Wissenschaftsjahr 2010

Materialsammlung zur Zukunft der Energie

Studien, Szenarien und Visionen: Die zukünftige Erzeugung, Speicherung und Nutzung von Energie ist nicht nur ein Thema der Wissenschaft, sondern auch der Gesellschaft und Politik. Am 6. September 2010 hat die Bundesregierung den Entwurf ihres nationalen Energiekonzepts veröffentlicht, am 28. September wird sie es im Kabinett verabschieden. Im Vorfeld dazu wurden viele Studien erstellt, die das Thema Energie unter verschiedenen Aspekten betrachten. Einige davon und weitere interessante Informationen zum Thema haben wir für Sie zusammengestellt:

 
Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU), September 2010

Laufzeitverlängerung gefährdet Erfolg der erneuerbaren Energien

Ein vom SRU veröffentlichter Kommentar zum Energiekonzept der Bundesregierung warnt davor, dass die Laufzeitverlängerung den Ausbau der erneuerbaren Energien bremsen und den Übergang zu einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Stromversorgung in Deutschland gefährden wird. Es bestehe ein grundsätzlicher Konflikt zwischen der schwankenden Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien und den grundlastorientierten konventionellen Kraftwerken. Kohle- und Kernkraftwerke könnten aufgrund ihrer technischen Eigenschaften nur bedingt zum Lastfolgebetrieb eingesetzt werden, die schwankende Einspeisung aus erneuerbaren Energien also nicht flexibel genug ergänzen. Abregelungen und Abschaltungen von Kohle- und Kernkraftwerken würden bei fortschreitendem Ausbau der erneuerbaren Energien häufiger notwendig. Dadurch sinke ihre Auslastung.

Kommentar zur Umweltpolitik 8

 
Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie BMWi, September 2010

Energiekonzept: Neun Punkte für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung

Auf der Grundlage der Energieszenarien (s. u.) formuliert die Bundesregierung ihre Leitlinien für eine zukünftige Energieversorgung bis 2050.

Energiekonzept der Bundesregierung

 
Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie BMWi, August 2010

Energieszenarien für ein Energiekonzept der Bundesregierung

Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Basis für das Energiekonzept sind eine Referenzentwicklung sowie vier Zielszenarien zur zukünftigen Energieversorgung Deutschlands, die von einer Arbeitsgemeinschaft aus Prognos, EWI (Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln) und GWS (Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung) erarbeitet wurden. Betrachtet werden Wirtschaft und Gesellschaft (Haushalte, Industrie und Verkehr). Dabei wird modelliert, wie die Rolle der Kernenergie als Brückentechnologie sein könnte. So werden Laufzeitverlängerungen zwischen 4 und 28 Jahren variiert und unterschiedliche Kosten für die Nachrüstung aller 17 derzeit arbeitenden Kernkraftwerke angenommen. Der Bericht ist eine Grundlage für das Energiekonzept, das am 28. September 2010 im Kabinett verabschiedet wird.

Energieszenarien

 
Umweltbundesamt (UBA), Juli 2010

Energieziel 2050: 100% Strom aus erneuerbaren Quellen

Bis 2050 lässt sich laut UBA-Studie die deutsche Stromversorgung mit der besten bereits heute am Markt verfügbaren Technik vollständig auf erneuerbare Energien umstellen. Voraussetzung sei aber, dass der Strom sehr effizient genutzt und erzeugt wird. Um dies bis 2050 zu erreichen, plädiert das UBA für frühzeitige politische Weichenstellungen. Außerdem könne Deutschland seine hohe Importabhängigkeit von Primärenergieträgern deutlich reduzieren, wenn der Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien gewonnen wird.

