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Bürger schaffen Wissen

Die Citizen Science Plattform

Kontakt

Projektleitung

Wiebke Brink

Tel.: 030 2062295-71

wiebke.brink@w-i-d.de

Projektmanagement

Florence Mühlenbein

Tel.: 030 2062295-63

florence.muehlenbein@w-i-d.de
Projektwebseite
Foto: Ralf Rebmann/WiD

Übersicht

Format

Aktuelles

22. Juni 2020

Vom Grünbuch zum Weißbuch

Wie kann und soll sich Citizen Science in Deutschland entwickeln? Am 26. Juni 2020 lädt die AG Weißbuch zum Online-Dialogforum ein, in dem Bürgerwissenschaftler*innen, Forschende und Interessierte in verschiedenen Workshops aktiv mitgestalten können, wie das Grünbuch „Citizen Science für Deutschland 2020“ zu einem Weißbuch weiterentwickelt werden kann. Dabei soll die Citizen-Science-Community die Visionen und Handlungsoptionen kritisch prüfen, die sie im Grünbuch formuliert hat, und gemeinsam eine Roadmap für eine Citizen-Science-Strategie für Deutschland erarbeiten. Anmeldung und weitere Informationen: www.buergerschaffenwissen.de/citizen-science/arbeitsgruppen/weissbuch.

Einladung zum Mitforschen

Eine alte Idee wird durch die Digitalisierung zu neuem Leben erweckt: Einst forschten interessierte Laien zu Hause oder im privaten Labor. Wie etwa der gelernte Verleger Benjamin Franklin, der mit der Erfindung des Blitzableiters die Fachwelt in Staunen versetzte. Heute nennt man die Laienforscherinnen und -forscher auch Citizen Scientists. Sie sammeln Daten per Smartphone-App, zählen Wildtiere in Konstanz oder tauchen in Brandenburgs Seen ab – und gehen gemeinsam mit Forschenden ganz unterschiedlichen Fragestellungen auf den Grund.

Die Online-Plattform Bürger schaffen wissen präsentiert Projekte zum Mitforschen und informiert über die Idee von Citizen Science. Wissenschaft im Dialog setzt die Plattform gemeinsam mit dem Museum für Naturkunde Berlin um. Jeder, der selbst forschen möchte, kann dort nach dem passenden Projekt suchen und sich auf unterschiedliche Art und Weise engagieren. Projektinitiatorinnen und -initiatoren haben die Gelegenheit, ihre Projekte vorzustellen und Mitforschende zu finden.

Weißt du, wie viel Sternlein stehen?, fragt etwa das Projekt „Verlust der Nacht“ die Besucherinnen und Besucher der Plattform. Es lädt ein, mit einer Smartphone-App nach Sternen am Himmel zu suchen und sich an der Vermessung der globalen Lichtverschmutzung zu beteiligen. Im Projekt „Plastikpiraten” untersuchen Schülerinnen und Schüler das Plastikmüllaufkommen an und in deutschen Flüssen. Auf Spurensuche gehen „Die Herbonauten”. Sie identifizieren Herbarbelege von getrockneten Pflanzen und helfen damit dem Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin beim Aufbau einer wissenschaftlichen Datenbank. Ob Himmel, Erde oder Wasser – Bürger schaffen Wissen zeigt, wo (und wie) Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern forschen können.

Partner

In Kooperation mit
Inhalt

vernetzen - qualifizieren - gestalten

Bürger schaffen Wissen ist eine Online-Plattform, die über Citizen Science informiert und Projekte zum Mitforschen präsentiert. Bürgerinnen und Bürger können Projekte suchen, die ihren Interessen entsprechen. Projektinitiatorinnen und -initiatoren können eigene Projekte einstellen und verwalten.

Ein jährliches Forum Citizen Science bietet ergänzend die Möglichkeit, Themen und Fragen rund um Citizen Science zu diskutieren.

Die Online-Plattform wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und von Wissenschaft im Dialog gemeinsam mit dem Museum für Naturkunde Berlin – Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung umgesetzt.

Ziele

Ziel der Plattform Bürger schaffen Wissen ist es, den Ansatz der Citizen Science in Deutschland zu verstetigen die Akteure miteinander zu vernetzen und ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Professionalisierung und Qualifizierung anzubieten. In 2020 untersucht das Projekt zudem, ob die Erwartungen und Wünsche erfüllt werden können, die mit Citizen Science in Bezug auf wissenschaftliche Qualität und gesellschaftliche bzw. individuelle Wirkungen verbunden werden. Darüber hinaus fördert Bürger schaffen Wissen die strukturelle Verankerung der Bürgerwissenschaften in der Breite und unterstützt Institutionen bei der Umsetzung von hausinternen Citizen-Science-Strategien. Die Angebote der Online-Plattform richten sich sowohl an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Projektinitiatorinnen und -initiatoren als auch an interessierte Mitforschende. 

Citizen Science

Citizen Science bezeichnet eine Form der Wissenschaft, bei der Bürgerinnen und Bürger einen Forschungsprozess aktiv mitgestalten oder eigenständig zu Themen forschen. Vom Erheben der Daten bis hin zur Konzeption neuer Forschungsfragen gibt es viele Schritte bei wissenschaftlichen Untersuchungen, an denen Bürgerinnen und Bürger sich beteiligen und so neues Wissen schaffen können. 

Netzwerk

In einem Großteil der Projekte können Bürgerinnen und Bürger sich bei der Datensammlung einbringen. Um intensivere Formen der Partizipation, wie die Mitgestaltung von Forschungsprozessen oder die gemeinsame Entwicklung von Forschungsfragen möglich zu machen, begleitet Bürger schaffen Wissen die strategische Weiterentwicklung des Citizen-Science-Ansatzes und setzt sich für die Qualifizierung von Projektinitiatorinnen und -initiatoren ein. Aus der Community heraus gründen sich disziplinübergreifende Arbeitsgruppen, die verschiedene Themen intensiv bearbeiten. Bürger schaffen Wissen unterstützt dieses Engagement und fungiert hier als Netzwerkknoten, über den dezentrale Prozesse gebündelt und in die Community weitergetragen werden können - mit dem Ziel ein nachhaltiges Netzwerk zur inhaltlichen Weiterentwicklung von und Erfahrungsaustausch zu Citizen Science aufzubauen.

Das Projekt „BürGEr schaffen Wissen – WISSen schafft Bürger (GEWISS)“ hatte diesen Prozess der Vernetzung in einer ersten Förderphase von 2014 bis 2016 angestoßen. Das Ziel und Ergebnis der zweijährigen Arbeit war die Entwicklung einer allgemeinen Citizen-Science-Strategie für Deutschland “Grünbuch für eine Citizen Science Strategie 2020 für Deutschland”. Das Projekt wurde vom GEWISS-Konsortium organisiert, dem das Museum für Naturkunde Berlin – Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in leitender Funktion angehörten. Beteiligt waren weitere Forschungseinrichtungen, universitäre und außeruniversitäre Partner wie Wissenschaft im Dialog.