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Wissenschaftskommunikation 4.0 – Franz Ossings Abschied in den Ruhestand?

15. Juli 2016

  • erstellt von Wiebke Rettberg
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  • A Wissenschaftskommunikation
Foto: GFZ

Foto: GFZ

Ruhestand? Nix da! Gestern meldete sich Franz Ossing, langjähriger Leiter der Kommunikation am GFZ (Deutsches GeoForschungsZentrum), mit einer Position zur aktuellen Lage der Wissenschaftskommunikation nochmal zu Wort (und stellt uns vor die unlösbare Aufgabe die eigentlich geplanten guten Wünsche für den Ruhestand damit zu verknüpfen):

Die Notwendigkeit einer neuen gemeinsamen Agenda für die Wissenschaftskommunikation

Die Debatten um die akuten Herausforderungen und Probleme der Wissenschaftskommunikation, um die Schwierigkeiten bei der Begriffbestimmung und damit auch um das Verständnis von Rollen und Aufgaben und nicht zuletzt auch um die Krise des Wissenschaftsjournalismus: Das sind für Franz Ossing erste Ausschläge auf der Richterskala, die von den tiefgreifenden technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen durch die digitale Revolution verursacht werden, uns in Zukunft aber noch vor viel größere Herausforderungen stellen werden. 

Kaum prognostizierbar sind seiner Meinung nach zukünftige Entwicklungen in den digitalen Technologien und ihre Folgen auf unser Informations- und Kommunikationsverhalten. Global agierende Konzerne wie Microsoft, Google und Facebook würden schon jetzt quasi personalisierte Nachrichten-Blasen schaffen, deren Inhalte durch Programme und Algorithmen sortiert und bestimmt werden. Gleichzeitig verlieren die linearen Kommunikationswege der letzten Jahrzehnte an Bedeutung. Wie und woran können wir uns als Nutzer also orientieren; wie Relevanz und Gehalt von Nachrichten bewerten?

Es sei dringend erforderlich, die Wissensvermittlung aus der Wissenschaft in die Gesellschaft in diesem größeren Kontext zu diskutieren. Qualitätssicherung stehe dabei an erster Stelle, und zwar bei den Akteuren der Wissenschaftskommunikation selbst.

Dahinter stecke nicht nur eine ethische Verpflichtung gegenüber den Steuerzahlern. Deutschlands starke Position in der Weltwirtschaft und damit unsere Lebensbedingungen beruhten auf Wissenschaft und Forschung. Die Akzeptanz und Glaubwürdigkeit dieser zu erhalten (oder in manchen Bereichen auch wieder herzustellen) sei eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. 

Leitlinien für die Wissenschafts-PR gäbe es zwar inzwischen, ein solches Regelwerk könnte und sollte aber auch für andere Bereiche der Wissenschaftskommunikation entstehen. Die große Herausforderung sei aber, diese als Selbstverpflichtung der einzelnen Akteure, die Wissenschaft kommunizieren, umzusetzen. Es brauche eine gemeinsame Handlungsagenda, so fordert Franz Ossing, ein neues Programm PUSH 2.0 bzw Wissenschaftskommunikation 4.0, das sich dieser Herausforderungen annimmt. 

Die gesamte Position gibt es hier zum Nachlesen.

Dann also nicht tschüss, sondern bis bald!

Wer sich nochmal so stark in die Diskussion einbringt, der zeigt ganz deutlich, mit wie viel Herzblut er immer bei der Sache war und immer noch ist. Und wir sind uns ziemlich sicher: Wir werden noch weiter von Franz Ossing hören und freuen uns darauf! 

Trotzdem möchten wir die Gelegenheit nutzen und uns ganz herzlich bedanken: für die gute und konstruktive Zusammenarbeit, den fachlichen Austausch, die langjährige tatkräftige Unterstützung von WiD und nicht zuletzt für die Gastfreundschaft am GFZ, wo wir zahlreiche Workshops und interne Klausuren durchführen durften. 

Alles Gute für den nächsten Lebensabschnitt (und eine intensive Diskussion der Thesen) wünscht das WiD-Team!


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