komplexe Forschung greifbarer machen und so die Wissensvermittlung stützen? Wie können Erlebnisräume geschaffen werden, die nicht nur individuell sondern auch in der Gruppe funktionieren? Wie gelingt Storytelling? Und wie viel Wissen hat Platz in dem Erlebnis Virtual Reality? Erste Einblicke in ein „Virtual Reality Universe“. 

Fishbowl Diskussion: Praxis und Theorie: Wieviel Partizipation steckt in partizipativen Formaten?

Moderation: Prof. Dr. Annette Leßmöllmann, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Germanistik, Abteilung Wissenschaftskommunikation

Ob Citizen-Science-Projekt, Schülerparlament oder Bürgerkonferenz − partizipative Formate boomen. Sie sollen den direkten Dialog zwischen Wissenschaftlern und der teilnehmenden Öffentlichkeit ermöglichen, um Verständnis und Akzeptanz zu schaffen. Doch wie erfolgreich sind die verschiedenen Formate? Wen erreichen sie überhaupt? Und wie wird der Dialog aus Sicht der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wahrgenommen? In der Fishbowl-Session werden diese Fragen gemeinsam mit den Teilnehmenden diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht.

Referent:

Oliver Kuklinski, PlanKom

 

 

Unterhausdebatte: Aufklärung 2.0: Ethische Fragen kommunizieren

Moderation: Moderation: Kristin Raabe, NaWik gGmbH

Tierversuche, Hirndoping, Künstliche Intelligenz – immer wieder wirft Forschung ethische Fragen auf. Philosophische Methoden können für die aktive Kommunikation solch schwieriger Themen hilfreich sein. Ein Philosoph und ein Wissenschaftler erläutern konkrete Methoden anhand des Themas „Forschung an Nichteinwilligungsfähigen“. Die Teilnehmenden reflektieren dies in einer Unterhausdebatte und diskutieren, welche Kommunikationsformate bei ethischen Fragestellungen geeignet sind und wie diese praktisch umgesetzt werden können.

Referenten:

Dr. Frank Niggemeier, Bundesministerium für Gesundheit, Referat Ethik im Gesundheitswesen
Prof. Dr. Anja Schneider, Universitätsklinik Bonn und Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)

14:30–15 Uhr Pause

15–16:30 Uhr Paralleles Programm/ Sessions bis 16:15 Uhr 

Session: Wie kommuniziert die nächste Professorengeneration?

Moderation: Dr. Carsten Könneker, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Germanistik, Abteilung Wissenschaftskommunikation

Junge Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler müssen ihre Forschung vorantreiben, wenn sie eine Professur ergattern wollen. Für Bloggen, Slammen oder Kinderuni bleibt kaum Zeit. In einer Studie wurden mehr als 1000 Doktoranden und Postdocs zu ihren Erfahrungen und ihrer Einstellung gegenüber Wissenschaftskommunikation befragt. Ausgehend von den Befunden diskutieren die Teilnehmenden die Veränderungen in der Wissenschaftskommunikation wenn Digital Natives die Lehrstühle erobern.

Referenten: Dr. Philipp Niemann und Christoph Böhmert, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Germanistik, Abteilung Wissenschaftskommunikation

Projektvorstellungen: Block II

Moderation: N.N.

Wissenschaftsjahr 2018 – Arbeitswelten der Zukunft

Referent: Dr. Otto Bode, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Leiter Projektgruppe Wissenschaftsjahr 2018