UBA-Studie

 
ForschungsVerbund Erneuerbare Energien (FVEE), Juni 2010

Eine Vision für ein nachhaltiges Energiekonzept auf Basis von Energieeffizienz und 100% erneuerbaren Energien

Der ForschungsVerbund Erneuerbare Energien (FVEE) wurde vom Bundesumweltministerium Anfang 2010 ermutigt, ein Konzept für ein deutsches Energieversorgungssystem im Jahr 2050 zu formulieren, das auf 100 % erneuerba- ren Energien basiert. Die Studie zeigt, wie sich bis zum Jahr 2050 eine zuverlässige, kostengünstige und robuste Energieversorgung mit erneuerbaren Quellen in Deutschland erreichen lässt. Sie schließt den künftigen Energiebedarf aller  Nutzungsbereiche ein (Strom, Wärme und  Kraftstoff) und beschreibt die Funktionsweise des nachhaltigen Energiesystems, die dafür notwendigen Technologien und den Transformationsprozess und enthält politische Handlungsempfehlungen.Studie des FVEE

 
Deutsche Physikalische Gesellschaft, Juni 2010

Elektrizität: Schlüssel zu einem nachhaltigen und klimaverträglichen Energiesystem

Die Studie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) betrachtet Erzeugungs-, Speicherungs- und Verbrauchsmethoden elektrischer Energie aus physikalischer Sicht. Die DPG will damit einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand geben und möglichst wertneutral kommentiertes Datenmaterial vorlegen. Die Studie konzentriert sich auf eine Analyse der Situation in Deutschland in den nächsten 20 Jahren. Nutzung und Transport elektrischer Energie werden ebenso berücksichtigt wie die wesentlichen Stromerzeugungsformen. Diskutiert werden unter anderem auch die CO2-Abtrennung und Lagerung als Möglichkeit einer klimaverträglichen Nutzung von Kohlekraftwerken, der Ausbau der Nutzung von Biomasse, die Netzintegration von Wind- und Sonnenenergie sowie die Weiterentwicklung der Kernspaltungs-Reaktortechnologie. Die DPG geht davon aus, dass die Bereitstellung von Strom weltweit noch lange vorwiegend auf fossilen Energieträgern, erneuerbaren Energien und der Kernspaltungsenergie basieren wird. Ab der zweiten Hälfte des Jahrhunderts könne ggf. Kernfusionsenergie beginnen, eine bedeutende Rolle einzunehmen.  

Studie der DPG

 
Sachverständigenrat für Umweltfragen, Stellungnahme, Mai 2010

100 % erneuerbare Stromversorgung bis 2050: klimaverträglich, sicher, bezahlbar

Die Stellungnahme des Sachverständigenrates für Umweltfragen diskutiert Möglichkeiten einer Stromversorgung, die vollständig auf verschiedenen erneuerbaren Energien basiert. Sie kommt zu dem Schluss, dass eine hundertprozentige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien im Jahre 2050 möglich und ohne Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke und neue Kohlekraftwerke realisierbar ist. Die technisch-ökonomischen Szenarien wurden auf Basis des vom Deutschen-Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelten REMix-Modells erstellt. Ergänzend wurden drei weitere Gutachten herangezogen. Mit der Veröffentlichung der Stellungnahme reagiert der SRU auf eine vom BMWi in Auftrag gegebene Studie, deren Szenarien unterschiedliche Laufzeitmodelle für Kernkraftwerke in den Mittelpunkt stellen. Ein Szenario, das ausschließlich auf regenerativen Energien basiert, fehle dagegen, so der SRU. Ein vollständiges Energiekonzept, das auch Vorschläge zu politischen und rechtlichen Aspekten umfasst, hat der SRU für Herbst 2010 angekündigt. 

Stellungnahme des SRU

 
Verein Deutscher Ingenieure (VDI), März 2010

Klimaschutz und Energiepolitik. Ziele und Handlungsbedarf für eine CO2-arme Energieversorgung und -nutzung in Deutschland

Die VDI-Stellungnahme „Klimaschutz und Energiepolitik“ bietet Ziele und Handlungsbedarf für eine CO2-arme Energieversorgung und -nutzung in Deutschland. Im Rahmen eines Gespräches im Bundeskanzleramt am 10. März 2010 überreichten VDI-Präsident Prof. Bruno O. Braun und VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs Bundeskanzlerin Angela Merkel das neue VDI-Positionspapier. Schwerpunkte bilden die Bereiche Energieversorgung, Industrie, Gebäude, Antriebstechniken für den Straßenverkehr und Energieforschung.