Arbeit gehört zum Leben. Arbeit schafft Wohlstand, stiftet Sinn und bringt Menschen zusammen. Und Arbeit ist ein Thema für Wissenschaft und Forschung. Mit dem Wissenschaftsjahr 2018 – Arbeitswelten der Zukunft will das Bundesministerium für Bildung und Forschung den Beitrag von Wissenschaft und Forschung bei der Gestaltung der Arbeitswelt sichtbar machen – so anschaulich und so konkret wie möglich. Im Wissenschaftsjahr soll gezeigt werden, wie Arbeit aussieht, sich künftig verändert und gestalten lässt: individuell, betrieblich und gesellschaftlich. Es soll deutlich gemacht werden, wie Arbeit in der Wissenschaft über viele Schritte hinweg Eingang in unseren Alltag findet. Für ein erfolgreiches Wissenschaftsjahr wird das BMBF auf eine gute Mischung an Aktivitäten setzen: von langjährigen bewährten Veranstaltungstypen bis hin zu neuen innovativen Formaten.

Family-tastic science: Hands-on workshop for parents and kids

Referentin: Manuela Ringbauer, Vienna Open Lab 

The project aimed at creating a scientific workshop suitable for the entire family. Kids are the best and most curious “scientists” by nature and ask great questions about how the world works. Adults know how to draw conclusions and quickly interpret what they see based on experience. In science we need to do both – be curious about the world and eager to investigate it and draw conclusions, which makes parents and kids the perfect team. The managers will emphasize on challenges, pitfalls and lessons learned while implementing this new format.

Teachers + Scientists: Für Wissenschaft begeistern

Referentin: Karoline Kirschner, Science on Stage Deutschland e.V.

Lehrkräfte der MINT-Fächer entwickelten während des drei-jährigen Projekts gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Ansätze, aktuelle Forschung in den Schulunterricht zu integrieren. Gleichzeitig konnten die Lehrenden durch den Austausch und Einblicke in die Forschungsarbeit Impulse für ihren Unterricht erhalten. Das Ergebnis ist ein Leitfaden, der die Erfahrungen einer solchen Zusammenarbeit zusammenfasst und Anregungen gibt, ähnliche Kooperationen anzustoßen.

Lehrerinnen und Lehrer als Multiplikatoren: Wissenschaftskommunikation für die Schule funktioniert!

Referentin: Luiza Bengtsson, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin

Das Fortbildungsprogramm bringt Lehrkräfte zum Experimentieren in Forschungslabore, womit Face-to-Face-Wissenschaftskommunikation möglich wird. Der Fokus liegt dabei in der Stärkung der Bewertungskompetenz und im Diskurs über den Einfluss der modernen Forschung auf unsere Gesellschaft. Aus der Initiative sind bereits ein Citizen-Science-Projekt, eine Lehrer-geführte Fortbildung sowie Diskussionsrunden für Schüler zu umstrittenen Forschungsthemen entstanden.

Beauty, Life Style, Quantum Physics − Wissenschaftsvermittlung an junge Frauen & Mädchen

Referentin: Dr. Mai Thi Leiendecker, freie Wissenschaftsjournalistin

Frauen können in MINT-Fächern erfolgreich sein, allerdings eher durch harte Arbeit als durch angeborenes Talent – so die öffentliche Wahrnehmung laut einer US-amerikanischen Studie. Auch bei Wissenskanälen auf YouTube sind meistens nur 5-10% der Zuschauenden weiblich, was weniger an den Inhalten als an der Vermittlungsstrategie liegt. Das Videoprojekt richtet sich gezielt an junge Frauen und möchte dafür einen neuen Rahmen der Wissenschaftskommunikation vorstellen.

Interaktives Format: Gif Your Science − Ein Methodenworkshop zu visuellen Kurzformaten in der Wissenschaftskommunikation

Moderation: Johanna Barnbeck, Künstlerische Forschung & Kreativberatung für die Wissenschaft und Rebecca Winkels, Wissenschaft im Dialog gGmbH

In diesem Workshop geht es um visuelle Kurzformate: Mit 'science gifs' lässt sich schnell Aufmerksamkeit gewinnen, da sie sich leicht über Social Media teilen lassen und so die Reichweite für ein Forschungsthema effektiv erhöhen. Die Teilnehmenden lernen im Workshop selber gifs zu erstellen und wie sie diese für ihre Arbeit in Zukunft nutzen. Die Ergebnisse werden anschließend diskutiert. Bitte selber visuelles Material mitbringen. Alternativ können auch Beispielprojekte zur Verfügung gestellt werden.

Interaktives Format: Von der Idee zum interaktiven Exponat

Moderation: Beate Langholf, Wissenschaft im Dialog gGmbH

Wie mache ich ein interaktives Exponat? Vor dieser Frage stehen viele wissenschaftliche Institute und Organisationen häufiger wenn es darum geht z.B. für einen Tag der offenen Tür, eine Ausstellung oder ein Jubiläums-Event ein Exponat zu bauen. Profis geben in dieser Session Tipps von der Themenfindung über interne Prozesse und Konzeptentwicklung zur Umsetzung. Anschließend setzen die Teilnehmenden diese in die Tat um, indem sie ein eigenes Exponat konzipieren und über die Umsetzung reflektieren.

Referenten:

Dr. Christian Sichau, Experimenta Heilbronn
Dr. Kerstin Wagner, Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut e. V.
Nina Sorge, Trillian Gesellschaft für mediale Lösungen mbH

16:30–17 Uhr Pause

17–18:30 Uhr Paralleles Programm/ Sessions bis 18:15 Uhr

Session: Wissenschaft künstlerisch gestalten

Moderation: Thomas Abel, Bielefeld Graduate School in History and Sociology (BGHS)

Sind Kunstausstellungen mit Wissenschaftsfotografien mehr als bloßes Wissenschafstheater? Hat Wissenschaft nicht immer etwas  mit Kunst und Gestaltung zu tun, wenn sie kommuniziert werden soll? Kuratoren, Wissenschaftler und Künstler stellen erfoglreiche Ausstellungsprojekte vor und diskutieren, welchen Mehrwert künstlerisch-gestalterische Reflexionen von Forschungsthemen für Wissenschaft, Kunst und Wissenschaftskommunikation haben. 

Referenten:

Dr. Nicola Doll, Kunstmuseum Bern
Prof. Dr. Nils Hoff, Fachbereich Gestaltung, Fachhochschule Bielefeld
Christin Müller, freie Kuratorin

Session: Schwierige Themen in der Schule − kann Wissenschaftskommunikation Bewertungskompetenzen stärken? Das Beispiel Tierversuche

Moderation: Prof. Dr. Uwe Ilg, Schülerlabor Neurowissenschaften, Universität Tübingen

Die Schule sollte die Bewertungskompetenz ihrer Schüler fördern. Die Diskussion um Tierversuche ist dabei besonders geeignet, um zu lernen, Zusammenhänge kritisch zu hinterfragen. Die Initiative „Tierversuche verstehen“ informiert die Öffentlichkeit faktenbasiert über dieses Thema und fördert einen sachlichen Dialog. Dabei richtet sie sich explizit auch an Schüler und Schülerinnen und Lehrende. Die Referenten und Referentinnen aus Wissenschaft, Didaktik und Kommunikation diskutieren mit den Teilnehmenden, ob und wie Wissenschaftskommunikation in der Schule bei ethisch schwierigen Themen gelingen kann.

Referenten: Prof. Dr. Ute Harms, Leibniz-Institut für die Didaktik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN)
Dr. Christina Beck, Max-Planck-Gesellschaft
Dr. Daniel Neumann-Blank, Josef-Albers-Gymnasium Bottrop

Interaktives Format: Inklusive Wissenschaftskommunikation – Zugänglichkeit von Informationen und Teilhabe für alle?

Moderation: Barbara Heinisch, Universität Wien

Welche barrierefreien Methoden gibt es bereits in der Wissenschaftkommunikation? Zugänglichkeit von Informationen und Teilhabe für alle – wie funktioniert das wirklich? Welche Themen eignen sich für inklusive Wissenschaftskommunikation? Welche Zielgruppen werden bisher nicht oder kaum berücksichtigt? Im Workshop tauschen sich die Teilnehmenden über diese Fragen aus, bringen ihre Erfahrungen mit ein und erarbeiten eigene Ideen. 