Stellungnahme des VDI

 
Welt der Physik, 2010

Zahlen zur Energie

Die interaktive Grafik auf den Internetseiten von Welt der Physik bietet einen umfangreichen Überblick darüber, wo die Energie herkommt und wofür wir sie verbrauchen. Die Energieträger Öl, Gas, Kohle, Kernenergie, Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie können in verschiedenen Darstellungen angezeigt und in beliebigen  Kombinationen hinsichtlich Verbrauch, Kapazität, Vorkommen und Verwendung verglichen werden. Die Seite informiert auch darüber, mit welchem Energiemix die „Energienutzer“ Haushalt, Verkehr, Gewerbe und Industrie im Jahr 2009 versorgt wurden.

Zur interaktiven Grafik

 
acatech, Leopoldina, BBAW 2009

Konzept für ein integriertes Energieforschungsprogramm

Energiekonzept im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die Akademien wurden gebeten, die wichtigsten Forschungsfragen im Spannungsfeld von sicherer und bezahlbarer Energieversorgung und den Klimaschutzzielen der Bundesregierung zu identifizieren. Es zeigt den Stand und die möglichen Handlungsfelder einer erfolgreichen Energiezukunft auf und plädiert für eine innovative, Disziplinen übergreifende Forschung, die alle Aspekte des komplexen Gesamtsystems berücksichtigt. Um den Weg für die Umsetzung zukünftiger Technologieoptionen und Maßnahmen offenzuhalten, müsse die Forschung dabei die Unabhängigkeit besitzen, auch über längere Zeiträume Aspekte zu bearbeiten, die gegenwärtig nicht im Mittelpunkt der politischen Handlungsoptionen liegen. Dies sei  besonders dringend vor dem Hintergrund, dass die politischen, sozioökonomischen, ökologischen und klimatischen Randbedingungen und Handlungsoptionen der Politik für die nächsten 20, 50 oder gar 100 Jahre kaum vorhersehbar sind.

Energiekonzept der Akademien

 
WWF-Studie, Oktober 2009

Modell Deutschland – Klimaschutz bis 2050. Vom Ziel her denken

Um die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, müssen Industrie- nationen wie Deutschland ihren Ausstoß an Treibhaus- gasen bis zum Jahr 2050 auf fast null senken. Was heute noch unwahrscheinlich klingt, ist machbar: Die vom WWF in Auftrag gegebene Studie „Modell Deutschland – Klimaschutz bis 2050. Vom Ziel her denken“ zeigt technisch mögliche und wirtschaftlich bezahlbare Wege in eine kohlenstoffarme Zukunft und benennt die notwendigen politischen Maßnahmen.

WWF-Studie

 
Greenpeace 2007

Klimaschutz: Plan B – Nationales Energiekonzept bis 2020

Im Auftrag von Greenpeace erstellte das Aachener Ingenieur- und Beratungsbüro EUtech ein nationales Energiekonzept bis 2020. Sie kommen zu dem Schluss, dass Deutschland im Jahr 2050 zu hundert Prozent klimaschonend mit Strom aus Erneuerbaren Energien versorgt werden kann. Im Zentrum einer wirksamen Klimaschutzpolitik müssten daher Energieeinsparung, Energieeffizienz und eine forcierte Förderung Erneuerbarer Energien stehen.

Greenpeace-Studie Plan B

 

Elektromobilität

Wer sagt was zu Elektromobilität?
In unserer Rubrik „Wissenschaft kontrovers“ finden Sie Hintergrundmaterial und Interviews zum Thema.

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Interviews

Verkehrskonzepte

Welche Verkehrskonzepte für die Zukunft gibt es?
In unserer Rubrik „Wissenschaft kontrovers“ finden Sie Hintergrundmaterial und Interviews zum Thema.

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Interviews

 

 
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