Interaktives Format: User Experience Design für erfolgreiche Wissenschaftskommunikation

Moderation: Dr. Pablo Dominguez Andersen, De Gruyter Verlag

Ob Website, App, oder Multimedia-Erlebnis – Wissenschaftskommunikation ist häufig digital. User Experience Design beschäftigt sich mit der Gestaltung dieser Formate. Dabei ist eine zielgruppengerechte und einfache Bedienung essenziell. Die Teilnehmenden des Workshops erhalten eine Einführung mit konkreten Beispiel-Übungen zu Responsive Design, Usability Testing und Informationsarchitektur.

18:30 Uhr Ende des Tagesprogramms

18:30–19 Uhr Pause

19–20:30 Uhr Abendprogramm

Preisverleihung „Fast Forward Science“, dem Webvideo-Wettbewerb für die Wissenschaft. Ein Projekt von Wissenschaft im Dialog und Stifterverband, gesponsert von ZEISS.

Ort: Stadthalle Braunschweig

20:30–23 Uhr Imbiss & Get-Together

Mittwoch, 29.11.2017

9–10:30 Uhr Paralleles Programm/ Sessions bis 10:15 Uhr

Nikolaussession − Von guten und schlechten Taten der Wissenschaftskommunikation

Moderation: Jens Kube, Agentur für Wissenschaftskommunikation awk/jk

Der Nikolaus wirft beim Forum Wissenschaftskommunikation auch in diesem Jahr (wenn auch etwas vor seiner Zeit) wieder einen Blick in das schwarze Buch der schlechten und das goldene Buch der guten Taten der Wissenschaftskommunikation, von gelungenen Pressemitteilungen zu misslungenen Überschriften oder kontextlosen Forschungs-Pressebildern (#konForPreBiTa). Hinweise auf zu lobende oder zu tadelnde Beispiele können an wisskom.nikolaus@gmail.com gesendet oder anonym abgegeben werden: goo.gl/9He6wp

Referenten: Philipp Schrögel, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Germanistik, Abteilung Wissenschaftskommunikation
Michael Büker, Freelance Wissenschaftsjournalismus und Kommunikation
Lars Fischer, freier Wissenschaftsjournalist

Session: Kriterien für gute (Wander-)ausstellungen

Moderation: Achim Englert, Phänomenta e.V.
Session, 75 Minuten

Die Entstehung einer Ausstellung ist ein vielschichtiges Projekt, an dem viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Schwerpunkten arbeiten. Dazu gehören die Kuratoren und Kuratorinnen sowie das Marketingteam, die Erbauer und Erbauerinnen und die Betreuer und Betreuerinnen der Ausstellung selbst. Was macht in deren Augen eine gute (Wander-)Ausstellung aus? Welche Akzente werden jeweils von Konzeption, Marketing, Umsetzung und Bau der Ausstellung vor Ort gesetzt? Die Experten und Expertinnen diskutieren relevante Kriterien für eine gute Ausstellung.

Referenten:
Martina Flamme-Jasper, Phaeno gGmbH
Ute Tschepe, Le Vaisseau Straßburg
Nora Barta, Kurt Hüttinger GmbH & Co. KG
Dr. Bernhard Kehrer, studio klv GmbH & Co. KG

Interaktives Format: Wissenschaftskommunikation mit Wikipedia

Moderation: Dr. Nele Schneidereit und Friederike Elias, Universität Heidelberg, Sonderforschungsbereich Materiale Textkulturen

Wikipedia ist inzwischen als Online-Universalnachschlagewerk nicht mehr aus dem Alltag oder der Universität wegzudenken. Doch wie kann die Arbeit mit Wikipedia in ein Wissenschaftskommunikationskonzept eingebunden werden? Best-Practise-Beispiele werden vorgestellt und die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, gemeinsam erste Ideen für ein eigenes „Wiki-Konzept“ zu entwickeln.

Referenten:

Dominik Scholl, Wikimedia Deutschland e.V., Abteilung Bildung, Wissenschaft & Kultur

Christian Vater, Universität Heidelberg, Sonderforschungsbereich Materiale Textkulturen

Session: Vom Umgang mit dem Irrationalen − Stammtischparolen und Verschwörungstheorien in der Wissenschaftskommunikation

Moderation:

Hannes Schlender, scienceRelations Wissenschaftskommunikation GbR

In öffentlichen Diskussionen treten Verschwörungstheorien und Pauschalverurteilungen häufig an die Stelle der sachlichen und konstruktiven Diskussion. Die Wissenschaft stört dieses Phänomen ungemein, sind doch insbesondere Forschende in ihrer Arbeit darauf bedacht, Emotionen und persönliche Befindlichkeit außen vor zu lassen. Die Teilnehmenden trainieren einzelne Techniken gegen Stammtischparolen, die in der politischen Kommunikation erprobt worden sind.


Referenten:

Jan Meßerschmidt, Universität Greifswald, Presse- und Informationsstelle
Mareike Schodder, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

10:30–11 Uhr Pause

11–12:30 Uhr Paralleles Programm/ Sessions bis 12:15 Uhr 

Session: March for Science – Was war? Was bleibt? Was kommt?

Moderation: Dr. Elisabeth Hoffmann, Technische Universität  Braunschweig (angefragt)

Im April dieses Jahres demonstrierten weltweit mehr als hunderttausende Menschen für die Wissenschaft. Der sogenannte March for Science hat viele wachgerüttelt, doch auch so manches im Unklaren gelassen. Was hat der March for Science konkret in Deutschland bewegt? Kann, soll oder muss eine solche Demonstration der Wissenschaft(-skommunikation) unpolitisch sein oder bleiben? Sind Demonstrationen als Format überhaupt geeignet, um die Anliegen der Wissenschaft in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken? Und, was bleibt bzw. folgt mehrere Monate nach den Kundgebungen? Soll sich Wissenschaft mehr in der Öffentlichkeit positionieren?

Referenten:

Prof. Dr. Carsten Könneker, KIT
Vertr.-Prof. Dr. Tanja Gabriele Baudson, Technische Universität Dortmund

Projektvorstellungen: Block III

Moderation: N.N

Kurzvorträge, 90 Minuten

Music Lab – Das Sinfonieorchester Aachen reist über den RWTH-Campus

Referent: Jens Lundszien, RWTH Aachen, Dezernat Presse und Kommunikation

Die RWTH Aachen und das Sinfonieorchester Aachen starteten im Sommer 2016 ihr gemeinsames Projekt. Mit vier Konzerten reiste das Orchester unter der Leitung seines Generalmusikdirektors Kazem Abdullah innerhalb eines Jahres über den RWTH-Campus. Labore wurden zu Künstlergarderoben, Foyers zu Ausstellungsflächen und große Werkhallen zu Konzertsälen. Auch das Publikum konnte hinter die Kulissen der Forschungseinrichtungen blicken.

Insights aus dem Projekt: Immersives Theater als neues Format für die Wissenschaftskommunikation

Referent: Philipp Petersen, Ludwig Boltzmann Institut für Health Technology Assessment (LBIHTA), Wissenschaftskommunikation & Wissensmanagement

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen vermittelten im Rahmen einer von einer Theatergruppe inszenierten fiktionalen Story die Forschungsinhalte der Institute einer gemeinsamen Trägerorganisation. Für die Besucher und Besucherinnen der Veranstaltung gab es spielerische Anreize, sich auf die Geschichte einzulassen und in das Theater und die Präsentation von Forschungsinhalten und Karrierewegen in der Branche einzutauchen. Das Format diente gleichermaßen als Instrument externer wie interner Kommunikation.

Forschungserkenntnisse und Praxiserfahrungen zu Partizipation aus dem Projekt VERS

Referent: Bastian Kremer, Wissenschaft im Dialog gGmbH

In der Wissenschaftskommunikation geht es immer öfter darum, Bürgerinnen und Bürger mit diversen Formaten in Forschung einzubeziehen. Welches Verfahren aber eignet sich für welchen Zweck und welche Zielgruppe? Das Projekt VERS hat verschiedene Partizipationsverfahren zum Thema Verkehrszugang im Berliner ÖPNV getestet und ihre Wirkungen erforscht. Für die Wissenschaftskommunikation relevante Forschungsergebnisse und Erkenntnisse aus dem Projekt sollen im Mittelpunkt der Projektvorstellung stehen.

Schaufenster Ozean − das Meer kommt in die Stadt

Referent: Philipp Schrögel, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Germanistik, Abteilung Wissenschaftskommunikation

Das „Schaufenster Ozean“ hat das Thema des Wissenschaftsjahres 2016*17 auch in Städte abseits der Küsten gebracht. Videoprojektionen in den Abendstunden verwandelten leere Schaufenster in mehreren deutschen Städten in Aquarien. Mit einem Rahmenprogramm aus wissenschaftlichen Vorträgen und Filmabenden konnten die Teilnehmenden noch tiefer in die Welt der Meere und Ozeane eintauchen. Sie konnten ohne Zugangshürden in die Präsentationen hineinhören, ohne einen klassischen Vortragsraum besuchen zu müssen. Gleichzeitig stellte das Projekt auch eine kreative Möglichkeit zum Umgang mit der Leerstandsproblematik vieler Innenstädte dar.

Interaktives Format: Best and Worst Practice bei Twitter – Erfahrungsaustausch

Moderation: Cornelia Lossau, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

140 Zeichen sind nicht viel – warum ist der Kurznachrichtendienst Twitter trotzdem ein anspruchsvoller Kommunikationskanal? Im Workshop können sich twitternde Wissenschaftskommunikatoren und solche, die es werden sollen, zu ihren Zielen, Content-Strategien, Erfolgen sowie schlechten Erfahrungen austauschen.

Referenten:
Henning Krause, Helmholtz-Gemeinschaft, Social Media Kommunikation
Michael Sonnabend, Stifterverband, Öffentlichkeitsarbeit und interne Kommunikation

Interaktives Format: Kuratieren leicht gemacht? Ausstellungen als Formate der Wissenschaftskommunikation

Moderation: Dr. Patricia Rahemipour, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin, Abteilung Wissenskommunikation

Museale Ausstellungen können – anders als andere Formate der Wissenschaftskommunikation − nicht unmittelbar reagieren und Erkenntnisse präsentieren. Sind Sie dennoch geeignetes Mittel zur Präsentation von Wissenschaft? Handelt es sich um ein überholtes Format oder gibt es Wege in die Gegenwart für Ausstellungen? Welche Schwierigkeiten tauchen auf, gerade wenn es um die Sichtbarmachung von Wissenschaft geht? Die Teilnehmenden „blitzkuratieren“ unter Anleitung von Profis in drei Gruppen jeweils eine Ausstellung, kommentieren Worst-Practice-Beispiele und erarbeiten Tipps für eine erfolgreiche Ausstellung.

Referenten:

Kathrin Grotz,  Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin
Dr. Bernd Holtwick, Deutsche Arbeitsschutzausstellung Dortmund

12:30–13 Uhr Abschlussblitzlicht

Moderation: Markus Weißkopf, Wissenschaft im Dialog gGmbH

13–13:30 Uhr Mittagsimbiss

13:30 Uhr Ende des 10. Forums Wissenschaftskommunikation